Kantonsrat für Kinderbetreuung

Der Zürcher Regierungsrat muss die gesetzlichen Grundlagen für Kinderbetreuungsangebote im Vorschulalter schaffen. Der Kantonsrat stimmte am Montag der Überweisung einer Motion von SP und CVP zu.

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Es gehe darum, die Chancengleichheit sicherzustellen und zu verbessern, betont die SP-Politikerin Julia Gerber Rüegg in ihrem Votum an der heutigen Kantonsratssitzung. Während die ausserfamiliäre Betreuung für Kinder im Schulalter mit dem Volksschulgesetz geregelt ist, fehlt eine solche Regelung für Kinder im Vorschulalter. Wenn beide Eltern arbeiten können, gebe es mehr Doppelverdiener, erklärte Ornella Ferro (Grüne, Uster). Davon würde auch der Staat profitieren. Es mache keinen Sinn, wenn sich Frauen gut ausbilden und dies nicht nützen würden, sagte Regine Sauter (FDP, Zürich). Dieses Arbeitskräftepotenzial gelte es auszuschöpfen.

Die Nachfrage nach solchen Plätzen sei weiter gestiegen, hielt Lucius Dürr (CVP, Zürich) fest. Ausserdem stelle ein gutes Angebot an solchen Plätzen auch einen Standortvorteil dar. Unterstützung bekam die Motion auch von den Grünliberalen.

Staat soll sich nicht einmischen

Abgelehnt wurde das Begehren von der SVP. Kinderbetreuung sei Privatsache, sagte Barbara Steinemann (Regensdorf). Der Staat solle sich hier nicht einmischen. Wenn dann zwischen dem Kanton und den Gemeinden noch mehr Geld fliesse, führe dies auch zu mehr Bürokratie.

Es brauche keine gesetzlichen Grundlagen, fand auch Stefan Dollenmeier (EDU, Rüti). Auch Familienangehörige wie Freunde und Grosseltern könnten aushelfen.

Bildungsdirektorin Regine Aeppli (SP) erklärte, dass Kinderbetreuungsangebote vom Regierungsrat zum Legislaturziel erklärt worden waren. Während der alte Regierungsrat die Motion noch abgelehnt hatte, sei sie aber bereit, das Begehren anzunehmen, sagte Aeppli. Die Motion wurde mit 107 zu 59 Stimmen überwiesen. (tif/sda)

Erstellt: 25.08.2008, 14:14 Uhr

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