«Hirnverbrannt» – Ester Maurer schwächt Kraftausdruck ab

Vor dem für Freitag geplanten Massenbesäufnis in Zürich verstieg sich Polizeivorsteherin Ester Maurer zum Ausdruck, das sei «im Hirn oben krank». Später nahm sie das zurück.

«Im Hirn oben krank»: Esther Maurer verurteilt die Botellónes mit unbarmherzigen Worten. (Bild: key)

«Im Hirn oben krank»: Esther Maurer verurteilt die Botellónes mit unbarmherzigen Worten. (Bild: key)

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Es sei das erste Mal in Zürich, dass sich Menschen an einem bestimmten Ort einfinden wollten, um dort möglichst schnell möglichst viel Alkohol zu trinken, sagte Maurer am Donnerstag gegenüber «Radio 1». Für sie sei dies «im Hirn oben krank».

Maurer relativierte die Äusserung später. Sie habe nicht pathologisieren wollen, sondern eigentlich den Ausdruck «hirnverbrannt» gemeint, erklärte der Sprecher der Stadträtin am Abend. Die Stadt bot 90 Zivilschützer unter anderem auch für den Botellón auf.

Rückzug des Organisators

Der 17-jährige Organisator des Zürcher Massenbesäufnisses hat sich aufgrund des öffentlichen Drucks bereits vor zwei Wochen zurückgezogen. Auf seiner Seite auf Facebook teilte er mit, dass er den Aufruf nicht mehr verantworten könne.

Hunderte Jugendliche antworteten, dass sie den Freitagabend dennoch am vereinbarten Ort verbringen werden. Der Zürcher Stadtrat äusserte seine Missbilligung: Komatrinker müssten die Kosten für medizinische Betreuung selber berappen. Die Polizei werde störende Minderjährige zudem in Gewahrsam nehmen und «kostenpflichtig ihren Eltern zuführen».

Chur ebenfalls betroffen

Auch in Chur erwartet die Polizei nach einem Aufruf im Internet ein Massenbesäufnis Jugendlicher am Samstagnachmittag. Es sei nicht verboten, wenn sich Leute träfen, um etwas zu trinken, sagte Polizeikommandant-Stellvertreter Roland Hemmi.

Die Polizei werde bei Sachbeschädigungen oder Littering einschreiten. Per Gesetz zum Eingreifen verpflichtet ist sie nach Mitternacht. Das revidierte Churer Polizeigesetz verbietet seit dem 1. Juli zwischen 00.30 und 07.00 Uhr den Alkoholkonsum auf öffentlichem Grund.

In Bern nicht toleriert

In Bern stiess ein für Samstag geplantes Botellón auf Ablehnung bei der Gemeindeexekutive. Sie will das Massentrinken auf öffentlichem Grund nicht tolerieren. Es obliege der Polizei, die geeigneten Massnahmen einzuleiten. Stadtpräsident Alexander Tschäppät bezeichnete das Botellón als gesundheits- und imageschädigend.

Abgesagt wurde ein für Mitte September geplantes Botellón in Neuenburg. Der Organisator habe nach einer Diskussion mit der Polizei auf den Aufruf verzichtet, sagte der Neuenburger Polizeikommandant. Am vergangenen Wochenende fand in Genf bei schlechtem Wetter ein Massentrinken mit rund 300 Teilnehmern statt. In Lausanne hatte die Polizei ein Botellón verboten. (fsc/sda)

Erstellt: 28.08.2008, 19:06 Uhr

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