Heftige Abfuhr für Elternlobby
Aktualisiert am 06.02.2012 21 Kommentare
Dossiers
Artikel zum Thema
- Freie Schulwahl: «Experimente» unerwünscht
- Zürcher Regierung beantragt Ablehnung der freien Schulwahl
- «Leidet ein Schüler unter einem Lehrer, kann er wechseln»
- Wie Private eine Dorfschule retteten
- «Unglaublich, mit was für Kindereien sich Parlamentarier konfrontiert sehen»
- «Grüezi Frau Fiala»: Unia hält umstrittenes Video für legitim
- Ein erlösendes Goal
Stichworte
Etwas gesehen, etwas geschehen?
Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an
4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Die Initiative verlangt neben der freien Schulwahl ab der 4. Klasse innerhalb der öffentlichen Schulen auch die öffentliche Mitfinanzierung des Unterrichts an bewilligten Privatschulen. «Es gibt zu viele Schulabbrecher, zu viel unnötige Bürokratie», sagte Clarita Kunz, Sprecherin der Elternlobby Schweiz im Namen des Initiativkomitees.
Die Kinder würden in der Volksschule «in eine Schulart zwangseingewiesen», sagte Kunz. Ohne finanzielle Unterstützung der bewilligten Privatschulen hätten nur vermögende Eltern die Möglichkeit zu wählen. «Die Initiative würde zu einer entscheidenden Verbesserung im Schulwesen führen», sagte sie.
Im Rat stiess die Vorlage jedoch auf wenig Gegenliebe. Nur die EDU und einzelne SVP-Vertreter unterstützten das Begehren. Alle anderen äusserten grösste Vorbehalte.
Mehrkosten von 64 Millionen Franken
Das Parlament war sich einig, dass die Zürcher Volksschule «eine zentrale Institution für den gesellschaftlichen Zusammenhalt» darstellt, wie in mehreren Voten betont wurde. Sie sei ein Ort, wo Schülerinnen und Schüler unabhängig von Herkunft und sozialem Status Bildung erhielten.
«Die Initiative würde zu einer unerwünschten sozialen Trennung führen», sagte der Präsident der Kommission für Bildung und Kultur Ralf Margreiter (Grüne, ZH). Zudem würden für den Kanton Mehrkosten in der Höhe von rund 64 Millionen Franken entstehen. «Das ist nicht zu verantworten», sagte Margreiter.
Die freie Schulwahl führe zu einer Schwächung der Volksschule und zu einer Mehrklassengesellschaft. Quer durch die Parteien war man sich einig, dass es wichtiger sei, die Kräfte für eine starke Volksschule einzusetzen. Ausserdem wurden von allen Seiten auch die finanziellen Mehrkosten kritisiert.
FDP: Freie Schulwahl ab Sek-Stufe
Die FDP wollte mit einer Rückweisung an die Kommission die Ausarbeitung eines Gegenvorschlags erwirken, der eine freie Schulwahl ab Sekundarstufe vorsieht. «Auf Sek-Stufe gibt es heute schon diverse Wahlmöglichkeiten und Selektionen», argumentierte Sabine Wettstein (Uster). Der Antrag wurde mit 126 zu 34 Stimmen abgelehnt.
Das bisherige System habe sich bewährt, sagte Katrin Maeder (SP, Rüti). 90 Prozent der Schülerinnen und Schüler im Kanton würden die Volksschule besuchen. Es sei unfair, wenn suggeriert werde, die freie Schulwahl würde zu Qualitätsverbesserungen führen, sagte Corine Thomet (CVP, Kloten) an die Adresse der Initianten.
Auch die SVP sprach sich gegen die Initiative aus, «was aber nicht heisst, dass man mit der jetzigen Situation einverstanden ist», wie Rochus Burtscher (Dietikon) sagte. Die Volksschule müsse zuerst in Ordnung gebracht werden. Auch die Regierung lehnte den Vorstoss ab.
Chancenlos in anderen Kantonen
Ähnliche Volksinitiativen zu einer freien Schulwahl waren bereits in den Kantonen Baselland, Thurgau und St. Gallen abgelehnt worden. Im Kanton Solothurn hatte das Initiativkomitee sein Begehren zurückgezogen, nachdem es vom Kantonsparlament deutlich abgeschmettert worden war.
(ep/sda)
Erstellt: 06.02.2012, 15:22 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
21 Kommentare
Schade, dass die freie Schulwahl so verpönt ist. Unsere Tochter brachten wir, nachdem wir schlechte Erlebnisse mit einer geltungssüchtigen Lehrerin hatten zur Rudolf-Steiner-Schule. Das ist keine elitäre Schule, sondern den Kindern wir der gleiche Stoff etwas sanfter vermittelt. Am Ende der Schulzeit müssen sie dasselbe können. Nur für die Volksschullehrer ist das natürlich gefährliche Konkurrenz. Antworten
Sind wir doch ehrlich es gibt zwei Arten von Privatschulen teure und religiöse. (Die Schulen des Anthroposophen Rudolf Steiner gehören durchaus auch in die zweite Kategorie) Wer will das ihre Kinder lernen das die Erde vor 6000 in 7 Tagen erschaffen wurde aber dann, wegen keine Ahnung, in einem Anflug von Rebellentum von ihrem Schulschatz geschwängert werden, soll selber bezahlen. Antworten

Bitte warten
