Gegen Unfälle: Alle Fussgängerstreifen im Kanton bekommen Hinweistafel

Im vergangenen Winter gab es auf Schweizer Fussgängerstreifen eine Serie von teilweise tödlichen Unfällen. Um das in diesem Jahr zu vermeiden, setzt die Polizei zwei Sofortmassnahmen um.

Zu viele Unfälle im letzten Jahr: Fussgängerstreifen in Zürich.

Zu viele Unfälle im letzten Jahr: Fussgängerstreifen in Zürich. Bild: Keystone

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Damit die Autofahrer die Fussgängerstreifen besser sehen, wurde vor jedem Übergang eine gut sichtbare Signaltafel aufgestellt. Als zweite Massnahme wurden an zahlreichen Orten Bäume oder Hecken zurückgeschnitten. Dies sagte Ueli Zoelly, Chef der Verkehrspolizei, in einer Rede heute Dienstagmorgen in Urdorf.

Zusätzlich zu diesen beiden Massnahmen wird die Polizei in den kommenden Wochen vermehrt Kontrollen in der Nähe von Fussgängerstreifen durchführen.

LED-Laternen für bessere Sicht

Bereits im vergangenen Winter hatte Zoelly angekündigt, die Beleuchtung an heiklen Stellen zu verbessern. Im Juni wurden dazu in Höri Versuche mit LED-Laternen durchgeführt. Die Bevölkerung wurde befragt, ob sich die Sicht durch die neuen Laternen verbessern würde. Beschlossen sei bis jetzt aber noch nichts, sagte Zoelly auf Anfrage der SDA. Auch Laternenverschiebungen stehen zur Debatte.

Parallel zu diesen Abklärungen überprüfen Sicherheits-, Volkswirtschafts- und Baudirektion gegenwärtig alle Fussgängerstreifen im Kanton Zürich auf ihre Sicherheit. Dieses Projekt ist aber ebenfalls noch nicht abgeschlossen.

800 Unfälle auf Fussgängerstreifen untersucht

Um den Gründen für die Unfallserie auf die Spur zu kommen, untersuchte die Stadt Zürich zusammen mit dem Fachverband Fussgänger 800 Unfälle der Jahre 2003 bis 2010. Sie alle passierten an oder auf Fussgängerstreifen.

Dabei zeigte sich, dass rund die Hälfte aller Verunfallten auf der zweiten Strassenhälfte angefahren wurde. Fussgänger müssen also nicht nur beim Betreten der Strasse aufpassen, sondern auf der ganzen Länge der Überquerung.

Die Untersuchung zeigte, dass auf Strassen mit Mittelinsel weniger Personen auf der zweiten Fahrbahnhälfte verunfallen als auf Strassen ohne Mittelinsel. Das deutet darauf hin, dass eine Mittelinsel die Sicherheit verbessern kann.

Meist ist der Autofahrer schuld

Die Stadt Zürich und der Fachverband Fussgänger empfehlen deshalb, dass Passanten einen Zwischenstopp auf der Schutzinsel machen und sich vergewissern, dass die zweite Fahrbahnhälfte ebenfalls sicher zu überqueren ist.

Gemäss einer aktuellen Statistik der Beratungsstelle für Unfallverhütung sind bei schweren Unfällen auf dem Fussgängerstreifen in zwei Dritteln der Fälle die Autolenker schuld. In einem von fünf Fällen ist es der Fussgänger und in einem von sieben Fällen sind Passant und Autofahrer verantwortlich.

(jcu/sda)

(Erstellt: 13.11.2012, 07:50 Uhr)

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