Kanton Zürich will schärfere Massnahmen gegen Hooligans

Der Kantonsrat stimmte am Montag dem Gesetz zum Beitritt zum verschärften Hooligan-Konkordat deutlich zu. Damit will er Ausschreitungen bei Sportveranstaltungen einen Riegel zu schieben.

Nun sollen rigorose Massnahmen gewalttätige Fan-Zusammenstösse verhindern: Rauch steigt auf im GC-Sektor nach einem Spiel gegen den FC Zürich im Letzigrund-Stadion (2. Oktober 2011  in Zürich).

Nun sollen rigorose Massnahmen gewalttätige Fan-Zusammenstösse verhindern: Rauch steigt auf im GC-Sektor nach einem Spiel gegen den FC Zürich im Letzigrund-Stadion (2. Oktober 2011 in Zürich). Bild: Keystone

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Die Vorlage wurde im Kantonsrat mit 132 zu 23 Stimmen angenommen. Zu den Neuerungen gehören etwa eine Bewilligungspflicht für die Veranstalter von Spielen der obersten Liga, Vorschriften für die An- und Rückreise der Fans, Ausweiskontrollen, Körperdurchsuchungen oder ein Rayonverbot.

Verstossen die Veranstalter gemäss neuem Konkordat gegen die Auflagen des Kantons oder der Gemeinden - etwa beim Alkoholverkauf, bei Pyros, beim Transport der Gästefans oder beim Ticketverkauf - kann ein Spiel abgebrochen oder gar nicht erst angepfiffen werden.

Rayonverbote können mit dem neuen Instrumentarium zudem für bis zu drei Jahre verhängt werden statt wie bisher für ein Jahr. Schweizweit vereinheitlicht wurden die Zugangs- und Personenkontrollen.

«Instrumentarium für die Unverbesserlichen»

Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP) hatte das neue Regelwerk der Kantone bei den Beratungen als «Instrumentarium für die Unverbesserlichen» bezeichnet. Dort, wo man auf Unverbesserliche treffe, sei der Staat verpflichtet, einzuschreiten.

Die Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) hatte sich Anfang 2012 auf die Verschärfungen geeinigt. Rechtskräftig ist das neue Konkordat erst in den Kantonen St.Gallen und Appenzell-Innerrhoden. In Uri läuft die Referendumsfrist. In Luzern ist die Vorlage auf Parlamentsebene hängig.

Inhaltlich kann ein Kanton am neuen Konkordat allerdings nichts ändern. Entscheiden kann er nur über Beitritt oder Nicht-Beitritt. Das letzte Wort haben wird im Kanton Zürich möglicherweise aber das Volk: Ein Bündnis aus verschiedenen Zürcher Fanlagern hat am Montag das Referendum gegen das Hooligan-Konkordat angekündigt. (lcv/sda)

(Erstellt: 05.11.2012, 15:13 Uhr)

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