Zürich

Kantonsrat will Kriterien für Stipendien lockern

Aktualisiert am 15.03.2010

Bei der Vergabe von Stipendien ist Zürich der knausrigste Kanton von allen. Der Kantonsrat will das nun ändern und unterstützt zwei parlamentarische Initiativen der CVP, der EVP und der SP.

Kantonsrat will Lockerung, Studenten fordern Abschaffung: Studiengebühren sind im Kanton Zürich umstritten.

Kantonsrat will Lockerung, Studenten fordern Abschaffung: Studiengebühren sind im Kanton Zürich umstritten. (Bild: Keystone)

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Der Kanton Zürich liegt bei der Stipendien-Grosszügigkeit von allen Kantonen auf dem letzten Platz: Gerade mal 0,3 Prozent bekamen ein Stipendium. Durchschnittlich kamen schweizweit 0,7 Prozent der Bevölkerung in den Genuss von Stipendien.

Dieser Knausrigkeit will das Parlament nun entgegenwirken, als erstes mit einer Herabsetzung der Elternbeiträge. 89 Kantonsräte unterstützten das Vorhaben, welches Eltern, die ihre Kinder unterstützen, erheblich entlasten würde.

Die zweite parlamentarische Initiative, welche mit 95 Stimmen vorläufig unterstützt wurde, will die Altersguillotine für Stipendien um fünf Jahre anheben. Bis jetzt müssen Antragssteller jünger sein als 45 Jahre. Geht es nach den Initianten sollen künftig auch 50-Jährige noch Stipendien beantragen können. Dies komme vor allem Wiedereinsteigern nach einer Familienphase zugute.

SVP: «Studenten haben zu hohe Ansprüche»

Gegen beide Vorstösse war einzig die SVP, welche das jetzige System der Stipendienvergabe nicht für knausrig, sondern für angemessen hält. Es gebe doch gar kein Problem, sagte Matthias Hauser (Hüntwangen). Die Studenten hätten oft einfach zu hohe Ansprüche und würden deshalb Stipendien benötigen.

«Es kann aber nicht Aufgabe des Staates sein, eine eigene Wohnung zu finanzieren, nur weil man nicht bei den Eltern wohnen will.» Auch von der Heraufsetzung der Altersguillotine auf 50 Jahre wollte die SVP nichts wissen. Es könne nicht das Ziel sein, ewige Studenten auch noch in ihrem Tun zu unterstützen. (tif/sda)

Erstellt: 15.03.2010, 15:24 Uhr

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