Keine klassenlose S-Bahn
Aktualisiert am 15.12.2011 6 Kommentare
Artikel zum Thema
- S-Bahn-Pendler sehen freie Plätze im Netz
- So sehen die neuen S-Bahnen aus
- Die S-Bahn wird einstöckig und hat viele Stehplätze
Stichworte
Etwas gesehen, etwas geschehen?
Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an
4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Weder das Liniennetz noch das Rollmaterial seien dafür geeignet. Erfahrungen zeigten, dass Rollmaterial mit einer grossen Anzahl Stehplätzen im Idealfall einstöckig konzipiert sei, schreibt der Regierungsrat in der am Donnerstag publizierten Antwort auf eine Anfrage von CVP-Kantonsräten. Zudem sollten die Wagen über viele Türen verfügen, damit ein rasches Ein- und Aussteigen möglich sei.
Solches Rollmaterial stehe der Zürcher S-Bahn nicht zur Verfügung und sei für das geplante Angebot auch nicht notwendig. Im Kernnetz würden seit jeher doppelstöckige Züge mit einer möglichst hohen Anzahl an Sitzplätzen eingesetzt. Für grosse Stehplatzzonen seien diese Wagen - schon von der Statik her ungeeignet.
Als weiteren Grund gegen die Einführung von 3.-Klasse-Wagen führt der Regierungsrat die Eigenheiten des Liniennetzes ins Feld. Die S- Bahn lege grosse Distanzen zurück. Laut Erhebungen akzeptierten Bahnreisende Stehplätze aber nur bei verhältnismässig kurzen Reisezeiten.
Neue Linien und neues Rollmaterial
Der Regierungsrat hält auch nichts von der in der Anfrage angeregten Abschaffung der 1. Klasse. Mit einer integralen 2. Klasse könnte zwar die Sitzplatzkapazität um 5 Prozent gesteigert werden. Ein Umbau der bestehenden Rollmaterialflotte stehe aber nicht zur Diskussion. Die 1. Klasse sei ein wichtiger Bestandteil des öffentlichen Verkehrssystems und werde stark genutzt.
Durch die Qualitätsmerkmale trage die 1. Klasse wesentlich zur grossen Akzeptanz des öffentlichen Verkehrs bei. Eine klassenlose S- Bahn sei daher nicht wünschenswert und wäre nach Meinung des Regierungsrates «dem guten Ansehen des ÖV-Systems im Kanton Zürich und der Schweiz kaum zuträglich».
Im Übrigen weist der Regierungsrat darauf hin, dass dank neuer S- Bahn-Linien die Kapazitäten in den nächsten Jahren in den meisten Korridoren erhöht werden. Für Entspannung auf stark genutzten Linien sorge ausserdem neues Rollmaterial, das eigens für die Umsetzung der 4. Teilergänzungen der Zürcher S-Bahn beschafft werde. Die ersten Kompositionen des leistungsfähigen Zuges würden voraussichtlich bereits Anfang 2012 auf der S12 zum Einsatz kommen. (lcv/sda)
Erstellt: 15.12.2011, 17:03 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
6 Kommentare
Es gibt nur eine Lösung, womit der ZVV das Kapazitätsproblem in den S-Bahnen lösen könnte. Die 1. Klasse in den S-Bahnen entfernen, plus zusätzliche Stehplätze in der 2. Klasse schaffen, indem man im unteren Teil der Waggons die Sitzplätze durch Stehplätze ersetzt. Dies wäre die kostengünstigste und die effizienteste Problemlösung. Antworten
Wer die Abschaffung der 1. Kl. fordert, übersieht die damit verbundene Preiserhöhung für die 2. Kl. Falls alle, die jetzt ein 1.Kl.-Abo haben, später immer noch S-Bahn in 2.Kl. fahren (unrealisitisch--> Abwanderung zu Alternativen wie Auto), dann ist das ein massiver Ertragsausfall für den ZVV, der auf die 2.Kl.-Abos draufgeschlagen wird. Das Gejammer hier wäre gross Antworten

Bitte warten
