Zürich

«Kein Auto zu haben, ist eine sehr hohe Lebensqualität»

Von Simon Eppenberger. Aktualisiert am 02.03.2012 104 Kommentare

In Zürich streiten sich die Politiker darüber, ob Mietern ihr Auto verboten werden darf. Während autofreie Siedlungen im Bau sind, ist Bern viel weiter. Dort verzichten 80 Personen vertraglich auf das Auto.

Siedlung im Leutschenbach: Nicht einmal jede dritte Wohnung hat einen Parkplatz.

Siedlung im Leutschenbach: Nicht einmal jede dritte Wohnung hat einen Parkplatz.

Katharina Gallizzi aus Bern: Schätzt das autofreie Wohnen als gemeinsamen Beitrag zur Umwelt. (Bild: Screenshot ZDF)

Umfrage

Würden Sie auf das Auto verzichten, um in einer günstigeren Stadtwohnung leben zu können?

Ja

 
58.5%

Nein

 
41.5%

1240 Stimmen


Siedlung Burgunder in Bern: Höchstens Mobility-Autos erlaubt. (Bild: npg-ag.ch)

Artikel zum Thema

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...


Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Autofreies Wohnen sorgt in Zürich für rote Köpfe. Während sich die Leser von Tagesanzeiger.ch in Hunderten Kommentaren einen Schlagabtausch liefern, ob das angebracht ist, kämpfen Bürgerliche auf der politischen Ebene um Parkplätze und die «persönliche Freiheit». Die Stadt befragt derweilen 1600 Mieter nach ihren Verkehrsmitteln – und realisiert Siedlungen, deren Bewohner ohne Autos auskommen sollen oder gar müssen. Damit werden diese Neubauten auf die Energieziele der 2000-Watt-Gesellschaft ausgerichtet.

Bern ist in dieser Hinsicht einige Jahre weiter. Im Quartier Bümpliz gibt es bereits seit rund einem Jahr eine Siedlung, deren Bewohner kein Auto haben. Die 80 Personen in der Überbauung Burgunder haben sich sogar vertraglich verpflichtet, auf motorisierten Individualverkehr zu verzichten. Sogar das ZDF bewertete diese Wohnform als derart aussergewöhnlich, dass ein Fernsehteam nach Bern reiste, um darüber zu berichten.

«Autofraktion wird es immer geben»

Gegenüber dem deutschen Staatsfernsehen sagte Katharina Gallizzi, dass sie auf nichts verzichtet, im Gegenteil: «Kein Auto zu haben, ist eine sehr hohe Lebensqualität.» Da sie jeden Tag pendle, habe sie Zeit, im Zug ein Buch zu lesen und müsse sich nicht mit Staus abkämpfen. Dabei ist Gallizzi auch das ökologische Engagement wichtig: «Gemeinsam etwas für die Umwelt zu tun gibt einen Zusammenhalt und ist besonders mit Kindern sehr schön.»

Günther Ketterer, Mitbegründer der Siedlung, sieht sich nicht als Kämpfer gegen die Autos: «Die Autofraktion wird es immer geben. Wir bauen nur für ein anderes Bedürfnis.» Und wenn es doch einmal ein Auto braucht, dann mieten die Burgunder-Bewohner ein Mobility-Vehikel.

Hunderte Neuwohnungen ohne Parkplätze

In Zürich werden in den nächsten Jahren hunderte Mieter in autofreie Wohnungen ziehen. 240 Personen werden in der Siedlung Kalkbreite einziehen. Sie alle verzichten ebenfalls vertraglich auf ein Auto. Der Bezug ist für Frühling 2014 vorgesehen. Das Interesse an den Wohnungen ist laut der Genossenschaft sehr gross.

Eine zweite autofreie Überbauung mit 94 Wohnungen ist auf der Kronenwiese geplant. Dort will die Stadt Zürich bis 2016 eine Siedlung erstellen, die möglicherweise ohne Tiefgarage auskommen muss. Und im Leutschenbach plant die Baugenossenschaft «Mehr als Wohnen» 450 Wohnungen, die mit 106 Parkplätzen auskommen müssen.

Bereits in Bau ist eine andere autoarme Siedlung: Der Sihlbogen in Leimbach. Dort haben die Behörden erstmals erlaubt, die vorgeschriebene Parkplatzzahl zu unterschreiten. Statt 131 Plätze muss die Genossenschaft nur 66 erstellen.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 29.02.2012, 11:25 Uhr

104

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

104 Kommentare

Nicolas Schmid

29.02.2012, 11:49 Uhr
Melden 69 Empfehlung 0

«Kein Auto zu haben ist eine sehr hohe Lebensqualität.» Das ist die persönliche Meinung von Frau Gallizzi. Ich sehe das anders und werde bestimmt weder aufs Auto verzeichten noch in eine solche Siedlung ziehen. ÖV benützen zu müssen, würde meine Lebensqualität stark einschränken. Fazit: Solche Diskussionen sind völlig müssig. Jedem das Seine. Antworten


Hanspeter Stocker

29.02.2012, 11:38 Uhr
Melden 63 Empfehlung 0

Aber ein Auto zu haben ist eben dennoch eine noch höhere Lebensqualität. Antworten



Zürich

Populär auf Facebook Privatsphäre

Lokalverzeichnis

Werbung

Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen