Gesetz entschärft Kampfhunde

Wochen vor der Abstimmung über das revidierte Hundegesetz steht fest: Allein das Provisorium zeigte Wirkung. Es werden weniger Kampfhunde gekauft und Verstösse nehmen ab.

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Vor bald drei Jahren hat ein Rudel Pitbull-Terrier den sechsjährigen Buben Süleyman zu Tode gebissen. Dieser Vorfall veränderte die öffentliche Wahrnehmung von Hunden radikal. Der Regierungsrat erliess provisorische Massnahmen, die solche Tragödien verhindern sollen. Vierbeiner mit Maulkörben gehören seither zum Stadtbild. Am 30. November soll nun über das revidierte Zürcher Hundegesetz abgestimmt werden, das diese Provisorien ablösen soll.

Mindestens 1200 Bissunfälle pro Jahr

Seit dem Frühjahr 2006 müssen Ärzte jeden Hundebiss melden, den sie behandeln. Ausserdem müssen Hunde vier gefährlicher Rassen einen Maulkorb tragen und an der Leine geführt werden. In diesen Punkten wird das revidierte Hundegesetz dem Provisorium ähnlich sehen, darüber hinaus verlangt es von Hundehaltern auch eine Reihe von präventiven Massnahmen.

Wie sich die Maulkorbpflicht bis jetzt ausgewirkt hat, lässt sich laut Kantonstierärztin Regula Vogel nur erahnen. Die Meldepflicht hingegen zeigt: Ungefähr 1200 Mal wird ein Mensch oder ein Tier durch einen Hundebiss pro Jahr im Kanton Zürich verletzt. Erwachsene werden vor allem an den Extremitäten gebissen, Kinder öfter ins Gesicht. Ob die Verletzungen seit Erlass der Maulkorb- und Leinenpflicht zurückgegangen sind, lässt sich laut Vogel noch nicht beurteilen. «Einerseits wissen wir nicht, wie gut die Meldepflicht eingehalten wird, andererseits muss diese Statistik über einen längeren Zeitraum erfasst werden, um eine Entwicklung zu belegen.»

«Es kommen weniger Jungtiere nach»

Im Kanton leben ungefähr 550 Hunde der betroffenen Rassen, schätzt Vogel. Davon müssen rund 400 einen Maulkorb tragen, die restlichen wurden durch eine Ausnahmebewilligung davon befreit. Laut Auskunft der Stadtpolizei ist die Anzahl Verzeigungen wegen Verletzungen der Maulkorb- und Leinenpflicht seit 2006 massiv zurückgegangen. Damals wurden 89 Hundehalter verzeigt, dieses Jahr waren es bisher nur 28.

Trotzdem, Vogel nimmt an, dass die Anzahl der maulkorbpflichtigen Rassetypen im Kanton sinkt. «Heute ist es teurer und aufwändiger, Hunde der vier betroffenen Rassen zu halten. Wir gehen davon aus, dass von diesen Rassen nun weniger Jungtiere nachgekommen sind.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.10.2008, 15:29 Uhr

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