Hausverbot für Teenager im Niederdorf
Von Tina Fassbind. Aktualisiert am 12.03.2010 9 Kommentare
Teenager müssen draussen bleiben: Im Barfüsser gilt eine Alterbeschränkung. (Bild: Tina Fassbind)
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Jedes Wochenende wird die Zürcher Innenstadt von Partygängern geflutet. Auch Teenager wollen es in ihrer Freizeit im Niederdorf krachen lassen, trinken gemeinsam mehr als einen über den Durst und nehmen dabei kaum Rücksicht auf ihre Umgebung.
Robin Rybin, der Betreiber des Restaurants Barfüsser an der Spitalgasse 14 im Zürcher Kreis 1, hat nun die Notbremse gezogen. Sein Lokal darf nur betreten, wer älter als 20 ist. «In letzter Zeit sind zu viele grössere Gruppen von Teenagern zu uns ins Lokal gekommen», sagt Rybin gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. «Das alleine ist natürlich noch kein Problem. Schwierig wird es, wenn sie anfangen, sich mit Wodka-Redbull zu besaufen. Dann werden sie laut und ausfällig, was sich mit den anderen Gästen nicht verträgt.»
«Die ‹Emos› sind eine echte Plage»
Die Massnahme habe er ergreifen müssen, weil er bisher ausschliesslich Schwierigkeiten mit den unter 20-Jährigen gehabt habe. «Wir wollen mit unserem Lokal ein älteres Publikum ansprechen», so Rybin, «das verträgt keine Teenager-Saufpartys.» Dass der Barfüsser immer häufiger von Teenagergruppen angesteuert wurde, führt er darauf zurück, dass auch andere Lokale eine Altersbeschränkung eingeführt haben. «Weil sie dort abgewiesen wurden, suchen sie eben weiter.»
Eine Zutrittbeschränkung gilt auch im Cranberry an der Metzgergasse 3. Geschäftsführer Michael Bieri macht ähnliche Erfahrungen wie die Betreiber des Barfüsser. «Die ‹Emos› sind eine echte Plage», sagt er. Von anderen Gastrobetreibern in der Nachbarschaft weiss er, dass sie ihr Lokal sogar mit Videokameras ausgestattet haben, weil die Probleme mit den Jugendlichen überhand nahmen.
Teenager und Alkohol: Probleme überall dieselben
Ernst Bachmann, Präsident des Gastgewerbeverbands des Kantons Zürich, sieht in den Altersbeschränkungen der Lokalbetreiber kein Problem. «Von Gesetzes wegen steht dem nichts im Wege. Das ist eine unternehmerische Entscheidung mit allen Vor- und Nachteilen, die sich daraus entwickeln können.» Dass wegen Teenagergruppen überhaupt ein Zutrittsverbot ausgesprochen werden musste, hört er allerdings zum ersten Mal. «Jugendliche und Alkohol – das ist immer problematisch. Auch beispielsweise rund um den Escher-Wyss-Platz», so Bachmann, «dass es nun auch im Niederdorf schwierig wird, ist mir neu. Und ich bin immer gut informiert.»
Auch die Stadtpolizei Zürich kann derzeit keine Verschärfung der Situation im Niederdorf erkennen. «Das Niederdorf ist eine Ausgangszone, wo viele Leute unterwegs sind – auch Jugendliche. Es kann gut sein, dass sie dort manchmal auffallen», sagt Polizeisprecher Tobias Brutschi, «Probleme verursachen sie deswegen nicht mehr als an anderen Ausgangszonen.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 12.03.2010, 15:38 Uhr
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9 Kommentare
Da gebe ich Ihnen absolut Recht. Es wäre schön, wenn diese Freiheit auch gelten würde für Gäste, die gerne zu Bier, zum Wein oder zum Kaffee eine Zigarette, einen Stumpen oder eine Cigarre, vielleicht auch eine Pfeife rauchen möchten und für Wirte, die ihnen das bieten möchten. Wenn es jemanden interessiert: ich bin seit 15 Jahren überzeugter, nicht aber fundamentalistischer Nichtraucher. Antworten
Diese Massnahmen sind auf jeden Fall sinnvoller als ein staatliches Rayon-Verbot. Jeder Wirt hat das Recht seine Zielgruppe auszusuchen. Wenn er mit seinen Masnahmen übers Ziel schiesst ist seine Beiz einfach leer. Also reguliert sich das selbst. Zudem ärgere ich mich auch immer öfter über saufende Teenies die Krawall machen. Hallo Eltern! Dürfen die eigentlich die ganze Nacht wegbleiben? Antworten
Wer sich nicht sozial kompatibel zu benehmen weiss, schliesst sich zwangsläufig selber aus. In einer freien Marktwirtschaft wird es sicher auch Unternehmen geben die bereit sind entsprechende Bars zu eröffnen für Teenager die sich volllaufen und die Sau rauslassen wollen. Jedem über 18-jährigen steht es ja frei selbst eine Bar aufzumachen für seine Altersgruppe. Antworten
Finde ich absolut ok! Genau so wie kinderwagenfreie Lokale, Orte mit Tenue- oder Verhaltensvorschriften etc. Jeder Wirt (=Unternehmer) hat doch das Recht zu defnieren, welche Zielgruppen er anspricht. Wenn dann der Laden leer bleibt, ist halt etwas im Konzept schiefgelaufen aber so ist das Leben. Antworten
@Ray Ban: Ich finde es nicht bedenklich, dass sich Gastrobetreiber für Ihre Gäste wehren, welche sich belästigt fühlen. Was ich jedoch bedenklich finde ist, dass es immernoch Leute gibt, welche solche Gruppen in Schutz nehmen und für Verständnis werben. Von Ausgrenzung kann da keine Rede sein. Antworten
Finde gut, dass an einigen Orten ein Mindestalter von 20 oder mehr gilt. Ich war als Jugendlicher auch ziemlich wild aber habe mich dann auch an entsprechenden Orten aufgehalten welche für Jugendliche waren. Mit mittlerweile über 30 habe ich keine Lust neben sich daneben benehmenden besoffenen Teenagern zu sitzen wenn ich in Ruhe einen Drink geniessen will..... Antworten




Hans Christian Müller
Mein als eigenständiger Kommentar um 17:07 Uhr erschienener Beitrag war eigentlich als Antwort zu Michael Peters Statement (14:11) gedacht. Nur so kann er auch richtig verstanden werden. Antworten