Gedenkgottesdienst für Halifax-Opfer

Zehn Jahre nach dem tragischsten Flugzeugabsturz der Schweizer Geschichte im kanadischen Halifax wird am 6. September erneut der 229 Opfer gedacht.

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Der öffentlicher Gedenkgottesdienst für die Opfer des Swissair-Absturzes bei Halifax findet im zürcherischen Kloten statt. Dies teilten die katholische und die reformierte Kirche des Kantons am Freitag gemeinsam mit.

Bis zu 700 Menschen erwartet

«Erwartet werden 500 bis 700 Menschen, die damals von der Katastrophe betroffen wurden», sagte der reformierte Pfarrer Walter Meier von der Seelsorge Zürich-Airport auf Anfrage. Dies sind vor allem Angehörige der 229 Opfer des Absturzes der SR 111 am 3. September 1998 sowie Mitglieder des damaligen Care-Teams. Pfarrer Meier wird den Gottesdienst in der katholischen Kirche «Christkönig» in Kloten zusammen mit dem katholischen Diakon Claudio Cimaschi leiten. Auch Mitarbeiter der ehemaligen Swissair gestalten die Feier mit. Angehörige, Kollegen und Freunde der 215 zu Tode gekommenen Passagiere und 14 Crew-Mitglieder sollen eine Gelegenheit erhalten, gemeinsam den Verstorbenen zu gedenken und im Gebet und Zusammensein neuen Lebensmut zu fassen, wie die Kirchen mitteilten.

Die Ereignisse von damals erschüttern noch immer

Die Swissair-Maschine war vor zehn Jahren bei Halifax ins Meer gestürzt. Die Unfalluntersuchung ergab Jahre später, dass der Absturz vermutlich durch einen Kurzschluss mit anschliessendem Feuer ausgelöst wurde. Das Flugzeug wurde beim Aufprall auf die Wasseroberfläche in unzählige Teile zerrissen. Alle 229 Menschen an Bord, die am Abend des 2. September auf dem John F. Kennedy-Flughafen in New York mit Ziel Genf gestartet waren, kamen ums Leben. Das Zürcher Flughafenpfarramt wurde laut Mitteilung frühmorgens am 3. September informiert. Mitglieder des Care-Teams des Flughafen Zürichs flogen sofort nach Genf, wo sie sich zusammen mit Genfer Helfern um die Angehörigen kümmerten. Am 4. September führte die Swissair einen Spezialflug von Zürich nach Genf via Halifax durch, um rund 90 Angehörige an die Unglückstelle zu bringen. Zu diesem Care-Team in Halifax gehörte auch Pfarrer Meier, der viele der verunglückten Crew-Mitglieder persönlich kannte.

Kein Leichnam konnte unversehrt geborgen werden

Den Care-Teams fiel laut Mitteilung die schwierige Aufgabe zu, den Angehörigen zu sagen, dass kein Leichnam unversehrt gefunden werden könne. Diese Erkenntnis sei für die Angehörigen ein Schock gewesen. Betreuer und Betreuerinnen hätten versucht, sie zu beruhigen und ihnen beizustehen. Am Ort des Unglücks, am Ufer von Peggy's Cove, trafen sich Angehörige und Pfarrer an einem der folgenden Tage zu einer ersten Trauerandacht. Seither treffen sich Angehörige und Freunde jedes Jahr im Juni zur Erinnerung und zum Gedankenaustausch. (tif/ap)

Erstellt: 05.09.2008, 08:39 Uhr

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