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In Zürich betrogen, in Spanien verhaftet

Die Polizei hat in Spanien einen Schweizer Betrüger verhaftet. Auf sein Konto sollen mindestens 350 Vermögensdelikte in der Höhe von rund einer halben Million Franken gehen. Er war vor allem in Zürich aktiv.

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Die Polizei hat den 45-jährigen Mann am Dienstag im spanischen Torremolinos festgenommen. Dem Berner werden gewerbsmässiger Betrug und Geldwäscherei sowie Sachentziehung vorgeworfen. In Zürich waren besonders viele Anzeigen eingegangen, weshalb ein Grossteil der Ermittlungen hier gelaufen sei, sagte Esther Surber, Sprecherin der Kantonspolizei, gegenüber Tagesanzeiger.ch.

Gemäss den Ermittlungen hat der Mann ab Februar 2008 in Schweizer Gratiszeitungen inseriert und unter verschiedenen Firmennamen Schuldensanierungen und ab August 2008 auch Kredite angeboten. Nachdem er mit den Interessenten Verträge abgeschlossen hatte, mussten diese zur Auslösung des Kredits beziehungsweise der Schuldensanierung zuerst eine Gebühr leisten.

Der Mann stellte seinen «Kunden» in Aussicht, sie könnten ihre Schulden bei den Gläubigern ratenweise bezahlen. Doch in den meisten Fällen landete das Geld gar nie am Bestimmungsort. Auch Kreditsummen wurden nach Bezahlung der Vorschussgebühr entgegen den Zusicherungen nicht an die Kunden überwiesen.

Pässe der Kunden selbst verwendet

Der 45-Jährige sei nie persönlich in Erscheinung getreten und habe ausschliesslich telefonisch Kontakt mit den Kreditnehmern aufgenommen. Er habe sich hinter wechselnden Firmennamen versteckt und administrative Belange durch Bürodienstleistungsbetriebe erledigen lassen, schreibt die Kantonspolizei in ihrer Meldung von heute Freitag. Dieser Umstand habe es ihm ermöglicht, seine Geschäfte ab Juli 2008 von Spanien aus zu steuern: Der Angeschuldigte sei auch nicht davor zurückgeschreckt, sich der Namen einiger seiner Geprellten zu bemächtigen. Unter einem Vorwand habe er sich die Originale ihrer Ausweispapiere zukommen lassen und sie nicht mehr zurückgeschickt.

Der Mann war bereits in den Jahren 2002 und 2006 wegen Vorschuss- beziehungsweise Kreditbetrügereien zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Das Auslieferungsverfahren ist laut der Zürcher Kantonspolizei eingeleitet worden.

(cim/ddp)

Erstellt: 12.03.2010, 09:49 Uhr

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