Zürich

Hochhaus steht auf wackligem Grund

Von Christian Brütsch. Aktualisiert am 16.11.2011 18 Kommentare

Kurz vor der Abstimmung über das Mammutprojekt in Dübendorf ist publik geworden, dass die Firma, die dahinter steht, betrieben wird. Sie hat Schulden in Millionenhöhe bei über 70 Gläubigern.

Das geplante Hochhaus wäre ein markantes Eingangstor zu Dübendorf. (Bild: PD)

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Das Timing dieser Enthüllung hat es in sich: In wenigen Tagen entscheidet Dübendorf an der Urne über das Schicksal seines Prestigeprojekts, eines 114 Meter hohen Turms im TetrisLook, der sich nicht einmal vor dem Zürcher Prime Tower zu verstecken braucht. Und ausgerechnet jetzt werden Informationen publik, die ein schiefes Licht auf das Unternehmen werfen, das hinter dem umstrittenen Bauvorhaben steht.

Laut Informationen, die dem «Zürcher Oberländer» vorliegen, laufen gegen den Arealentwickler K-Werkstatt von Angelo Labate Betreibungen in Millionenhöhe. Über 70 Gläubiger fordern insgesamt 8,6 Millionen Franken ein. Labate selbst wollte gestern keine Stellung dazu nehmen. Er befinde sich kurz vor dem Abflug ins Ausland und sitze schon im Flugzeug. Bekannt ist nur, dass sich seine Firma gegen die meisten der Betreibungen mit juristischen Mitteln wehrt.

Die Stadt erfuhr es erst kürzlich

Der K-Werkstatt gehört nicht nur das Land, auf dem sich der Turm dereinst erheben soll, sie hat zusammen mit der Stadt Dübendorf auch den Gestaltungsplan entwickelt, der für ein Projekt mit diesen Dimensionen nötig ist. Neben dem Hochhaus umfasst dieser mehrere weitere Grossbauten rund um die Haltestelle Giessen der Glattalbahn. Kosten soll das Ganze laut einer Grobschätzung 550 Millionen Franken.

Weil von links-grüner Seite das Referendum gegen den Gestaltungsplan ergriffen wurde, kommt dieser am 27. November zur Abstimmung. An diesem Datum wird laut dem Dübendorfer Stadtpräsidenten und Neo-Nationalrat Lothar Ziörjen (BDP) nicht gerüttelt, ungeachtet der Betreibungen gegen K-Werkstatt. Man habe erst vor kurzem davon erfahren und sofort rechtliche Abklärungen eingeleitet. Das Resultat: «Für die Stadt und den Gestaltungsplan ändert sich nichts.» Der Plan beziehe sich auf das Grundstück, die privatrechtliche Situation des Landeigentümers tue da nichts zur Sache.

Investoren kommen mit dem rechtskräftigen Gestaltungsplan

Ziörjen, der sich öffentlich für den Gestaltungsplan einsetzt, ist überzeugt: Sobald dieser einmal rechtskräftig ist, finden sich auch Investoren, die das Areal entwickeln werden – ob mit dem aktuellen Grundeigentümer oder mit einem Nachfolger, spiele keine Rolle.

Angelo Labate, der Gründer von K-Werkstatt, hatte sich vor einer Woche noch an einem Podium für sein Projekt starkgemacht. Schon dort schlug ihm vonseiten der Hochhaus-Gegner einiges Misstrauen entgegen. Diese wollten seinen Versprechungen partout keinen Glauben schenken.

«Ein nachhaltiges Projekt»

Labate hatte versucht, die Kritik am Bauvorhaben zu entkräften, indem er zum Beispiel einen höheren Wohnanteil in Aussicht stellte, als er laut Gestaltungsplan anbieten müsste. Auch die Parkplatzzahl sei gegenüber den ersten Berechnungen reduziert worden, um die Verkehrssituation auf der Zufahrtsstrasse zu entschärfen. Er strebe ein nachhaltiges Projekt an, in dem Bewohner jeden Alters, aber auch Gewerbetreibende Platz fänden.

Falls der Gestaltungsplan am 27. November an der Urne durchfällt, hiesse es allerdings: zurück auf Feld eins. "«Wir stimmen ab. Für den Gestaltungsplan tut die privatrechtliche Lage des Landeigentümers nichts zur Sache.» Lothar Ziörjen, Stadtpräsident (BDP)" Powered by © Tages Anzeiger (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 16.11.2011, 07:17 Uhr

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18 Kommentare

Markus Döbeli

16.11.2011, 08:22 Uhr
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Genau Herr Ziörjen, schön Werbung machen für den Bau des Towers, wie viel verdient Ihr Architekturbüro bei diesem Geschäft? Genau dasselbe könnte man Sie auch im Bezug auf den geplanten Innovationspark in Dübendorf fragen, warum Sie sich so vehement gegen eine gemeinsame Nutzung mit dem Flugplatz wehren... Antworten


Daniel Ruf

16.11.2011, 08:03 Uhr
Melden 25 Empfehlung

Kein Wunder bei der Firma! Labate ist bekannt wie ein bunter Hund !
Das sich überhaupt noch ein Handwerker findet, der mit diesem dubiosen Herrn zusammenarbeitet grenzt an ein Wunder.
Im Aargau gibt es mindestens 20 Ex-Kunden, welche ihn ohne zu zögern sofort und für immer auf den Mond oder noch weiter weg schiessen würden.
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