In Dübendorf heben künftig Businessjets ab

Der Bundesrat hat den zivilen Betreiber des Flugplatzes Dübendorf bestimmt. Das Konsortium aus verschiedenen Protagonisten der Geschäfts- und Kleinfliegerei hat den Zuschlag erhalten.

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Der Bundesrat hat entschieden: Auf dem Flugplatz von Dübendorf sollen weiterhin Flugzeuge starten und landen. Zwei Kandidaten hatten sich für den Betrieb des Flugfeldes beworben. Den Zuschlag erhalten hat die Flugplatz Dübendorf AG. Sie vereint sieben Gesellschafter aus verschiedenen Bereichen der Geschäfts- und Kleinfliegerei sowie die ­Rettungsflugwacht Rega.

Das Nachsehen hatte das Unternehmen Top­motion, hinter dem Ju-Air-Chef Kurt Waldmeier steht. In seinem Dossier befindet sich die Swiss-Tochter Swiss Aviation Training, die Grund- und Weiterbildung für Cockpit-, Kabinenbesatzungen sowie Unterhaltspersonal verschiedener Fluggesellschaften anbietet.

Vertrag läuft 30 Jahre

Ungefähr 70 Hektaren Land sollen neben dem Flugbetrieb für den Zürcher Hub des nationalen Innovationsparks zur Verfügung stehen. Dem Kanton Zürich soll diese Fläche in mehreren Etappen zur Verfügung gestellt werden. Bis Ende Jahr will der Bundesrat Einzelheiten dieser Landabtretung geklärt haben. Danach wird das Geschäft dem Parlament zugestellt.

Das Dübendorfer Flugfeld soll laut Bundesrätin Doris Leuthard vor allem für Geschäftsfliegerei, Leichtaviatik und Werkfüge genutzt werden. Charter- und Linienflüge sollen nicht möglich sein. Vorgesehen ist, das Flugfeld mit Bundesbasis 30 Jahre lang zu betreiben. Die Armee und die Rettungsflugwacht Rega sollen in Dübendorf stationiert bleiben.

Der Vertrag mit der Flugplatz Dübendorf AG wird über 30 Jahre abgeschlossen. Nach dem Auslaufen dieser zivilen Betriebsbewilligung kann erneut über die Nutzung des Flugfeldes in Dübendorf entschieden werden. Möglich wäre es, den Flugbetrieb aufrecht zu erhalten oder aber zu diesem Zeitpunkt das Flugfeld anderweitig zu verwenden.

«Nicht die beste Nachricht»

Künftig und für vorerst 30 Jahre sollen in Dübendorf aber vorwiegend zivile Flugzeuge starten und landen. «Für die lokale Bevölkerung ist das nicht die beste Nachricht», räumte Verkehrsministerin Doris Leuthard ein. Der Bundesrat nehme Bedenken wegen des Lärms ernst. Für Anwohner gebe es Mitsprachemöglichkeiten und Beschwerderechte.

Für den Flugbetrieb gebe es strikte Auflagen, stellte Leuthard klar. Er müsse sich an die Lärm-Grenzwerte und an festgelegte Betriebszeiten halten. Möglich wären damit nach Schätzungen des Bundes bis zu rund 28'000 Flugbewegungen im Jahr. Heute sind es rund 14'500. Linien- und Charterflüge werden nicht erlaubt sein.

Standortdiskussion für Asylzentrum

Das Flugfeld soll vor allem für Geschäftsfliegerei, Leichtaviatik und Werkflüge genutzt werden. Wegen des Planungs- und Bewilligungsverfahren sei eine Betriebsaufnahme vor 2020 nicht realistisch, sagte Leuthard. Bis der zivile Flugbetrieb anläuft, wird das VBS den Betrieb des Flugplatzes sicherstellen.

Der Bundesrat hatte die Zukunft des Flugplatz-Areals zwar vor einer Woche ein erstes Mal in seiner Sitzung thematisiert – kam aber zu keinem Entschluss. Es war offenbar SP-Justizministerin Simonetta Sommaruga, welche den geplanten Entscheid verhinderte. Sie tat dies mit einem Mitbericht, in dem sie der Zürcher Regierung Gesprächsverweigerung bei der Suche nach Platz für ein Asylzentrum vorwirft, wie die «NZZ» berichtete. Die Bundesrätin forderte, dass auf dem 2,5 Quadratkilometer grossen Areal, das dem Bund gehört, vier Hektaren Land für ein Asylzentrum ausgespart bleiben. Sie argumentierte: Wenn der Bund schon Land besitzt, soll er es nicht vorschnell aus der Hand geben.

Laut einem Bericht der «SonntagsZeitung» vom 31. August beantragte Justizministerin Simonetta Sommaruga in einem Mitbericht, einen Teil des dem Bund gehörenden Flugplatzgeländes für ein Asylzentrum zu nutzen, sollte Dübendorf als Standort für den Innovationspark gewählt werden.

Maurer sagte dazu, dass mit dem Kanton Zürich Verhandlungen über mehrere Standorte liefen und der Bundesrat nach der Zusprache des Innovationsparkes auf die Kooperationsbereitschaft des Kantons Zürich setze. Doch mit der Nutzung des Flugplatzgeländes in Dübendorf habe diese Standortsuche nicht direkt zu tun.

Vorerst wird die Schweizer Luftwaffe Dübendorf als Militärflugplatz weiter nutzen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.09.2014, 14:33 Uhr

Das Jubiläumsbuch: «Menschen Maschinen Missionen»

Vor 100 Jahren entstand der Flugplatz Dübendorf. Zum Jubiläum gibt der Bund ein Buch heraus: Dieses schildert die Geschichte des Flugplatzes anhand der Menschen, die sie geprägt haben, zeigt aber auch die Maschinen – Flugzeuge und Helikopter –, mit denen die Missionen ab Dübendorf geflogen wurden. Diese Einsätze finden nicht nur auf und um den geschichtsträchtigen Flugplatz statt. Sie haben Dübendorfer Piloten und Mechaniker bis nach Griechenland, Albanien, Israel und sogar Sumatra geführt.

Weitere Informationen zum Werk: 100jahre-flugplatz-dübendorf.ch

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Der Flugplatz Dübendorf startet durch

Der Flugplatz Dübendorf startet durch Der Bund hat am 3. September 2014 entschieden, wie der Militärflugplatz künftig genutzt werden soll. Ein neues Kapitel in einer wechselhaften Vergangenheit.

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