Zürich

Freude über das Aus für die 24-Stunden-Tankstellenshops

Aktualisiert am 22.07.2010 85 Kommentare

Während sich die Betreiber von Tankstellenshops im Kanton Zürich über die Schliessung der Läden über Nacht ärgern, ist die Gewerkschaft Unia hocherfreut.

Tankstellen mit Shops: In Zürich nicht mehr rund um die Uhr offen.

Tankstellen mit Shops: In Zürich nicht mehr rund um die Uhr offen.
Bild: Keystone

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Das bedauerliche Bundesgerichtsurteil werde wohl zu zahlreichen Diskussionen am Verkaufstresen führen, sagte BP-Sprecherin Isabelle Thommen auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. «Wie soll man einem Kunden erklären, dass er in der Nacht zwar eine Tasse Kaffe und Autozubehör kaufen darf, aber keine Tiefkühlpizza?» Für das Personal erwartet sie deshalb «viele schwierige Situationen».

Das Bundesgericht erlaubt fortan nur noch den Verkauf von Treibstoff, Autozubehör, Take-Away-Speisen und Bistroartikeln. Dazu gehören etwa warme Pizzastücke, nicht aber Kaffeebohnen, rohe Spaghetti oder Toilettenpapier. Nur schon bei einem Cervelat gerate man aber an eine Grenze, sagte Thommen.

Ob der Entscheid Auswirkungen auf das Personal hat, kann Thommen nicht sagen. Es liege an den Pächtern zu entscheiden, ob die Tankstelle auch mit eingeschränktem Sortiment noch rentiere.

BP betreibt im Kanton Zürich mit selbständigen Pächtern drei 24- Stunden-Tankstellenshops, einen in Zürich-Wiedikon, einen in Zürich- Wollishofen und einen am Flughafen.

Unia spricht von einem «Meilenstein»

Erfreut über das Urteil ist dagegen die Gewerkschaft Unia. Es zeige, dass das höchste Gericht den geltenden gesetzlichen Schutz der Gesundheit und des Soziallebens der Arbeitnehmenden höher gewichte als die Profitinteressen der Shopbetreiber.

Der Entscheid sei ein «Meilenstein im Kampf gegen einen Arbeitszwang rund um die Uhr», schreibt die Unia in einer Mitteilung. Es setze ein starkes Signal gegen die «völlige Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten», wie sie von den grossen Detailhandelsketten propagiert werde.

Esso: «Urteil überrascht nicht»

Ebenso wie die Konkurrenz bedauert auch Esso den Entscheid des Bundesgerichtes. Man sei aber nicht überrascht, erklärte Esso-Sprecher Bertrand Cornaz auf Anfrage. Im Oktober 2009, als das Bundesverwaltungsgericht sein Urteil fällte, habe man entschieden, auf einen Weiterzug zu verzichten. «Die Erfolgschancen waren zu gering. Mit dieser Einschätzung lagen wir richtig.»

Esso betreibt im Kanton Zürich einen einzigen 24-Stunden- Tankstellenshop, und zwar in Schlieren. Auf das Personal habe das Urteil keinen Einfluss, sagte Cornaz weiter. Entlassen werde niemand.

Laut Unia dürfen sich auch die Quartierladenbesitzer über das Urteil freuen. Für diese bedeute nämlich die zunehmende Konkurrenz durch Tankstellenshops ein Problem. (ep/sda)

Erstellt: 22.07.2010, 16:36 Uhr

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85 Kommentare

David Meili

22.07.2010, 16:56 Uhr
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Der "Jubel" der Unia ist nicht nachvollziehbar. ich habe mich ausgiebig mit dem Thema befasst und kenne niemanden, der "Zwangsarbeit" leisten muss. Vielmehr ermöglichen Nachtschichten, sich in der Kinderbetreuung abzulösen. Die Unia politisiert mit Mitteln ihrer Mitglieder weit weg von der Basis und ihren Bedürfnissen, als Konsumenten wie als Arbeitnehmer. Antworten


Heiner Zumbrunn

22.07.2010, 17:05 Uhr
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Vorwärts nach nirgewndwo? Gut für die Quartierläden? Man kauft im Quartier dann ein, wenn man was braucht. Kann man planen, fährt man in ein Einkaufszentrum, nicht in einen Quartierladen. Die zumeist jenes, was wir brauchen, nicht haben. Komme eben aus Helsinki zurück. Wohnte in einem Quartier an einer Endhaltestelle der Strassenbahn. Nebenbei ein Laden für Lebensmittel: Offen von 07:00 bis 23 Uhr Antworten



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