Zürich

Fuchs soll Dreijährige im Bett attackiert haben

Von Sarah Rüegger. Aktualisiert am 10.08.2011 24 Kommentare

In Bülach hat ein Fuchs offenbar ein kleines Mädchen gebissen, das in seinem Zimmer bei geöffnetem Fenster schlief.

Bissverletzung am Arm: Die kleine Grace in ihrem Kinderzimmer.

Bissverletzung am Arm: Die kleine Grace in ihrem Kinderzimmer.
Bild: Sibylle Meier

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1200 Füchse leben in der Stadt Zürich

Nicht zum ersten Mal hat ein Fuchs in Zürich zugeschnappt. In Kreuzlingen biss ein Tier 2007 eine Frau in den Oberschenkel. Im Quartier Altstetten wurden 2001 mehrere Menschen Opfer von Fuchsbissen – in den Fuss und die Hand. Die Verletzungen waren harmlos. Ähnliche Fälle wurden damals auch ausserhalb der Stadt registriert, zwei verdächtige Füchse in der Folge erlegt. Heute leben in Zürich rund 1200 Tiere, schätzen Fachleute. Obschon die Stadt ein Schlaraffenland für Füchse ist, scheint die Population zu stagnieren. Möglicher Grund ist der Bauboom: Für die Füchse wird es immer enger. Regulierend greifen von Fall zu Fall die Wildhüter ein. Anfang Jahr wollte im Letzigrundstadion ein Fuchs eine Erdhöhle bauen. Weil er sich nicht vertreiben liess, wurde er getötet. Im Durchschnitt kommen in Zürich im Jahr 250 bis 300 Füchse um. Etwa die Hälfte wird überfahren, die andere Hälfte erlegt. Speziell Jungfüchse oder zahme Füchse können aufdringlich sein. Annina Keller von Grün Stadt Zürich rät davon ab, Füchse zu füttern. «Die natürliche Selektion soll so weit als möglich spielen.» (sth)

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Quartierfüchse versetzen Bülach in Sorge. Am Freitagabend hat offenbar einer von ihnen ein dreijähriges Mädchen im Kinderzimmer angegriffen. Die Mutter des Kindes, Isabel Becerra, hatte im Zimmer ihrer Tochter Grace das Fenster zum Garten offen gelassen und den Rollladen nicht ganz hinuntergezogen, um kühle Luft hereinzulassen. «Ich wollte den Laden erst ganz schliessen, bevor ich zu Bett gehe», sagt sie. Becerra und ihr Mann waren im Schlafzimmer, als sie Grace schreien hörten. «Ich rannte sofort ins Kinderzimmer.» Dort schaltete Becerra das Licht an und entdeckte ihre blutende Tochter im Bett. Als sie sich umschaute, erkannte sie den Rücken eines Tieres mit buschigem Schwanz, der unter dem Laden verschwand.

Nachbarn, die zu Hilfe geeilt waren, wollten zuvor einen herumstreichenden Fuchs gesehen haben. Die Kleine könne sich nicht an den Fuchs erinnern. Die Kratz- und Bisswunden auf Gesicht und Hand des Mädchens wurden zuerst im Spital Bülach und dann im Kispi in Zürich behandelt, es wurde gegen Starrkrampf geimpft. «Zum Glück waren die Verletzungen nicht so schlimm», sagt die Mutter. Grace muss nun sieben Tage lang Antibiotika einnehmen.

Einen solchen Fall hat Philipp Wieland junior, Mitglied der Jagdgesellschaft Bülach-Nord, noch nie erlebt. «Füchse sind von Natur aus eigentlich scheu», sagt er. Jedoch würden Anwohner, die die Füchse fütterten, die Tiere handzahm machen. «Auch Katzenfutter, das man draussen stehen lässt, lockt Füchse an.» Ein Nachbar der betroffenen Familie hatte nach dem Vorfall die Jagdgesellschaft informiert. Am Montag schossen Jäger zwei Füchse. Die Tiere seien jenseits der Siedlung auf der anderen Seite der Bahngeleise erwischt worden. Dieses Jahr habe die Jagdgesellschaft, einschliesslich der jüngsten Fälle, bereits fünf Füchse in Bülach-Nord erlegt, sagt Wieland. Das sei viel für ein so dicht besiedeltes Gebiet. «Wir können nicht sagen, ob nun das Problem im betreffenden Quartier gelöst ist.» Man rücke nur aus, wenn ein Hinweis aus der Bevölkerung komme. Deshalb ist unklar, wie viele zahme Füchse sich in der Umgebung bewegen. «Wenn wir einen Hinweis haben, ist es oft schwierig, die Füchse zu schiessen, weil es Leute gibt, die sich dagegen wehren.» Dann müsse man das Tier im Zweifelsfall leben lassen.

Nach dem neusten Ereignis behält die Jagdgesellschaft das Quartier speziell im Auge. Doch Mutter Isabel Becerra wird ihr Kind vorerst nicht mehr draussen spielen lassen. «Ich denke immerzu daran, was passiert wäre, wenn ich meine Kleine nicht schreien gehört hätte.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 10.08.2011, 07:23 Uhr

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24 Kommentare

Leemann Benny

10.08.2011, 12:50 Uhr
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In Bülach wird gebaut wie wahnsinnig, und den Tieren der nötige Raum weggenommen. Wir massen uns an auch den Lebensraum der Tiere nutzen zu können (Mountainbiker im Naturschutzgebiet etc) logisch wenn eben mal ein sog. Wildtier zuhause auftaucht. Wenn Mitleid angebracht ist, dann für die Füchse, die erlegt werden weil der Mensch sich immer mehr breit macht und nicht für einen gebissenen Menschen! Antworten


jean weiss

10.08.2011, 11:24 Uhr
Melden 8 Empfehlung

Wir Schweizer sind viel schlimmer als die gescholtenen Amerikaner. Die leben sogar friedlich mit Bären zusammen, und hier werden Tiere abgeknallt, weil eine Mutter die Aufsichtspflicht nicht wahrgenommen hat. Antworten



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