Jositsch setzt auf die Medien, Stocker auf Volksnähe
Von Maria Rodriguez. Aktualisiert am 16.11.2009 10 Kommentare
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SVP-Kantonsrat Ernst Stocker und SP-Nationalrat Daniel Jositsch haben noch genau 13 Tage Zeit um Wähler für sich zu gewinnen. So unterschiedlich die Regierungsratskandidaten sind, so unterschiedlich ist ihre Taktik bei der Mobilisierung von Wählerinnen und Wählern. Ein Blick in die Agenden der beiden Regierungsratskandidaten zeigt: Während Daniel Jositsch seine Kräfte auf Medienauftritte und Podiumsdiskussionen konzentriert, hat Ernst Stocker eine regelrechte Roadshow vor sich. 12 Standaktionen kündigt der SVP-Kandidat auf seiner Homepage an.
Dabei beackert der Bauer aus Wädenswil den ganzen Kanton: Vom Ustermärt über eine Messe in der Winterthurer Eulachhalle oder die Gewerbe- und Weihnachtsausstellung in Bäretswil bis hin zu verschiedenen Standaktionen an Bahnhöfen, ist Stocker überall zu sehen: «Volksnähe ist mir sehr wichtig. Ich möchte das Volk spüren und habe den Eindruck, ich komme bei den Leuten gut an, wenn sie mich persönlich kennenlernen. Es ist auch schön zu sehen, wie viele Parteikollegen mit mir Tirggel verteilen frühmorgens.»
Stocker plant 12 Standaktionen, Jositsch fünf
Bei Strafrechtsprofessor Jositsch sind es nur fünf Standaktionen. Dafür bloggt Jositsch und kündigt auf seiner Homepage Wahlpodien und Interviews an: «Für mich ist Wahlkampf in erster Linie eine thematische Auseinandersetzung. Die Leute sollen sehen, was meine politischen Positionen sind. Standaktionen sind auch gut. Die mach ich vorwiegend am Samstagmorgen. Der Rest des Wochenendes ist so weit wie möglich für meine Familie reserviert», erklärt Jositsch auf Anfrage. Insgesamt fünf Standaktionen sind auf Jositschs Homepage in Aussicht gestellt. Drei davon finden am nächsten Samstag in Zürich, Winterthur und Affoltern am Albis statt.
Stocker hat im Endspurt die Nase vorn
Politforscher Michael Hermann gibt dem SVP-Kandidaten bessere Noten: «Ernst Stocker ist auf Plakaten im öffentlichen Raum viel präsenter. Dass er auf Volksnähe setzt ist ein weiteres Plus. Mit Standaktionen zeigt man, dass man bereit ist, zu frieren und alles zu machen für ein Amt. Auch erreicht man Leute, die nicht Medienkonsumenten sind.»
Jositschs Vorgehen kommt für Hermann nicht überraschend: «Dass Daniel Jositsch mehr auf die Medien setzt, erstaunt nicht. Er hat dadurch einen grossen Bekanntheitsgrad erreicht. Medienauftritte sind effizient. Trotzdem sollte er die Wirksamkeit der Medien nicht überschätzten.» Welche Taktik – Volksnähe oder Medienwirksamkeit - die bessere ist, wird sich am Wahltag, dem 29. November zeigen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 16.11.2009, 15:10 Uhr


































