Zürich

Jositsch setzt auf die Medien, Stocker auf Volksnähe

Daniel Jositsch (SP) setzt zwei Wochen vor den Wahlen auf Podien und Medienauftritte, Ernst Stocker (SVP) hingegen geht mit Standaktionen auf Stimmenfang.

Medienauftritt versus Standaktion: SP-Kandidat Daniel Jositsch und SVP-Kandidat Ernst Stocker.

Medienauftritt versus Standaktion: SP-Kandidat Daniel Jositsch und SVP-Kandidat Ernst Stocker.
Bild: Walter Bieri/Keystone

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SVP-Kantonsrat Ernst Stocker und SP-Nationalrat Daniel Jositsch haben noch genau 13 Tage Zeit um Wähler für sich zu gewinnen. So unterschiedlich die Regierungsratskandidaten sind, so unterschiedlich ist ihre Taktik bei der Mobilisierung von Wählerinnen und Wählern. Ein Blick in die Agenden der beiden Regierungsratskandidaten zeigt: Während Daniel Jositsch seine Kräfte auf Medienauftritte und Podiumsdiskussionen konzentriert, hat Ernst Stocker eine regelrechte Roadshow vor sich. 12 Standaktionen kündigt der SVP-Kandidat auf seiner Homepage an.

Dabei beackert der Bauer aus Wädenswil den ganzen Kanton: Vom Ustermärt über eine Messe in der Winterthurer Eulachhalle oder die Gewerbe- und Weihnachtsausstellung in Bäretswil bis hin zu verschiedenen Standaktionen an Bahnhöfen, ist Stocker überall zu sehen: «Volksnähe ist mir sehr wichtig. Ich möchte das Volk spüren und habe den Eindruck, ich komme bei den Leuten gut an, wenn sie mich persönlich kennenlernen. Es ist auch schön zu sehen, wie viele Parteikollegen mit mir Tirggel verteilen frühmorgens.»

Stocker plant 12 Standaktionen, Jositsch fünf

Bei Strafrechtsprofessor Jositsch sind es nur fünf Standaktionen. Dafür bloggt Jositsch und kündigt auf seiner Homepage Wahlpodien und Interviews an: «Für mich ist Wahlkampf in erster Linie eine thematische Auseinandersetzung. Die Leute sollen sehen, was meine politischen Positionen sind. Standaktionen sind auch gut. Die mach ich vorwiegend am Samstagmorgen. Der Rest des Wochenendes ist so weit wie möglich für meine Familie reserviert», erklärt Jositsch auf Anfrage. Insgesamt fünf Standaktionen sind auf Jositschs Homepage in Aussicht gestellt. Drei davon finden am nächsten Samstag in Zürich, Winterthur und Affoltern am Albis statt.

Stocker hat im Endspurt die Nase vorn

Politforscher Michael Hermann gibt dem SVP-Kandidaten bessere Noten: «Ernst Stocker ist auf Plakaten im öffentlichen Raum viel präsenter. Dass er auf Volksnähe setzt ist ein weiteres Plus. Mit Standaktionen zeigt man, dass man bereit ist, zu frieren und alles zu machen für ein Amt. Auch erreicht man Leute, die nicht Medienkonsumenten sind.»

Jositschs Vorgehen kommt für Hermann nicht überraschend: «Dass Daniel Jositsch mehr auf die Medien setzt, erstaunt nicht. Er hat dadurch einen grossen Bekanntheitsgrad erreicht. Medienauftritte sind effizient. Trotzdem sollte er die Wirksamkeit der Medien nicht überschätzten.» Welche Taktik – Volksnähe oder Medienwirksamkeit - die bessere ist, wird sich am Wahltag, dem 29. November zeigen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.11.2009, 15:10 Uhr

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10 Kommentare

Lolita Minder

17.11.2009, 15:18 Uhr
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Jositsch wird seit etwa 6 Jahren systematisch von den Medien Tele Züri, SF, Tagi, NZZ als Experte und Sachverständiger für fast alles aufgebaut. Es heisst immer er dränge in die Medien. Da drängt noch mancher, aber nur Jositsch wird immer gezeigt. Also wird er wohl gezielt von den Medien präsentiert. Ich frage mich, wer hinter dieser strategisch grossartigen Leistung steckt. Cheapeau sage ich da Antworten


jonas graf

17.11.2009, 12:05 Uhr
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wer den fluglärm eingeschränkt haben will, wählt jositsch und nicht den flughafenturbo stocker. dieses, von frau fuhrer gegen die bevölkerung geführte dossier flughafen nun einem weiteren flughafenturbo zu übergeben, kostet mehr an gesundheit und wohlbefinden als wir ertragen. Antworten


Hans Ulrich Suter

17.11.2009, 10:33 Uhr
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Einen Major der für die GSOA Unterschriften sammelt und der als UNI-Prof. der eine Viertelkiste wegfährt dabei angeblich sozial ist, würde ich als Zürcher sicher wählen, denn dann wüsste ich definitv, warum die schweizer Politik derart verlogen ist. Antworten


Lukas Engler

16.11.2009, 17:23 Uhr
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Herr Jositsch (SP) soll gescheiter bei den nächsten Wahlen gegen Herrn Notter (SP) oder Frau Aeppli (SP) antreten. Zwei rote Juristen reichen, es dürfen sich dann aber auch wieder mal normale Büezer von der SP melden. Antworten


Lukas Lautenschlager

16.11.2009, 17:02 Uhr
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Ob die Präsenz auf den Plakaten wirklich so wichtig ist, wie Politexperte Michael Hermann meint, ist doch fraglich. Wenn dem so wäre, dann müsste die SVP jede Wahl gewinnen, was sie aber, wie die Vergangenheit zeigt – Toni Bortoluzzi und Ueli Maurer lassen grüssen – ja nicht tut. Und selbst wenn Stocker gewinnt, ob es an den Plakaten gelegen hat? Man wird es nicht wissen. Antworten


Urs Dumermuth

16.11.2009, 16:21 Uhr
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Ich schreibe Martin Bäumle auf den Wahlzettel. Die beiden anderen sind nicht wählbar. Antworten


Jakob Denzler

16.11.2009, 16:13 Uhr
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Wenn ich zwischen zwei Übeln, einem Verstockten und einem nach Medienpräsenz hechelnde, moralisierenden Populisten wählen muss, dann den ersten - mit viel Bauchweh und dazu zum 1.Mal einen SvP-Kandidaten - vielleicht auch weil er nicht am Gängelband von Blocher &Co ist. Eigentlich wähle ich Stocker weil ich Jositsch eins auswischen möchte. Saudumm, ich weiss - aber ein bisschen Spass darf sein? Antworten


Tom Müller

16.11.2009, 16:06 Uhr
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Man kann jeden Stimmberechtigten im Kanton Zürich auf den Zettel schreiben. Zum Glück, denn keiner der beiden offiziellen Kandidaten überzeugt mich. Antworten


Beat Keller

16.11.2009, 15:33 Uhr
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Mich persönlich überzeugt keiner der beiden Kandidaten. Nach langem Uebelegen habe ich die weniger schlechte der Kandidaturen mit meiner Stimme beehrt Antworten


Hermann Hort

16.11.2009, 15:27 Uhr
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Wenn der Bauer Trumpf ist, dann sticht er auch den König ! Antworten



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