Grüner Geburtstag

Die Grünen des Kantons Zürich feiern am Wochenende ihr 30-jähriges Bestehen. Aus der Umwelt- wurde eine starke Linkspartei mit Sitz in allen kantonalen Parlamenten.

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Gegründet wurde die Grüne Partei des Kantons Zürich am 31. August 1978 als vierte grüne Gruppierung in der Schweiz nach jenen in Neuenburg, Waadt und Bern. Im Frühling 1983 schaffte die Partei nach den Diskussionen um das drohende Waldsterben den Einzug ins Kantonsparlament mit vier Mitgliedern.

Ein halbes Jahr später wurde dann mit dem Veterinärprofessor Arnold Müller der erste grüne Zürcher Nationalrat gewählt, der als Vater der Rothenthurm-Initiative zum Schutz der Moore galt.

Erdrutschsieg 1987

Nach dem Chemieunfall in Schweizerhalle und der Atomkraftwerk- Katastrophe von Tschernobyl erlebten die Grünen dann 1987 im Kantonsrat einen erdrutschartigen Erfolg. Sie vergrösserten ihre Abordnung auf Kosten praktisch aller übrigen Parteien von 4 auf 21 Mitglieder.

Auch bei den eidgenössischen Wahlen konnte die Partei zulegen und drei Mitglieder delegierten. In den 1990er Jahren verlor das Thema Ökologie an Bedeutung und die Grünen an Parlamentssitzen: 1999 blieben noch ein Nationalrats- und elf Kantonsratsmandate. Seither geht es wieder aufwärts mit der Partei. Derzeit sitzen 19 Mitglieder im Kantonsrat und 3 im Nationalrat.

Frauenpower

Die drei bekanntesten «grünen» Gesichter der letzten Jahr sind allesamt Frauen: Verena Diener war die erste Regierungsrätin und Monika Stocker die erste Zürcher Stadträtin der Grünen. Ihre Nachfolgerin in der Stadtregierung, Ruth Genner, war Präsidentin der Grünen Schweiz.

Aus dem Kreis der Grünen des Kantons Zürich national einen Namen gemacht hat sich auch Nationalrat Daniel Vischer. Neuerdings drängt sich der im letzten Herbst als «junger Grüner» in den Nationalrat gewählte Bastien Girod dank seiner «Offroader-Initiative» ins nationale Rampenlicht.

Diener ist heute Ständerätin, aber nicht mehr Mitglied der Grünen. 2004 verliess sie die Partei und gründete die Grünliberalen. Diese sind zwar weiterhin ökologisch engagiert, aber wirtschaftsfreundlicher ausgerichtet.

(tif/sda)

Erstellt: 29.08.2008, 15:50 Uhr

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