«Ich verbringe mehr Zeit mit Administrativem, als mit Grippe-Patienten»

Von Maria Rodriguez. Aktualisiert am 09.11.2009 13 Kommentare

Die Auslieferung des Impfstoffs gegen Schweinegrippe ist angelaufen. Die Verteilung der Impfdosen ist eine logistische Knacknuss. Hausärzte klagen über zu grossen administrativen Aufwand.

In Deutschland längst angelaufen: Die Schweinegrippe-Impfung.

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Bild: Keystone

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140'000 Impfdosen werden ab heute im Kanton Zürich verteilt. 40'000 davon sind für Kinder bestimmt. Zuerst werden die Spitäler beliefert, danach folgen das Zentrum für Reisemedizin und die Hausärzte. Wer sich bei seinem Arzt gegen die Schweinegrippe impfen lassen will, kann das aber wohl erst nächste Woche tun. Der Grund: Die Verteilung des H1N1-Impfstoffes ist eine logistische Herausforderung: «Die Impfdosen werden in 500er-Packungen geliefert. Diese müssen in Handarbeit umgepackt werden. In jedes Paket kommen zwei Flaschen mit Antigen und Wirkstoffverstärker, zehn Spritzen, eine Anleitung, ein Temperatur-Logger», erklärt Urs Rüegg, Kommunikationsleiter der Zürcher Gesundheitsdirektion die Verzögerung. Er rät darum, erst auf nächste Woche einen Impftermin zu vereinbaren.

Hausärzte klagen über administrativen Aufwand

Allein für die rund 3500 Arztpraxen im Kanton Zürich müssen bis zu 10'000 Kühlpakete verschickt werden. Für viele Hausärzte ist das Warten mühsam: «Es rufen sehr viele verunsicherte Patienten an, die nicht wissen, ob sie sich impfen lassen sollen. Es wäre bequem, ich hätte jetzt schon die Impfdosen», sagt ein Zürcher Hausarzt auf Anfrage. Viel mehr als die späte Lieferung ärgert ihn aber die ganze Administration, welche ein Hausarzt wegen der Schweinegrippe zu erledigen hat: «Wir wissen zum Teil nicht mehr als in der Presse steht. Vom BAG bekommen wir zwar Informationen, die sind aber sehr ausführlich und redundant. Ich verbringe mehr Zeit mit Administration als mit Grippepatienten», so der Hausarzt weiter.

Risikopatienten im Unispital willkommen

Risikopatienten steht ab Mitte Woche das Zentrum für Reisemedizin (Hirschengraben 84) offen. Der Impfstoff im Unispital wird aber in erster Linie für interne Zwecke gebraucht: «Das Universitätsspital Zürich wird die Mitarbeitenden und gleichzeitig die Risikopatienten aus den Polikliniken impfen. Daneben werden sich auch Risikopatienten ohne Hausarzt bei uns impfen lassen können», sagt Petra Seeburger von der Unternehmenskommunikation. Am Triemlispital laufen zurzeit Abklärungen, wie und für wen der Impfstoff genau eingesetzt werden soll.

Auch die Arztstation Permanence am Zürcher Hauptbahnhof hat zurzeit viele Anfragen von Leuten, die sich impfen lassen wollen. Der Impfstoff sei bestellt und könnte noch diese Woche eintreffen. Allerdings sei noch nicht klar, ob man nur Risikopatienten impfe, oder auch andere. Das hänge davon ab, wie viel Impfstoff man bekomme, erklärt eine Mitarbeiterin auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.11.2009, 16:05 Uhr

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13 Kommentare

Urs Huggentobler

09.11.2009, 08:30 Uhr
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Wenn sich die meisten der Arbeitenden erst im Dezember impfen lassen kann, besteht der Impfschutz ab Weihnachten. Dann ist die Pandemie längst vorbei und die Impfung überflüssig. Einmal abgesehen davon, dass die saisonale Grippewelle erst im Januar/Februar kommt und die Schweinegrippeimpfung hierfür nicht schützt. Was soll das ganze also, da die Todesrate bei "normaler" Grippe sowieso höher liegt? Antworten


Marina Müller

09.11.2009, 08:57 Uhr
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Stell Dir vor, der Impfstoff ist da und niemand geht hin! Mich nervt diese Berichterstattung und der Umgang mit dem Thema Schweinegrippe. Für den Schutz vor der Schweinegrippe ist s zu spät, wenn man jetzt impft. Darin sind sich scheinbar die Experten einig. Aber der Rubel muss rollen; die Pharma hat ins Geschäft investeriert und will jetzt auch kassieren. Und die Medien helfen tiptop mit! Antworten



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