Für Gasautos soll die Steuer ganz wegfallen

Wer ein umweltschonendes Auto fährt, wird künftig weniger oder gar keine Motorfahrzeugsteuern mehr zahlen. Teurer wird es dafür mit schweren Autos. So will es der Regierungsrat.

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Die Zürcher Regierung macht ernst mit dem Umweltschutz im Privatverkehr. Nach über drei Jahren Bedenkzeit hat sie dem Parlament gestern Donnerstag ihren Vorschlag unterbreitet, wie sie die Motorfahrzeugsteuer ökologischer gestalten will: Neu soll nicht mehr allein der Hubraum eines Fahrzeugs für die Berechnung der Steuer beigezogen werden, sondern auch sein Gewicht. Zudem ist ein Bonussystem geplant. Profitieren sollen Autokäufer, die sich für einen leichten, umweltfreundlichen und energiesparenden Wagen entscheiden. Als Richtschnur schlägt der Regierungsrat die Energieetikette des Bundes vor, mit der jeder Neuwagen einer von sieben Kategorien zugeordnet wird. Im Kanton Zürich eingelöste Fahrzeuge aus den zwei umweltfreundlichsten Kategorien A und B sollen zwei bis drei Jahre mit reduzierter Steuer fahren dürfen oder für diese Zeit gar ganz von der Steuerpflicht befreit werden. Die Motorfahrzeugsteuern für einen schweren Geländewagen würden hingegen erhöht. Um wie viel, ist noch unbekannt. Berechnungsbeispiele gebe es noch keine, teilte die Volkswirtschaftsdirektion gestern mit.

Umweltgerechtere Steuerberechnung für Lastwagen

Auch für Lastwagen will der Regierungsrat eine umweltgerechtere Steuerberechnung einführen. Statt der Nutzlast sollen das Gesamtgewicht und die EU-Abgasnorm als Bemessungsgrundlage dienen.

Mit diesem Vorschlag kommt der Regierungsrat der Forderung der Kantonsratsmitglieder Susanne Rihs (Grüne, Glattfelden), Patrick Hächler (CVP, Gossau) und Willy Furter (EVP, Zürich) nach. Die drei hatten 2005 gefordert, Gasfahrzeuge steuerlich bevorzugt zu behandeln.

Der erst grob skizzierte Vorschlag des Regierungsrates richtet sich nach den Empfehlungen der vereinigten Strassenverkehrsämter der Schweiz. Diese schlagen ein Bonussystem vor. Akkumuliert soll laut den Ämtern ein Rabatt von rund 1000 Franken resultieren. Damit könne der Entscheid beim Autokauf beeinflusst und eine Lenkungswirkung erzielt werden. Dies zeige eine ETH-Studie aus dem letzten Jahr. Weiter zeige die Studie, dass eine ökologisch ausgestaltete Motorfahrzeugsteuer in der Bevölkerung breit akzeptiert sei. Das könnte auch dann wichtig werden, wenn es über das neue Tarifsystem zur Abstimmung kommten sollte.

Die Motorfahrzeugsteuer ist im Kanton Zürich seit 1973 unverändert. Siebenmal hat der Kanton versucht, die Steuer zu erhöhen, weil der Strassenbaufonds überschuldet war. Doch jedes Mal wurde die Erhöhung von Volk oder Parlament abgelehnt – letztmals 2001, als eine Erhöhung von 20 Prozent geplant war. Diesmal ist laut Volkswirtschaftsdirektion keine Erhöhung der Gesamteinnahmen geplant. Mit einer Debatte im Kantonsrat ist nächstes Jahr zu rechnen.

Andere Kantone sind fortschrittlicher

Der Kanton Zürich ist nicht der erste Kanton, der seine Verkehrsabgaben mit UmweltrRabatten ausstattet. Einen Schritt voraus sind Luzern, Baselland oder Solothurn. Auch Graubünden hat ein neues Modell gewählt, allerdings richtet es sich nicht nach der Energieetikette des Bundes, sondern nach den EU-Abgasnormen. Autos die nicht mehr als 140 Gramm CO2 pro Kilometer ausstossen, erhalten im Bündnerland einen Rabatt von 80 Prozent. 60 Prozent Ermässigung gibt es noch, wenn es nicht mehr als 160 Gramm CO2 sind.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 12.09.2008, 17:05 Uhr

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