KV-Lehre bleibt der absolute Renner
Von Daniel Schneebeli. Aktualisiert am 24.11.2009
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Tausende von Teenagern strömen ab heute in die Messehallen nach Oerlikon, um sich über ihren künftigen Beruf zu informieren. Die Frage ist nur, welcher Beruf es denn sein soll. Ein Blick in die Lehrstellenstatistik der letzten Jahre zeigt: Die Trendberufe sind mehr oder weniger die Gleichen geblieben, mit Ausnahme der Fachfrau oder des Fachmanns Gesundheit – eine Ausbildung, die es im Vergleichsjahr 2000 noch gar nicht gab.
Absoluter Renner ist die kaufmännische Lehre, entweder Profil E oder Profil B. Jeder vierte Jugendliche unterschreibt einen KV-Vertrag, und wenn es noch mehr Lehrstellen gäbe, wären es etliche mehr. In Zürichs Grossfirmen gehen jedes Jahr Hunderte von Bewerbungen ein. Im Vergleich zum Jahr 2000 ist die Zahl der KV-Lehrstellen zurückgegangen. Das kantonale Berufsbildungsamt führt dies einerseits auf eine umstrittene KV-Reform zurück, die vor allem Klein- und Mittelbetriebe überfordert hat. Andererseits komme dazu, dass vor allem Banken und Versicherungen Lehrstellen abbauen: Sie halten mehr nach Maturanden oder Hochschulabgängern Ausschau, weil die schneller und gezielter ausgebildet werden können.
Mehr Stellen im Detailhandel
Ganz anders im Detailhandel. Dort ist die Zahl der Lehrverträge 20 Prozent höher als 2000. Der zuständige Berufsinspektor Marcel Suter findet das «hocherfreulich» für Schülerinnen und Schüler mit mässigen Zeugnissen. Gestiegen ist die Zahl, weil die Konkurrenz im Detailhandel gestiegen ist. Aldi bietet seit einigen Jahren Lehrstellen an, aber auch die Post oder die Kioskbetreiberin Valora sind in die Detailhandels-ausbildung eingestiegen.
Es gibt aber noch einen Grund, dass mehr Lehrstellen im Detailhandel geschaffen werden: Ein Lehrling kann ziemlich schnell im Betrieb eingesetzt werden und ist eine günstige Arbeitskraft. In Zeiten der Rezession werden eher mehr Lehrstellen geschaffen, hat Marcel Suter festgestellt. Er findet das keineswegs nur negativ, denn: «Jede zusätzliche Lehrstelle bietet einem Jugendlichen die Chance, ins Berufsleben einzusteigen.»
Neu: Fachfrau für Kundendialog
Insgesamt können Jugendliche aus über 400 Berufen auswählen. Jedes Jahr gibt es neben den altbekannten, auch neue Berufe. Zum Beispiel den Recyclisten, oder in zwei Jahren gibt es eine Fachfrau oder einen Fachmann Kundendialog. Laut Suter wird dazu eine dreijährige Lehre zwischen KV und Detailhandel nötig sein. Die Fachfrau Kundendialog arbeitet im Callcenter, nimmt Anfragen und Reklamationen entgegen oder leitet diese an die richtige Stelle weiter. Für diesen Job werden gute Fremdsprachenkenntnisse zentral sein.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 24.11.2009, 04:00 Uhr


