Gefährlich dünnes Eis macht Kinder erfinderisch
Von Michel Wenzler. Aktualisiert am 07.02.2012 3 Kommentare
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Vom Rekordwert noch weit entfernt
Am Wochenende fiel das Thermometer in der Region Zürichsee auf eisige Werte. Am kältesten war es am Sonntagmorgen. An der vom staatlichen Wetterdienst Meteo Schweiz betriebenen Wetterstation Wädenswil wurde Sonntag früh ein Tiefstwert von –15 Grad gemessen. Ähnliche Temperaturen wurden am Sonntagmorgen auch in anderen Gemeinden am See gemessen: So zeigte das Thermometer der vom privaten Wetterdienst Meteocentrale betriebenen Station in Rapperswil-Jona –14,8 Grad. Die Meteocentrale-Station in Oetwil am See vermeldete sogar –16,6 Grad.
Das ist zwar kalt – aber nicht rekordverdächtig. Meteo Schweiz misst seit 1981 an der Wetterstation Wädenswil. Diese dient aufgrund ihrer Position am See (auf 463 Metern) als Referenzstation für den gesamten Zürichseeraum. Und der Blick in die jüngere Vergangenheit zeigt: Speziell in der zweiten Hälfte der 80er-Jahre war es am Zürichsee teils noch deutlich kälter als jetzt. Der tiefste jemals gemessene Wert an der Station in Wädenswil datiert vom 6. Januar 1985. Damals sank das Thermometer auf –20,1 Grad. Ähnlich kalt war es mit –19,2 Grad am 12. Januar 1987. Die –15 Grad vom vergangenen Sonntag hingegen belegen auf der «ewigen Rekordliste» nur Rang neun. Ähnlich tiefe Werte wie am Wochenende werden gemäss den Meteorologen diesen Winter nicht mehr erreicht. (ms)
Alle zwei Tage prüfen Mitarbeiter der Gemeinde Hombrechtikon die Eisdicke auf dem Lützelsee. «Zurzeit ist sie noch dünn», sagt der stellvertretende Gemeindeschreiber Hansueli Nüssli. Die Kälte habe noch zu wenig lange angedauert. Das letzte Wort hat allerdings nicht die Gemeinde, sondern die Seepolizei. Und bis diese die Eisfläche für Schlittschuhläufer und Spaziergänger freigibt, bleibt das orange Warnschild vor dem Schilf stehen.
Ein paar Neugierige wagten sich gestern dennoch ans Ufer: Eine Gruppe Störche stakste mit prüfendem Blick und aufgeplusterten Federn durch den Schnee, vor der Eisschicht machten die Vögel jedoch Halt.
20 Meter langes Eisfeld
Auch einige Kinder und Jugendliche aus der Umgebung widerstanden der Versuchung, die nahezu unberührte Eisfläche zu betreten. Ganz auf ihr Vergnügen verzichten wollten sie aber nicht: So fertigten sie sich in Ufernähe eine kleine Eisbahn an. Die dünne Wasserschicht, die das Riet bis vor kurzem noch überzogen hatte und mittlerweile gefroren ist, bot ihnen eine gute Unterlage für ein rund 20 Meter langes und 3 Meter breites Natureisfeld.
Manche der Kinder bewegten sich auf der rutschigen Unterlage beinahe so ungelenk wie die Störche nebenan, andere standen dagegen sicher auf den Kufen – und hofften, dass sie bald schon grössere Kurven ziehen könnten.
Chatzentobelweiher auch zu
Auch in Stäfa warnt ein Schild davor, die einzige zugefrorene Wasserfläche der Gemeinde, den Chatzentobelweiher, zu betreten. Tatsächlich ist die Eisfläche dahinter leer. Kerben von Schlittschuhkufen und andere Rutschspuren zeugten gestern allerdings davon, dass sich am Wochenende einige Üriker den Spass nicht nehmen lassen wollten und sich trotz Warnung aufs Eis wagten.
Das Eis ist jedoch nicht dick genug, als dass man es gefahrlos betreten könnte. Wer es dennoch tue, mache dies auf eigene Verantwortung, sagt Ruedi Haug, Leiter Fachbereich Sicherheit bei der Gemeinde Stäfa. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 07.02.2012, 10:29 Uhr
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3 Kommentare
Vielen Dank für die Kontextbox "Vom Rekordwert noch weit entfernt". Endlich wird es laut ausgesprochen. Diese Kältewelle ist nur deshalb aussergewöhnlich, weil es schon lange nicht mehr so kalt war. Früher waren diese Kälteperiode ganz normal. Antworten


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