Hat der Mord etwas mit der neuen Wohnsituation zu tun?

Das Ehepaar, das verdächtigt wird, die 84-jährige Mutter des Sohnes umgebracht zu haben, wohnte vorübergehend bei der Mutter in Oberengstringen.

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Der 49-jährige Schweizer hatte am Mittwochabend kurz vor 19 Uhr die Einsatzzentrale der Kantonspolizei angerufen und gesagt, dass es seiner Mutter gesundheitlich nicht gut gehe. Der Notarzt rückte zu der Wohnung in Oberengstringen aus, konnte aber nur noch den Tod der Rentnerin feststellen. Die Obduktion ergab später, dass die 84-jährige Frau gewaltsam ums Leben gekommen war.

Offenbar war den Beamten schon vor Ort klar, dass es sich um einen ungewöhnlichen Todesfall handelte. Denn die Kantonspolizei verhaftete den Sohn und dessen 33-jährige Ehefrau noch vor Ort. Der Tatort ist eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in einer ruhigen Quartierstrasse in Oberengstringen.

Paar heiratete im letzten Dezember

Beim 84-jährigen Opfer handelt es sich um eine Witwe. Sie lebte seit dem Tod ihres Mannes vor zwei Jahren alleine in der Wohnung. Ihr Sohn, der Ende 2015 geheiratet hatte, lebte die letzten zwei Monate mit seiner 33-jährigen afrikanischen Ehefrau vorübergehend bei der Mutter.

Laut der Hausbesitzerin wollte das Paar auf den 1. April in die neue Eigentumswohnung des Sohnes in Unterengstringen ziehen. Da diese Wohnung aber noch nicht bezugsbereit war, wohnten sie kurzfristig mit der Mutter zusammen, um Geld zu sparen.

Die neue Wohnsituation, so die Vermutungen der Hausbesitzerin und eines weiteren Nachbarn, könnte ein Grund für das Tötungsdelikt gewesen sein. Denn die neue Ehefrau des Sohnes habe sich stark in den Haushalt eingemischt und der Schwiegermutter fast alle Arbeiten abgenommen. Sie habe der Rentnerin «ihre Persönlichkeitsrechte weggenommen», wie der Nachbar sagte. Sowohl der Nachbar als auch die Hausbesitzerin haben aber von der Rentnerin kein böses Wort über die neue Schwiegertochter gehört. Aber diese sei manchmal impulsiv gewesen.

Weder Schreie noch Schüsse gehört

Wie die 84-Jährige getötet wurde, ist nicht bekannt. Am Tatabend hatte im Haus niemand einen Schuss oder Schreie gehört. Wurde sie erstickt oder vergiftet? Klar ist, dass sowohl Mann als auch Frau als tatverdächtig gelten. Bei der Tat handelte sich um ein klares Tötungsdelikt. Der Staatsanwalt hat gegen beide Antrag auf Untersuchungshaft gestellt. Er geht also von einem dringenden Tatverdacht aus. Wie das Zwangsmassnahmengericht bezüglich U-Haft entschieden hat, ist noch nicht bekannt. Weitere Personen sind nicht in die Tat involviert.

Der Sohn arbeitete als Instruktor bei einer Landwirtschaftsmaschinenfabrik. Er war beruflich oft im Ausland. Nachbarn beschreiben ihn als sehr zurückhaltend. Er hatte seine Ehefrau erst vor kurzem kennen gelernt und die beiden heirateten im Dezember 2015. Zuvor wohnte er alleine in Oberengstringen in der Nähe seiner Mutter. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 30.01.2016, 16:04 Uhr)

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