Immobilienkönig Stefanini lässt seine Mieter die Wohnungen ausmessen

Aktualisiert am 24.06.2010

Bruno Stefaninis Verwaltung schickte ihren Mietern einen Fragebogen und forderte sie auf, Grundrisse der Wohnungen zu zeichnen. Die Verwaltung sei «gesetzlich dazu verpflichtet», diese Fragen zu stellen.

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Kennt seine Immobilien offensichtlich mehr schlecht als recht: Bruno Stefanini. (Bild: Thomas Burla)

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Er besitzt in Winterthur zahlreiche Immobilien. Doch allem Anschein nach weiss der Immobilienkönig Bruno Stefanini wenig über seine Besitztümer. Er hatte seinen Mietern von Liegenschaften in der Winterthurer Altstadt einen zweiseitigen Fragebogen zugestellt und sie aufgefordert, allerlei Daten anzugeben. Wie der Landbote heute Donnerstag berichtet, sei dabei die wichtigste Aufgabe: «Genauer Grundriss Ihrer Wohnung erstellen mit genauen Massangaben».

«Der Hauseigentümer kann nicht verlangen, dass der Mieter diese Daten für ihn erfasst», sagt Ralph Bauert, Geschäftsleiter des Hauseigentümerverbands Winterthur zum «Landboten». Die Verantwortung dafür liege beim Eigentümer. Walter Angst, Sprecher des Mieterinnen- und Mieterverbands Zürich sagt: «Das ist eindeutig Aufgabe des Vermieters.» Für Laien sei es gar nicht möglich, diese Daten korrekt zu erheben.

«Wir bitten lediglich um Unterstützung»

Der Brief der Verwaltung erweckt den Eindruck, dass Bruno Stefanini anderer Meinung ist. Die Verwaltung sei «gesetzlich dazu verpflichtet, die Fragen zu stellen», war dem Schreiben zu entnehmen. Richtig ist, dass die Hauseigentümer verpflichtet sind, dem kantonalen Statistischen Amt im Rahmen der Vorbereitung auf die Volkszählung die Namen ihrer Mieter sowie Lage und Zimmerzahl jeder Wohnung mitteilen müssen.

Auf Anfrage des «Landboten» räumt ein Mitarbeiter Stefaninis schliesslich ein, dass der Hinweis im Schreiben missverstanden werden könne: «Wir bitten lediglich um Unterstützung beim Erfassen von Daten für ein neues Computersystem.»

Erstellt: 24.06.2010, 13:08 Uhr

Zürich

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