Goldküstenexpress wird verschrottet

Für den traditionsreichen Vorläufer der heutigen S-Bahn hat das letzte Stündlein geschlagen.

Ein Bild aus besseren Zeiten: Ein Mirage-Zug - als er noch rot war und als modern galt - im Zürcher Hauptbahnhof.

Ein Bild aus besseren Zeiten: Ein Mirage-Zug - als er noch rot war und als modern galt - im Zürcher Hauptbahnhof.

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Bis vor kurzem hatten die SBB noch erwogen, die Mirages noch einige Jahre in einer anderen Region ausserhalb des Zürcher S-Bahn-Netzes einzusetzen (TA vom 17. April). Doch das hat sich jetzt zerschlagen, weil die Züge sehr unterhaltsintensiv sind. In einer anderen Region müssten die SBB zudem zuerst Lokführer speziell für die Mirages ausbilden. Nun werden die Züge vorerst einmal abgestellt und - solange sie noch fahrbar sind - als Zusatzzüge bei Grossveranstaltungen eingesetzt, bevor sie einer nach dem anderen in die Einzelteile zerlegt werden.

Die schnelle Mirage war der Vorläufer der heutigen S-Bahn: Dank ihres hohen Beschleunigungs- und Bremsvermögens konnten die SBB mit ihnen am rechten Seeufer ab 1968 erstmals einen Halbstundentakt mit stark verkürzten Fahrzeiten anbieten. Heute sind die 1996 renovierten, mittlerweile blau-crèmefarben bemalten Triebzüge vor allem auf der Linie der S 16 zwischen Meilen, Flughafen, Winterthur und Schaffhausen im Einsatz.

In den letzten Jahren waren die Mirages zunehmend reparaturanfällig geworden, und die SBB hatten immer mehr Mühe, Ersatzteile zu finden. Eine der verbliebenen 17 Kompositionen musste unlängst mit einem irreparablen Schaden stillgelegt werden. Bei den Passagieren sind die 40-jährigen Triebzüge wegen ihres ruckartigen Fahrverhaltens, des grossen Lärms und namentlich wegen der übel stinkenden Bremsen unbeliebt. Allzu viele Tränen wird der Verschrottungsentscheid der SBB somit nicht auslösen.

(klr/ta)

Erstellt: 26.09.2008, 07:07 Uhr

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