Jede Stunde wird ein Velo geklaut
Von Felix Schindler. Aktualisiert am 08.09.2010 16 Kommentare
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Man reibt sich die Augen, wenn man diese Zahlen sieht: 8498 Velos wurden im Kanton Zürich im Jahr 2009 gestohlen, fast 24 jeden Tag. Die Velos machen 91 Prozent aller Fahrzeugdiebstähle aus. Das heisst, es werden rund zehnmal mehr Velos gestohlen als Autos, Motorräder, Mofas und alle restlichen Fahrzeuge zusammen. Im Vergleich zum Vorjahr hat der Veloklau im Kanton Zürich um 12 Prozent zugenommen. 7543 Fahrräder wurden 2008 ihrem Besitzer entwendet.
Knapp ein Drittel der Velos werden in der Stadt Zürich gestohlen, 2454 sind es an der Zahl. Viele von ihnen werden lediglich dazu entwendet, um den Dieb von A nach B zu bringen. Danach wird das Diebesgut abgestellt und – falls es nicht erneut geklaut wird – über kurz oder lang von Entsorgung und Recycling Zürich (ERZ) eingesammelt.
Neueste Carbonrenner herrenlos
Eingesammelt werden aber nicht nur gestohlene Velos, sondern auch solche, die auf öffentlichem Grund entsorgt wurden oder von ihrem Besitzer einfach vergessen gingen. In regelmässigen Abständen markieren ERZ-Mitarbeiter Fahrräder auf Veloparkplätzen. «Wenn die Markierung nach einem Monat noch vorhanden ist, gilt das Velo als herrenlos und wird mitgenommen», sagt Leta Filli von ERZ. «Sofort abtransportiert wird ein Velo, wenn es an einem Ort abgeschlossen wurde, wo es die Durchfahrt von Polizei und Rettungskräften behindern könnte.»
So sind letztes Jahr 2800 Velos zusammengekommen, darunter auch edle Carbongestelle neuester Generation. Ein Jahr warten sie nun auf ihren Besitzer. Allerdings können die meisten Velofahrer ihr Gefährt nicht identifizieren: «Viele kennen nicht einmal die Marke ihres Fahrrades, und nur etwa 20 Prozent aller Velofahrer kennen die Rahmennummer», sagt Filli. Damit der Besitzer sein Velo schliesslich mitnehmen kann, muss er es nicht nur identifizieren können, sondern auch beweisen, dass ihm das Fahrrad gehört – mit einem Schlüssel, der zum Veloschloss passt, oder dem Beleg der Velovignette. Das ist allerdings selten genug der Fall: Durchschnittlich 92 Prozent aller eingesammelten Fahrräder werden deshalb nie mehr abgeholt. Den Besitznachweis der Velos zu erleichtern, ist laut Filli aber kein Thema: «Sonst würde so mancher plötzlich sagen, dass ihm jenes rote vollgefederte Mountainbike gehöre. Und wenn es bereits weg ist, wenn der richtige Besitzer es abholen will, dann haben wir ein Problem.»
Identifikation wird nicht vereinfacht
Damit mehr Velos zu ihren Benutzern zurückkommen, böte sich ferner die Möglichkeit, Bilder aller eingesammelten Velos zu publizieren. So könnten die Eigentümer ihre Velos leichter wiederfinden. «Wir bemühen uns, im Gespräch den Besitzern ihre Velos zurückgeben zu können. Ein Website mit Fotos würde die Kosten für die Administration deutlich erhöhen. Diese Kosten müsste der Besitzer des wiedergefundenen Velos tragen.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 08.09.2010, 12:08 Uhr
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16 Kommentare
Strafen für Velodiebe nützen wohl wenig aber es gäbe einen anderen Weg, damit sich die Bestohlenen etwas besser um ihre Fortbewegungsmittel kümmern würden: die Versicherungen. Offensichtlich bekommt man ein neues Velo sehr leicht vergütet. Witzig ist, dass man die Velovignette abschaffen will dabei ist das genau das Instrument, dass für mehr Verantwortung sorgen könnte. Antworten
Bei mir wurden vom EWZ schon Fahrräder mitgenommen, obwohl ich sie bewegt hatte, jedoch immer wieder am selben Pfosten festgemacht habe. Ich habe das Fahrradfahren in der Stadt aufgegeben, weil ich nicht mehr 4 mal im Jahr ein neues Fahrrad an der Velobörse kaufen will. Es sollte für alle Fahrräder eine Nummerpflicht geben, wie bei allen anderen Fahrzeugen. Antworten


