Kindermädchen-Affäre: Rita Fuhrers Direktion muss Jahreslohn berappen

Dem Kanton kommt das Verfahren um das Kindermädchen des Ex-Schauspielhausdirektors teuer zu stehen. Er muss einer ehemaligen Mitarbeiterin von Rita Fuhrer insgesamt 12 Monatslöhne zahlen.

Ohrfeige des Verwaltungsgerichts: Rita Fuhrers Volkswirtschaftsdirektion muss im Verfahren um das Kindermädchen tief in die Tasche greifen.

Beat Marti

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Über Monate hinweg hatte sich die kantonale Volkswirtschaftsdirektion unter der Führung von Rita Fuhrer (SVP) um eine Bewilligung für die Haushaltshilfe von Matthias Hartmann bemüht. Der damalige künstlerische Direktor des Schauspielhauses beschäftigte sein Kindermädchen aus Bulgarien jedoch ohne rechtmässige Bewilligung. Für die zeitweise mit dem Dossier betraute juristische Sekretärin war das klar gegen das Gesetz. Deshalb kündigte sie fristlos.

Die Volkswirtschaftsdirektion von Rita Fuhrer (SVP) wollte diese Kündigung so nicht akzeptieren. Dagegen klagte die Frau und verlangte eine Abfindung in der Höhe von sieben bis elf Monatslöhnen.

Strafanzeige gegen Hartmann hat sich aufgedrängt

Am Dienstag wurde bekannt: Das Gericht heisst die Beschwerde der juristischen Sekretärin gut und verurteilt den Kanton zur Zahlung einer Abfindung in der Höhe von neuen Monatslöhnen. Hinzu kommen drei Monatslöhne als Entschädigung.

Wie teuer der Schuldspruch die Volkswirtschaftsdirektion zu stehen kommt ist nicht bekannt. Zum Jahreslohn der Juristin kommen alleine Gerichtskosten von über 4000 Franken hinzu.

Im Entscheid schreibt das Gericht: «Aufgrund der Kenntnisse hätte sich eine Strafanzeige gegen den Direktor des Schauspielhauses aufgedrängt.» Nicht ersichtlich sei, inwiefern von Amtsseite ein öffentliches Interesse verfolgt worden ist. Laut dem Gericht ist die Bedeutung des künstlerischen Direktors für das Kulturangebot im Kanton von dessen privater Stellung zu trennen. «Das geltende Recht würde ansonsten für bestimmte Personengruppen faktisch ausser Kraft gesetzt», so das Gericht. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.02.2010, 13:30 Uhr

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7 Kommentare

bruno wehrli

10.02.2010, 21:57 Uhr
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Gratuliere zum Artikel, Herr Nussbaumer. Die Dummen sind die kleinen Angestellten, welche sich nach dem Tun der grossen Chefs zu richten haben. Hut ab vor der Jursitin vom AWA, die diesen Mut aufgebracht hat und Gratulation dem Verwaltungsgericht des Kantons zu seinem Urteil. Es ist nur zu hoffen, dass beim vorgesehen Filmprojekt auch diese Seite von RF ausgeleuchtet wird. Antworten


rolf kienast

09.02.2010, 18:15 Uhr
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Ich hätte genau wie Frau Fuhrer gehandelt. Aber dazu ein Jahresabonnement für 2 Personen für das Schauspielhaus gefordert. Es besteht natürlich die Annahme, dass so etwas schäbiges Frau Fuhrer niemals in den Sinn gekommen wäre. Antworten


Hans-Christian Müller

09.02.2010, 17:04 Uhr
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Wirklich ärgerlich sind Anwürfe, wie Herrn Rellek hier einer einfällt. So einfach, wie er es zu wissen meint, haben die Verhältnisse nämlich nicht gelegen, und mit Vetterliwirtschaft hatten sie nichts zu tun, es sei denn, das bei einem Schauspielhausintendanten etwas erhöhte Bemühen um sein Wohl werde als solche bezeichnet. Vielleicht müssten gar die grosszügigen Richter einen Abendkurs besuchen. Antworten


Yvonne Zahnder

09.02.2010, 14:13 Uhr
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Oben machen die doch was sie wollen. Wenn hier das Kriterium "im öffentlichen Interesse handeln" aufgestellt wird, dann frage ich mich, wer von den PolitikerInnen wirklich danach handelt. Ich fühle mich jedenfalls von niemandem dieser Kaste wirklich vertreten. "Vertreten", von Tritt abgeleitet, schon. Antworten


Andreas Rellek

09.02.2010, 13:37 Uhr
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...schon wieder ein Flop der SVP-Dame...und da wird wohl noch einiges kommen... vielleicht sollte man sich in ein paar Abendkursen mal etwas weiterbilden und weniger selbstherrlich auftreten...die Kosten sollten auf jeden Fall von der SVP übernommen werden und ganz sicher nicht vom Staat. Antworten


Thomas Illi

09.02.2010, 13:23 Uhr
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"Schuldig gesprochen" werden kann man nur in einem Strafverfahren. Hier geht es doch aber bloss um eine arbeitsrechtliche Auseindersetzung. Antworten


peter ess

09.02.2010, 13:17 Uhr
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Als Zürcher Steuerzahler würde ich mich hier wieder ärgern. Geld für nix und wieder nix verschleudert - und es gibt genug Erwerbslose, Senioren und Familien die gerne einen Zustupf hätten und nötig haben. Antworten



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