Zürich

Hier lauern die Gefahren für Velofahrer

Von Felix Schindler. Aktualisiert am 14.06.2010 32 Kommentare

Die Leser von Tagesanzeiger.ch sagen, wo sie sich als Velofahrer besonderen Gefahren ausgesetzt sehen. Aus über 110 Kommentaren entstand eine Gefahrenkarte für Velofahrer mit 20 Hotspots.

Die roten Punkte zeigen, wo sich die Leser von Tagesanzeiger.ch Gefahren ausgesetzt sehen.


Artikel zum Thema

Polizei sucht weiterhin Zeugen

Der Hergang des tödlichen Unfalls vom vergangenen Donnerstag ist noch nicht geklärt. Die Polizei hat vereinzelte Hinweise erhalten, sucht aber weitere Zeugen, die den Unfall beobachtet oder Angaben zum Verhalten der Radfahrerin und des LKW-Fahrers machen können: 044 411 71 17.

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Am vergangenen Donnerstagmorgen wurde eine 48-jährige Velofahrerin am Stauffacherquai bei einem Verkehrsunfall getötet. Die Stelle ist aus Sicht von zahlreichen Politikern besonders gefährlich: Der Radstreifen verläuft zwischen zwei Autospuren. Der grüne Nationalrat und Velofahrer Bastien Girod etwa bezeichnete die Verkehrsführung als «sehr ungünstig».

«Es ist fast überall gefährlich»

Anders sieht das die Stadt. In den letzten sieben Jahren sei es in diesem Bereich zu keinem Unfall mit Velobeteiligung gekommen, sagt Heiko Cicieri von der Dienstabteilung Verkehr vergangene Woche zu Tagesanzeiger.ch. Es gebe grundsätzlich keine eigentlichen Brennpunkte in der Stadt Zürich. «Die Dienstabteilung Verkehr hatte Unfälle mit Velos aus mehreren Jahren auf einer Stadtkarte eingezeichnet. Sie waren auf der ganzen Stadt verteilt, unabhängig davon, ob es an den Unfallorten Velostreifen hatte oder nicht», sagte Ciceri.

Aus Sicht der Leser gibt es sehr wohl Stellen, die an denen sie regelmässig Gefahren ausgesetzt sind. Über 110 Leser sind einem Aufruf gefolgt, zahlreiche haben geschildert, wo und in welchen Situationen sie Velofahren als Risiko erleben. «Wo soll man denn da beginnen? Der Stadt fehlt es an einem guten Velokonzept. Es ist fast überall gefährlich», schreibt Markus Daniel. Aus den präziseren Wortmeldungen ist eine Gefahrenkarte mit 20 Hotspots entstanden, die auch in Zukunft ergänzt werden kann.

Unfallhergang ist noch nicht geklärt

An der äusserst kontrovers geführten Diskussion in der Kommentarspalte fiel allerdings weiter auf: Die Mehrheit der Kommentarschreiber sieht nicht etwa die Verkehrsführung als Gefahr im Strassenverkehr an, sondern die Velofahrer selbst. «Sie missachten grundlegende Verkehrsregeln und wundern sich, warum Sie angefahren werden», schreibt etwa Marco Keller. Ausser ihm machen noch Dutzende Leser ihrem Ärger Luft. «Immer wieder sehe ich in der Stadt mit eigenen Augen, dass zum Beispiel Rotlicht oder Stop für Velofahrer schlicht nicht existieren», sagt Kurt Müller. «Die Velo-Fahrer sollen endlich mal erwachsen werden und sich den Folgen bewusst werden, welche sie auch mit ihrem eigenen Tod beim anderen Verkehrsteilnehmer verursachen», findet Daniel Hofmann.

Diese Leser scheinen bei ihrem Ärger über Velofahrer vernachlässigt zu haben, dass die Schuldfrage beim tödlichen Unfall am Stauffacherquai noch nicht geklärt ist. Die Polizei hat inzwischen vereinzelte Hinweise erhalten, der genaue Hergang ist nach wie vor im Dunkeln. Deshalb sucht die Stadtpolizei (044 411 71 17) weitere Zeugen, die den Unfall beobachtet oder Angaben zum Verhalten der Radfahrerin und des LKW-Fahrers machen können. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.06.2010, 13:40 Uhr

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32 Kommentare

Hans Dolder

14.06.2010, 13:59 Uhr
Melden

Wie wär's, wenn sich ein Teil der Velofahrer an die gesetzlichen Vorschriften halten würde? Leider sieht man täglich Leute, die sich an nicht's halten und sich noch im Recht fühlen. Es herrscht hier oft ein undiszipliniertes Chaos, das in deutschens Städten unvorstellbar wäre. Für was haben wir eigentlich eine Verkehrspolizei? Antworten


Mar Frutiger

14.06.2010, 14:06 Uhr
Melden

Es ist überall gefährlich oder kann es überall sein - man wird überall (viel) zu eng überholt, es werden Vortritte von Radfahrern auf Hauptverkehrsachsen missachtet, etc.. Aussagen wie "welche sie auch mit ihrem eigenen Tod beim anderen Verkehrsteilnehmer verursachen" finde ich darum nur zynisch, im Stil: "Er hatte die Frechheit, sich durch mich töten zu lassen." Antworten



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