Zürich

«Ich werde wieder antreten. Warum auch nicht?»

Von Felix Schindler, Tina Fassbind. Aktualisiert am 23.10.2011 30 Kommentare

Kandidaten, Präsidenten der Zürcher Kantonalparteien und Politologen verfolgten im Zürcher Medienzentrum die Wahlen. Tagesanzeiger.ch/Newsnet besprach mit ihnen laufend Hochrechnungen und Ergebnisse.

1/12 Ständeratskandidat Christoph Blocher bei seiner Ankunft im Medienzentrum. Er will auf jeden Fall nochmals antreten.
Bild: Tina Fassbind

   

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

  • 19.00  

    Die Gewinner und Verlierer der Ständeratswahl

    Die bisherige grünliberale Ständerätin Verena Diener machte am Sonntag das beste Resultat der neun Kandidierenden. Sie holte 157'945 Stimmen und verpasste damit das absolute Mehr von 173'162 um 15'217 Stimmen.

    Gemäss dem provisorischen Schlussresultat nach Auszählung sämtlicher 185 Zürcher Gemeinden und Wahlkreise ist hinter Diener der bisherige Ständerat Felix Gutzwiller mit 153'548 Stimmen platziert.

    Bereits deutlich zurück auf dem dritten Platz liegt Herausforderer Christoph Blocher (SVP) mit 131'041 Stimmen. Wie Gutzwiller und Diener verspricht auch Blocher, am 27. November erneut anzutreten. Seine Chancen werden von Wahlbeobachtern allerdings als äusserst gering eingeschätzt.

    Keine Chance hatten die linksgrünen Kandidaten: Thomas Hardegger (SP) belegt mit 72'727 Stimmen den vierten Platz, gefolgt von Balthasar Glättli (Grüne) mit 68'036 Stimmen.

    Die Wahlbeteiligung lag bei 46,65 Prozent. Der zweite Wahlgang findet am 27. November statt. Dass dabei beide Bisherigen noch einmal antreten müssen, ist im Kanton Zürich eine Premiere. (sda)

  • 18.35  

    SP-Kandidat steht nicht für zweiten Wahlgang zur Verfügung

    «Wir konnten ausserhalb unseres Lagers keine Stimmen holen» – so lautet das Fazit des SP-Ständeratskandidaten Thomas Hardegger. Vor allem gelte es, eine Wahl Christoph Blochers in den Ständerat zu verhindern.

  • 18.05  

    Blocher sorgt für Aufregung im Medienzentrum

    Kurz vor 18 Uhr ist SVP-Ständeratskandidat Christoph Blocher im Medienzentrum am Stampfenbachplatz eingetroffen. «Selbstverständlich werde ich wieder antreten. Warum auch nicht?», sagt er den anwesenden Journalisten.

    Die Aufregung war gross, als der SVP-Mann vor die Medien trat. Sofort bildeten sich Menschentrauben um den Politiker.

  • 17.31  

    Glättli tritt nicht mehr an

    «Ich bin sehr zufrieden mit dem Ausgang der Wahlen», sagt Balthasar Glättli, Ständeratskandidat der Grünen im Kanton Zürich, gegenüber Tagesanzeiger.ch. Er konnte 68'036 Stimmen für sich gewinnen und liegt damit auf dem fünften Platz hinter SP-Mann Thomas Hardegger.

    Enttäuscht zeigte er sich jedoch darüber, dass «das positive Echo meines Wahlkampfes nicht auf die ganze Partei abgefärbt hat». Bisher liegen die Grünen bei den Nationalratswahlen mit knapp 9 Prozent auf Rang fünf.

    Antreten werde Glättli sicher nicht mehr, wie er versichert. «Ich will nicht dazu beitragen, dass Christoph Blochers Resultat beim zweiten Wahlgang besser wird.» Eine Wahlempfehlung wolle er jedoch nicht abgeben. An wen seine Stimmen gehen sollen, werde an der morgigen Mitgliederversammlung der Grünen entschieden.

  • 17.14  

    Urs Hany: «Die Wähler haben gesagt, was sie wollen»

    Der CVP-Kandidat Urs Hany hatte nicht den Hauch einer Chance für eine Wahl ins Stöckli. Er erhielt gut 20'000 Stimmen, das absolute Mehr liegt bei 173'000 Stimmen. «Die Wähler haben gesagt, was sie wollen.» Das seien einerseits die beiden Bisherigen, andererseits wollten sie Christoph Blocher verhindern, sagt Hany.

    Urs Hany ist enttäuscht über sein schlechtes Resultat. «Die drei Alphatiere haben das Rennen unter sich ausgemacht. Da war für uns kein Platz mehr.» Er gehe davon aus, dass er nicht mehr antritt, wie er gegenüber den Medien sagte.

  • 16.46  

    Diener: «Es ist ein grosser Vertrauensbeweis»

    Mittlerweile ist auch Verena Diener, Ständeratskandidatin der GLP, im Medienzentrum eingetroffen. Sie sieht im guten Abschneiden ihrer Partei einen Vertrauensbeweis der Stimmberechtigten. «Es ist eine grosse Freude, aber auch eine Verpflichtung für uns, die Erwartungen der Wählerinnen und Wähler zu erfüllen», betont sie in einer ersten Stellungnahme gegenüber den Medien.

    Bezüglich ihrer Chancen, beim zweiten Wahlgang erneut in den Ständerat gewählt zu werden, ist sie zuversichtlich, aber auch vorsichtig. «Wir werden erst am Sonntag des nächsten Wahltags wissen, wer gewählt ist.»

