Krankenkasse-Pleitiers vor Gericht

Am Montag startete vor dem Bezirksgericht Winterthur der Prozess wegen der Pleite der Krankenkasse KBV. Die vier ehemalige Direktoren der KBV sowie drei Mitangeklagte sollen mehrere Millionen abgezweigt haben.

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Die Staatsanwaltschaft wirft den vier ehemaligen Direktoren der Winterthurer Krankenkasse KBV vor, 2040 fiktive ältere Versicherte in den Datenbestand der Krankenkasse aufgenommen zu haben. Durch die Meldung dieser Versicherten an die Stiftung Gemeinsame Einrichtung KVG sollen die Direktoren zwischen 2001 und 2003 für die KBV unrechtmässige Vorteile von über 27 Millionen Franken erzielt haben.

Im Rahmen der Abwicklung des Vermittlervertrags mit den fiktiven Versicherten sollen die Angeklagten 9,54 Millionen Franken in bar in die eigenen Taschen abgezweigt haben. Den vier Direktoren, die im Herbst 2003 vorübergehend in Untersuchungshaft sassen, wird Betrug, Veruntreuung, Urkundenfälschung und Geldwäscherei zur Last gelegt.

Zürcher Garagist wegen Gehilfenschaft angeklagt

Ein ebenfalls vorübergehend festgenommener Garagist aus der Stadt Zürich, an dessen Wohnort der Vermittlervertrag mit den fiktiven Versicherten gemeldet war, ist wegen Gehilfenschaft zum Betrug angeklagt. Ein weiterer Anklagepunkt betrifft die Auszahlung von Boni an drei der Direktoren, den damaligen Präsidenten und den Vizepräsidenten der Krankenkasse. Es wird ihnen mehrfache Veruntreuung und Urkundenfälschung vorgeworfen.

Die Gerichtsverhandlung ist bis Ende Woche angesetzt. Die Strafanträge der Staatsanwaltschaft sind für kommenden Donnerstag vorgesehen. (tif/ap)

Erstellt: 08.09.2008, 19:21 Uhr

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