Knatsch in der SVP um Frauen und Millionäre
Von Ruedi Baumann. Aktualisiert am 09.05.2011 33 Kommentare
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Bevor am Dienstagabend Walter Frey als Präsident der Listengestaltungskommission die Katze aus dem Sack lässt, wird noch kräftig intrigiert. Drei Gründe für die angespannte Stimmung:
Erstens : Die bisherige 12er-Delegation der Zürcher SVP in Bern ist überaltert, doch bloss Hans Rutschmann will zurücktreten. Ulrich Schlüer wird dieses Jahr 67, Max Binder, Toni Bortoluzzi und Hans Fehr werden 64-jährig. Binder und Bortoluzzi sitzen schon 20 Jahre im Rat. Insider gehen davon aus, dass Christoph Blocher als Ständeratskandidat den ersten Listenplatz erhält. Das heisst: Alle zwölf Sitze wären bereits besetzt.
Zweitens: Als Farbtupfer in der Truppe der alten, grauen Herren will die SVP – wie 2007 – eine erfolgversprechende junge Frau auf einen Topplatz setzen. Natalie Rickli wurde damals von zweiten Listenplatz aus gewählt. Um diesen Sprungbrett streiten sich vier Frauen: Jung-SVP-Präsidentin Anita Borer (24), Kantonsrätin Barbara Steinemann (34), die knapp abgewählte Kantonsrätin Susanne Brunner (39) und Jacqueline Hofer (41), Präsidentin der SVP-Frauen. Die Nase vorn hat Anita Borer, die anderen drei müssen sich wohl mit hinteren Plätzen begnügen.
Drittens: Neben Blocher hat die SVP zwei weitere steinreiche Kandidaten angeworben, die einen Wahlkampf aus der Portokasse bezahlen könnten: Handykönig Hans-Ulrich Lehmann und Banker Thomas Matter. Die parteiinterne Konkurrenz, die schon lange um einen Nationalratssitz ellbögelt, freut das wenig. Bei Matter fürchten einige zudem, dass der Rummel um das Ende seiner Swissfirstbank und die Wirren um die Pensionskasse noch herumgeistern und fürs Image der Partei schädlich sein könnten.
Handykönig als Evangelikaler?
Geschäftsmann Hans-Ulrich Lehmann (Mobilezone, Freizeitzentrum Riverside) galt bis Samstag als unbestritten und für viele mit seiner offenen Art als Glücksfall. Doch dann publizierte der «Blick» einen Artikel, in dem Lehmann als Mitglied des Dübendorfer Missionswerks Mitternachtsruf und als evangelikaler Fundamentalist dargestellt wird. Lehmann sagte gestern, dass er zwar Geld für ein Jugendzentrum gespendet habe, aber nie Mitglied gewesen sei. Auch sei er schon viele Jahre nicht mehr zum Gottesdienst gegangen. «Solche Verunglimpfungen nehme ich sportlich, ich mache an diesem Pöstelidenken nicht mit.» Lehmann würde auch bei einem Platz im Mittelfeld den Bettel nicht hinschmeissen.
SVP-Chef Alfred Heer schliesst nicht aus, dass mit dem «Blick»-Artikel Lehmann bewusst geschadet werden sollte. «Ich habe aber keine Ahnung, wer hinter einer Intrige stehen könnte.» (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 09.05.2011, 10:53 Uhr
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33 Kommentare
Ist jeder selberschuld, der diese Partei wählt. Und es ist wieder einmal mehr ersichtlich, für WEN diese Partei politisiert. Nicht für das Volk wie sie immer sagen, sondern ausschliesslich für ihre Klientel. Wacht entlich auf und versenkt diese Volksauf- und verhetzer in der Bedeutungslosigkeit. Träume darf man ja haben. Antworten
Schlimm ist es ja eigentlich nicht, dass die SVP eine Partei der Superreichen ist. Schlimm ist, dass das Volk nicht merkt, dass die SVP es für ihre Zwecke missbraucht. Ausser Ausländerhass und Unterstützung des Grosskapitals kommt ja nichts von dieser Partei. Antworten

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