  • 16.35  



    Kathy Ricklin von der CVP muss mit dem Schlimmsten rechnen. Dem CVP-Kandidaten Urs Hany werden voraussichtlich über 150'000 Stimmen für den Einzug ins Stöckli fehlen. Auch bei den Nationalratswahlen wird die CVP im Kanton Zürich Federn lassen. Einziger Trost: Ricklin selbst wird mit einem guten Resultat wiedergewählt.

  • 16.19  



    Felix Gutzwiller schafft die Wahl ins Stöckli nicht auf Anhieb, äussert sich dennoch sehr zufrieden über sein Abschneiden: «Ich habe offensichtlich eine breite Unterstützung und bin sehr optimistisch, dass es im zweiten Wahlgang klappt.»

  • 15.57  

    «Es sieht wirklich gut aus»

    Tiana Angelina Moser von der Grünliberalen Partei Kanton Zürich ist hoch erfreut über das bisherige Abschneiden der GLP. «Insbesondere der leichte Zuwachs, der sich in den Landgemeinden abzeichnet, ist erfreulich.»

  • 15.19  

    Es kommt zum zweiten Wahlgang

    Geht es nach den Hochrechnungen, hat keiner der Kandidaten eine Chance, im ersten Wahlgang gewählt zu werden. Das sagt Peter Moser vom Statistischen Amt des Kantons Zürich.

  • 14.48  

    Sorgen bei der SVP

    Alfred Heer, Präsident der SVP Kanton Zürich, blickt besorgt auf die aktuellen Zahlen. «Im Moment ist die Situation für uns natürlich nicht erfreulich», konstatiert er. «Jetzt müssen wir abwarten, wie sich die Agglomerationsgemeinden entscheiden. Dort haben wir in der Vergangenheit tendenziell gut abgeschnitten.»

    Erfreulich sei jedoch das gute Abschneiden von Natalie Rickli. «Sie hat in den vergangenen vier Jahren gute Arbeit geleistet. Das zahlt sich jetzt aus. Auch der Jugendbonus ist natürlich ein Plus. Die jüngeren Kandidaten ziehen eher nach oben, während die älteren Kandidaten bisher schlechter abschneiden.»

  • 13.42  

    Politologen prognostizieren Blocher im zweiten Wahlgang einen schweren Stand
    Für den Politologen Michael Herrmann ist einer der Favoriten im Kampf um die beiden Ständeratssitze so gut wie ausgeschieden. «Für Christoph Blocher ist es gelaufen. Er hätte jetzt mindestens an zweiter Stelle sein müssen.» Tatsächlich sagen ihm die Hochrechnungen jedoch das drittbeste Ergebnis voraus, mit dem es ihm – wenn überhaupt – erst in einem zweiten Wahlgang ins Stöckli reichen könnte. Dann würde ihm Herrmann allerdings bescheidene Chancen einräumen.

    Dass es zu einem Wahlgang kommt, steht inzwischen fest, wie das Wahlbüro mitteilt.

    Politologe Andreas Ladner ist indes nicht überrascht über das Abschneiden von Christoph Blocher. «Er hat nur die Stimmen der SVP hinter sich.» Dafür zeige sich jetzt, dass mitte-links «strategisch» gewählt habe, also mehr Wert darauf legte, Blocher zu verhindern als den Kandidaten von SP und Grünen ein gutes Resultat zu bescheren. «Die Stimmen, die Hardegger und Glättli fehlen, sind zu Diener und Gutzwiller gegangen.»

    (Bild: Politologe Michael Herrmann)

  • 13.00 Uhr  

    Zürckhaltung bei den Bürgerlichen
    Die meisten Präsidenten der Zürcher Parteien verfolgen im Medienzentrum Walchetrum die Hochrechnungen und den Stand der Auszählungen. Auch die Ständeratskandidaten werden sich hier im Laufe des Tages den Fragen der Medienschaffenden stellen. Christoph Blocher hat auf 18 Uhr einen Besuch angekündigt.

    Während sich Tiana-Angelina Moser (GLP) angesichts der guten Ausgangslage von Verena Diener die Hände reibt, üben sich Alfred Heer (SVP) und Beat Walti (FDP) in Zurückhaltung.

Erstellt: 23.10.2011, 14:22 Uhr

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30 Kommentare

Anton Dettling

23.10.2011, 18:27 Uhr
Melden 72 Empfehlung

ER kanns nicht lassen und CB ist der einzige, der es einfach nicht wahrhaben will, dass seine Zeit (endlich) abgelaufen ist.....Also wieder eine Schlappe und klar das schlechteste Resultat der Kadidaten. Christoph Blocher, geniessen Sie endlich Ihre Milliarden und lassen Sie das Zürcher und Schweizer Volk in Ruhe, es geht definitiv auch ohne Sie!! Antworten


Dave Zen

23.10.2011, 19:19 Uhr
Melden 47 Empfehlung

Im Kt. Zürich hat die SVP keine 40%. Hochrechnung 19.14 Uhr, 29.8%. Mich persönlich freut das Schlüer nun definitiv nicht mehr Nationalrat ist. Auch nicht mehr wie beim letzten mal nachrücken kann.
Aber Herr Blocher sollte nun im Guniessbuch aufgenommen werden. Als lernresistentester schweizer Politiker aller Zeiten. Er sollte sich ein Altersheim kaufen und einziehen. Da kann er dann BR spielen.
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