Zürich

Jugendgewalt ist das Problem urbaner Gemeinden

Laut einer Studie der ZHAW haben viele Gemeinden mit Vandalismus und alkoholisierten Jugendlichen zu kämpfen. Die Konzepte zur Prävention von Jugendgewalt seien jedoch ausreichend.

Prävention ist gesichert: Gestellte Szene von Jugendgewalt in einer Zürcher Unterführung.

Prävention ist gesichert: Gestellte Szene von Jugendgewalt in einer Zürcher Unterführung.
Bild: Keystone

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Jugendliche fallen in Zürcher Gemeinden vor allem negativ auf, wenn sie Abfall liegen lassen, Alkohol- oder Drogen konsumieren oder etwas beschädigen. Probleme mit Jugendgewalt gibt es dagegen kaum, wie aus einer Studie des Kantons Zürich hervorgeht.

Die Studie führte das Departement Soziale Arbeit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) diesen Sommer bei 27 Gemeinden aus allen Regionen des Kantons Zürich durch. Der Auftrag dazu kam von der kantonalen Koordinationsgruppe. Ziel war es zu ermitteln, wie stark Gemeinden von Jugendgewalt betroffen sind.

Prävention ist gesichert

Jugendgewalt werde in vielen Gemeinden nicht als gravierendes Problem wahrgenommen, heisst es in einer Medienmitteilung der Bildungsdirektion vom Mittwoch. Die meisten der befragten Gemeinden hätten ausreichend Angebote und Konzepte zur Prävention von Jugendgewalt.

Sie wüssten zudem, wie bei Gewalttätigkeiten interveniert werden könne. Viele Gemeinden arbeiteten regelmässig mit Jugendarbeit, Schule, Polizei und anderen Institutionen zusammen. In einigen gebe es auch Jugendkommissionen, Runde Tische oder ähnliches.

Cybermobbing nimmt zu

Das Resultat sei nicht überraschend, sagte Enrico Violi, Leiter der Koordinationsgruppe Jugendgewalt, auf Anfrage. Eher überrascht habe ihn, dass viele der befragten Gemeinden mit Vandalismus und alkoholisierten Jugendlichen zu kämpfen hätten. «Aufhorchen lässt uns zudem, dass es immer mehr Probleme mit Mobbing an Schulen zu geben scheint», fügte Violi an. Ein Grund hierfür seien die neuen Medien.

In der Anonymität des Internets getraue sich manch einer mehr, als wenn er einer Person direkt gegenüberstünde. Um dem entgegenzuwirken, setze man auf eine verstärkte Sensibilisierung und wolle Medienkompetenz von Heranwachsenden, Eltern und Lehrpersonen fördern.

Zudem sei es wichtig, die Gemeinden über bewährte Programme im Bereich der Jugendgewalt zu orientieren. «Es gibt kein Patentrezept», betonte Violi. Die Probleme müssten situativ beurteilt werden. Viele Gemeinden wünschten mindestens einen fachlichen Austausch oder Hinweise auf Anlaufstellen, um sich beraten lassen zu können. (mpl)

Erstellt: 30.11.2011, 16:35 Uhr

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4 Kommentare

Hans Christoffel

01.12.2011, 21:24 Uhr
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Es ist wie mit einer Bombe, die tickt. Man kann sie totschweigen, wenn sie nicht in die Idylle d passt. Man merkt es spätestens, wenn einem die Bombe um die Ohren fliegt. Antworten


Daniel Zollinger

01.12.2011, 17:02 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Vorallem müsste man zuerst mal im Elternhaus schauen, wie es dort zu und her geht bevor man sich den Kopf darüber zerbricht was man von Seiten der Behörden unternehmen könnte! Antworten


Hans Christoffel

30.11.2011, 21:31 Uhr
Melden 16 Empfehlung

„Jugendgewalt werde in vielen Gemeinden nicht als gravierendes Problem wahrgenommen”. Wenigstens ein Satz in dieser sogenannten “Studie” ist leider wahr. Anscheinend ist es keine Jugendgewalt, wenn diese Jugendlichen gleichaltrige und auch Erwachsene angreifen und verprügeln und treten, nur so aus Spass oder um ihnen Natel und Bargeld abzunehmen. Nachzulesen praktisch jeden Tag in der Presse! Antworten


Daniel Stanislaus Martel

01.12.2011, 09:04 Uhr
Melden 1 Empfehlung

@Christoffel
Wohlstandsverwahrlosung ist ein weltanschauliches und poltisches Problem.



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