Zürich

«Gerüchte mag ich nicht»

Von Tina Fassbind. Aktualisiert am 21.11.2011 7 Kommentare

Was machen eigentlich die drei Ständeratskandidaten vor dem zweiten Wahlgang? Zum Beispiel ihre Wäsche. Verena Diener gewährt uns Einblicke in ihren Alltag im Teil 1 der Serie «Kandidaten ganz privat».

1/17 8 Uhr an einem Freitagmorgen: Die amtierende Zürcher Ständerätin Verena Diener packt bei der Hausarbeit mit an. «Die Wäsche mache ich immer selbst. Und einen Tumbler brauchen wir nie. Wir hängen die Wäsche immer auf», hält sie fest. Einzig das Bügeln gibt sie in fremde Hände.
Bild: Tina Fassbind

   

Verena Diener (GLP, bisher)

Die 62-jährige Alt-Regierungsrätin vertritt Zürich seit 2007 im Ständerat. Im ersten Wahlgang machte sie mit 158'000 Stimmen das beste Resultat, verpasste aber das absolute Mehr um 15'000 Stimmen. Sie wird unterstützt von GLP, Grünen, EVP, CVP und BDP. (TA)

Das politische Profil von Verena Diener. Quelle: smartvote.ch

Die Serie

Am 27. November 2011 entscheidet das Zürcher Stimmvolk in einem zweiten Wahlgang darüber, wer den Kanton künftig im Ständerat vertreten soll. Drei Hauptkandidaten stellen sich zur Wahl: Die beiden bisherigen, Ständerätin Verena Diener (GLP) und Ständerat Felx Gutzwiller (FDP), sowie Christoph Blocher (SVP). In einer dreiteiligen Serie wollen wir in Erfahrung bringen, wie sie die Tage bis zum Wahlsonntag verbringen, welche politische Themen sie in Bern aufs Tapet bringen wollen und was sie als Mensch bewegt.

Feste Bestandteile der Serie waren ein Fragebogen, den alle drei schriftlich beantwortet haben, und eine Bildstrecke, in der ein Tag im Leben des jeweiligen Kandidaten gezeigt wird. Die Kandidaten konnten die Fotomotive selbst bestimmen. (tif)

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Korrektur-Hinweis

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Frau Diener, warum sollten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger ausgerechnet Sie in den Ständerat wählen?
Weil ich als Frau und langjährige, erfahrene Politikerin all diejenigen Menschen in unserem Kanton vertrete, denen Ökologie und Umweltschutz wichtig sind, die eine liberale Gesellschaftsordnung schätzen und die bereit sind, ihre soziale Mitverantwortung nicht im Giesskannensystem sondern gezielt als Unterstützung in eine grösstmögliche Rückkehr in die Eigenverantwortung sehen.

Welches sind die drei vordringlichsten Probleme im Kanton Zürich, die Sie in Bern aufs Tapet bringen möchten?
In der nächsten Legislatur muss der Neue Finanzausgleich (NFA) umgestaltet werden, damit der soziodemographische Ausgleich für die grossen Städte besser berücksichtigt wird und parallel dazu der wachsende Steuerwettbewerb zwischen den Kantonen eingeschränkt wird. Dann gilt es für die ganze Schweiz eine Raumplanung festzulegen, die mit griffigen Instrumenten der wachsenden Zersiedelung entgegentritt. Und als Drittes müssen für die Bahn dringend der Zimmerberg- und der Brüttenertunnel erschlossen werden.

Wie wollen Sie für die Interessen des Kantons im Ständerat kämpfen?
Ich werde diese Themen – wie schon in den letzten vier Jahren – mit Nachdruck einbringen und auch die Situation des Kantons Zürich erläutern. Vertrauen schaffen ist die beste Basis für eine Lösungsfindung und ich werde weiterhin über alle Parteigrenzen hinweg die Zusammenarbeit suchen und sicher auch finden.

Wie viel Geld geben Sie für den zweiten Wahlkampf aus?
Wir planen, nochmals 60'000 Franken zu investieren.

Zürich ist für Sie ...?
Zürich ist für mich eine wunderbare, vielfältige und lebendige Stadt, die mir ans Herz gewachsen ist.

Was ärgert Sie an Zürich?
Am Kanton Zürich ärgert mich die Zersiedlung und das Wachstum der Agglomerationen, die oft noch keine städtebaulichen Qualitäten aufweisen, obwohl sie in einigen Jahren architektonisch zur «Stadt» gezählt werden.

Und was lieben Sie an ihrem Heimatkanton am meisten?
Ich liebe die Vielfalt an Menschen, Lebensformen und die Offenheit für aktuelle Fragen.

Was zeigen Sie einem Besuch aus dem Ausland am liebsten im Kanton Zürich?
Meine alte Heimat: das Zürcher Weinland. Etwas vom landschaftlich Schönsten in unserem Land.

Gibt es ein Gerücht über Sie, das Sie zum Schmunzeln brachte?
Gerüchte mag ich generell nicht.

Mit welchen drei Adjektiven würde Sie ein guter Freund beschreiben?
Kürzlich hat mich ein Kollege auf diese Kurzform zusammengefasst: Emulgatorin mit Bodenhaftung und dem Blick auf Augenhöhe.

Wie möchten Sie der Nachwelt dereinst in Erinnerung bleiben?
Die Nachwelt soll sich wieder um ihre eigene Gegenwart kümmern. Meine Person wird da nicht von grosser Relevanz sein. Wenn sich aber noch jemand daran erinnert, dass da einmal eine grünliberale Ständerätin war, die ihren Grundsätzen treu geblieben ist und die sich für Nachhaltigkeit, Respekt und Menschlichkeit eingesetzt hat, dann würde ich mich angesprochen fühlen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 07.11.2011, 11:04 Uhr

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7 Kommentare

Toni Stadelmann

07.11.2011, 13:11 Uhr
Melden 8 Empfehlung

Ich bin ebenfalls offizieller Kandidat (von der Staatskanzlei erfasst, im IT-Programm Bülach aufgenommen) und finde mich ein bisschen verarscht. Da wird über die Waschküche von Frau Diener, über Feigen, Kräuter, Limetten und alles andere berichtet, nicht aber über die drei weiteren Kandidaten neben Diener-Gutzwiller-Blocher !!! Wir hätten es auch verdient, in den Medien gewürdigt zu werden !!! Antworten


Toni Stadelmann

07.11.2011, 19:25 Uhr
Melden 4 Empfehlung

@ChrisMeier. Genau so eine Politiker-Antwort! Keine Partei = Nichts wert. Sie wissen aber, dass nur 10% der Wählenden in einer Partei sind und weniger als 30% parteigebunden stimmen. Für Sie vermutlich ein unvorstellbares Bild, dass auch Parteilose (70% !!!) intelligent, kompetent, erfahren und fähig für höhere Weihen sein können ... Und diese das passive Wahlrecht wahrnehmen. Aber lassen wir das. Antworten



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