Freundin kaltblütig getötet
Ermordert aus «nichtigen Beweggründen»: Die 16-jährige Céline Franck.
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Die Bluttat ereignete sich am Samstag, 7. März 2009. Um Mitternacht lieferte ein junger Mann seine Freundin mit Schussverletzungen ins Spital Uster ein, wo die junge Frau kurze Zeit später starb. Beim Opfer handelte es sich um die Zürcher Gymnasiastin Céline Franck. Ihr Begleiter war ein heute 23-jähriger Kosovare und Detailhandelsfachmann aus Oetwil am See. In der ersten polizeilichen Einvernahme sagte der Mann, dass er mit seiner Freundin im Auto auf dem Parkplatz beim Volkiland etwas gegessen habe, als plötzlich ein unbekannter Mann erschien und ihn mit einer Pistole bedrohte. Der Unbekannte habe einen Schuss abgefeuert und die neben ihm sitzende Freundin getroffen.
Da diese Version die Untersuchungsbehörde nicht überzeugte, stellte der Staatsanwalt Antrag auf Untersuchungshaft. Am nächsten Tag gestand der Kosovare die Tat. Er habe die Frau erschossen. Seitdem sitzt der Mann im Gefängnis. Am 6. Februar wird der Fall vor dem Bezirksgericht Uster behandelt. Staatsanwalt Adrian Kägi stellt Antrag auf Mord, Gefährdung des Lebens und Widerhandlung gegen das Waffengesetz. In der Anklageschrift, die dem TA vorliegt, wird der Mord wie folgt beschrieben: Der Beschuldigte setzte den Lauf der Pistole dem Opfer unmittelbar an den Hals und tötete die Frau mit einem gezielten Schuss. Sie sei kaltblütig getötet worden.
Mit Messer am Hals geritzt
Das Motiv für die Bluttat ist unklar. Es soll sich nicht um ein Beziehungsdelikt gehandelt haben. Der Staatsanwalt schreibt von «absolut nichtigen Beweggründen». So hatte der junge Mann nur wenige Minuten vor der Tötung ein Telefonat von einer Parallelfreundin erhalten, was zu einem Streit zwischen der 16-Jährigen und ihrem Freund führte. «Der Beschuldigte empfand Céline Franck als lästig, nachdem diese kurz vor der Schussabgabe realisiert hatte, dass der Beschuldigte mit mindestens drei Frauen gleichzeitig eine intime Beziehung pflegte», heisst es in der Anklageschrift. Das Opfer hatte also an diesem Abend begriffen, dass ihr Freund noch andere Freundinnen hatte, worauf ein Streit im Auto entbrannte.
Kägi wirft dem Beschuldigten auch Gefährdung des Lebens vor. Rund eine Woche vor der Bluttat stritt sich das Paar, und die Gymnasiastin gab dem Mann eine Ohrfeige. Der Kosovare wurde äusserst wütend, hielt ihr die Klinge eines Butterflymessers an den Hals und ritzte sie – genau an der Stelle, wo er eine Woche später den Lauf der Pistole ansetzte und abdrückte. Der 23-Jährige wohnte mit seiner Familie in einem Mehrfamilienhaus in Oetwil am See. Er hatte sich einbürgern lassen wollen, sein Gesuch war noch pendent. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 20.01.2012, 10:10 Uhr


