«Ich fühlte mich völlig hilflos»
Interview: Felix Schindler. Aktualisiert am 22.01.2011 12 Kommentare
Infobox
Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtete gestern live vom prominentesten SVP-Anlass des Jahres. Lesen Sie hier nach, was SVP-Stratege Christoph Blocher und Bundesrätin Micheline Calmy-Rey sagten.
Bildstrecke
Artikel zum Thema
- «Wir sind hier, um mit Worten zu kämpfen, nicht mit Fäusten»
- «Widerstand tut Not»
- Video: Krawalle vor Albisgüetli-Tagung
Stichworte
Sie wurden gestern von Chaoten niedergeschlagen. Wie geht es Ihnen heute? Ich bin zuhause, es geht mir den Umständen entsprechend gut. Ich habe Atembeschwerden, weil ein paar Rippen geprellt sind. Das wird ein paar Wochen dauern. Ausserdem habe ich ein paar Blutergüsse und eine kleine Platzwunde auf der Nasenwurzel.
Das ist die medizinische Seite. Was geht in Ihrem Inneren vor? Ich habe eine dicke Haut. Ich leide nicht unter dem, was passiert ist. Aber ich stelle fest, dass das eine neue Stufe der Gewalt aus diesen Kreisen ist. Früher sind die Chaoten mit dumpfer Gewalt gegen Sachen vorgegangen. Dass man heute auch Personen angreift, das ist eine neue Dimension. Das ist nicht tolerierbar, der Staat muss das sofort unterbinden.
Sie gelten als Provokateur in der Politik. Glauben Sie, dass sich die Attacke gezielt gegen Sie gerichtet hat? Ich glaube nicht. Ich nehme an, das richtete sich gegen Exponenten der SVP.
Was haben Sie eigentlich bei den Chaoten gewollt? Es war ja bekannt, dass es vor dem Albisgüetli zu Störaktionen kommen wird. Ich habe mein Auto in der Nähe des Strassenverkehrsamts geparkt und wollte zu Fuss bis zum Albisgüetli. Ich habe nicht erwartet, dass das zum Problem werden könnte. Die Polizei war nicht weit, andere Leute gingen auch dort entlang. Ich war schon fast an den Autonomen vorbei, als ich jemanden rufen hörte: «Da kommt der Fehr.»
Wie hat die Auseinandersetzung angefangen? Es gingen drei oder vier Leute völlig unvermittelt auf mich los. Sie haben einfach auf mich eingeschlagen, mit Fäusten und Füssen. Dass ich mich befreien konnte, habe ich nicht zuletzt einigen jungen Frauen zu verdanken, die interveniert haben. Sie gehörten auch zu den Leuten, haben die Schläger aber angeschrien und gesagt, sie sollten aufhören.
Sie werden in den Medien mit der Aussage zitiert, Sie hätten geschossen, wenn Sie eine Waffe gehabt hätten. Damit begeben Sie sich auf dünnes Eis. Ich bin nicht sicher, ob ich das gestern so gesagt habe. Ich war in Todesangst und fühlte mich völlig hilflos. Ich hätte gewünscht, ich hätte mich irgendwie verteidigen können. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 22.01.2011, 11:20 Uhr
Kommentar schreiben
12 Kommentare
Jetzt muessen nur noch ein paar linke Politiker angegriffen werden. Am besten aus verschiedenen Parteien. Dann wird endlich eine harte Grundlage gegen Gewalttaetige geschaffen. Grundlagen welche diese nicht bis zum naechsten Wochenende wieder auf die Strasse setzen und andere Personen in Gefahr bringen! Antworten
Nach der Ausschaffungsinitative gab es in der WoZ ein Interview, in dem der Befragte (den Namen muss ich noch recherchieren) zur "Bandenbildung" ermunterte. Was er damit meinte, hat er verständlicherweise im Unklaren gelassen, aber ich habe mir meine Dinge gedacht. Offenbar haben einige seine Aufforderung auch ohne Erklärung so verstanden, wie ich es befürchtete... Antworten



