Junge SVP blieb aus Angst vor Chaoten zu Hause

Der Nachwuchs der Schweizer Volkspartei wollte an der 1.-Mai-Kundgebung mitmarschieren. Das Sicherheitsrisiko war laut Stadtpolizei aber hoch.

Junge SVPler hatten Angst vor Krawallen: Ausschreitungen am Tag der Arbeit in Zürich.

Junge SVPler hatten Angst vor Krawallen: Ausschreitungen am Tag der Arbeit in Zürich. Bild: Simon Eppenberger

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Geplant hatte der Nachwuchs der SVP am 1. Mai eigentlich einen Plakatzug durch die Zürcher Strassen. Wie Patrick Walder, Vizepräsident der Jungen SVP (JSVP), gegenüber dem «Landboten» sagt, sei der 1. Mai nicht nur für linke Aktivisten da, sondern auch für bürgerliche Arbeitnehmer (Artikel online nicht verfügbar).

Beispielsweise auf das Problem Personenfreizügigkeit hätten die jungen Politiker mit ihrem Marsch aufmerksam machen wollen. Dazu kam es allerdings nicht: Die Polizei habe der Jungen SVP abgeraten, sich an der Kundgebung zu beteiligen, sagt Walder. Das Risiko, dass linke Chaoten den Zug der JSVP angegriffen hätten, wäre zu gross gewesen.

Zusätzliche Polizisten zum Schutz nötig

Marco Cortesi, Sprecher der Stadtpolizei Zürich, bestätigt diese Aussage gegenüber dem Winterthurer Blatt. Neben dem an diesem Tag üblichen Grossaufgebot der Ordnungshüter wären zusätzliche Polizisten nötig gewesen, um die Sicherheit der JSVP zu gewährleisten. «Wir wollen nicht dem Steuerzahler Kosten verursachen, sondern unsere Meinung kundtun», lässt sich Walder zitieren.

Die JSVP prüfte daraufhin, sich der offiziellen Kundgebung des Gewerkschaftsbundes anzuschliessen. Dessen Präsidentin, Julia Gerber (SP), zeigte sich damit grundsätzlich einverstanden, vorausgesetzt die Demonstranten könnten sich hinter die Forderungen der Gewerkschaften stellen. Sie bat allerdings die jungen SVPler, um nicht zu provozieren, ohne Plakate mitzumarschieren. Die JSVP verzichtete danach endgültig auf die Teilnahme an der 1.-Mai-Demonstration und blieb zu Hause. (pia)

(Erstellt: 02.05.2012, 08:05 Uhr)

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