Zürich

Kein Abschied für dicke Soldaten

Aktualisiert am 11.11.2010 18 Kommentare

In dieser Woche werden Zürcher Soldaten feierlich aus dem Dienst entlassen. Wer jedoch nicht in seine Uniform aus der Rekrutenschule passt, wird direkt heimgeschickt.

Wehe, die Ausgangsuniform passt nicht mehr: Vor der Entlassungsfeier schickt die Armee alle nach Hause, die nicht schlank genug sind.

Wehe, die Ausgangsuniform passt nicht mehr: Vor der Entlassungsfeier schickt die Armee alle nach Hause, die nicht schlank genug sind.
Bild: VBS

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Heute verabschiedet Zürichs Stadtpräsidentin Corine Mauch auf dem Militärflugplatz Dübendorf «in würdigem Rahmen» zahlreiche Soldaten, die ihren Dienst redlich geleistet haben. Doch wehe, wer aus dem Rahmen fällt: Alle Armeeangehörigen, die nicht mehr in die Ausgangsuniform passen, werden nämlich vor der Feier heimgeschickt, wie die Lokalzeitung «Zürich 2» heute berichtet.

Das trifft gnadenlos jeden – auch solche, die nicht an Übergewicht leiden. So muss Soldat P.H. nach 280 Diensttagen auf die feierliche Entlassung verzichten. Obwohl er bei einer Grösse von 1,87 Metern lediglich 81 Kilo wiegt, bringt er den Hosenknopf des Ausgängers nicht mehr zu. «Dass man mich durch den Hinterausgang abserviert, finde ich stillos», sagt er zur militärisch angeordneten Ausgrenzung.

Keine neue Uniform

Er hatte zivil einzurücken und wurde vom letzten, feierlichen Verabschiedungsteil ausgeschlossen, sagt er gegenüber «Zürich 2». Für Kreiskommandant Oberst Daniel Bosshard ist das Vorgehen aber rechtens. «Alle Soldaten müssen jederzeit einrücken können. Demzufolge müssen alle Dienstpflichtigen ihre Uniform retablieren lassen» – mit anderen Worten: P.H. hätte eine neue Uniform fassen müssen.

Doch die Armee in Zürich sei unbürokratisch und verzichte auf die vorgesehene Entlassungsinspektion, wenn die Uniform nicht mehr passt, so Bosshard. Der Haken dabei: Beim letzten Teil vor der Entlassung werde der Truppenverband vor dem Kommandanten aufgestellt. «Das geht nur mit korrekter Uniform», sagt Bosshard. Oder eben gar nicht, wenn sie nicht mehr passt.

Das hat auch zur Folge, dass die «Dicken» nicht mehr zum kostenlosen Apéro mit Lunch zugelassen sind. Immerhin gibt es für die «Zivilisten» trotzdem einen halben Roten oder Most mit auf den Weg – den sogenannten Ehrentrunk. (ep)

Erstellt: 11.11.2010, 14:30 Uhr

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18 Kommentare

Andres Egli

12.11.2010, 14:37 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Natürlich ist es nicht recht, wenn Dicke nicht an der Verabschiedung teilnehmen können, doch geht es dem Verfasser wirklich darum? Warum stellt er den Namen der Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch an den Anfang dieser unschönen Geschichte? Bestimmt war sie nicht einmal informiert, was sich da militärintern abgespielt hatte. Der Bericht suggeriert einen Zusammenhang und will Mauch diffamieren. Antworten


Gerold Bollinger

09.12.2010, 14:21 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Betr. Entlassung aus der Wehrpflicht : Der Kt. TG machts seit Jahren vorbildlich vor: Einrücken gestaffelt in Zivil,Abgabe der Leihgegenstände, den Rest behalten, so man will - offenbar ist der Kt. ZH eben gouvernementaler als andere. (siehe Bildungspolitik!) Antworten



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