Kritik an der Brustkrebsstudie
Von Dario Venutti. Aktualisiert am 20.08.2009
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Der Kanton Zürich kommt dabei schlecht weg: 35 Prozent der Patientinnen erhalten nach einer Brustamputation keine Bestrahlung, obwohl das Lehrbuch diese vorschreibt. Am besten schnitt das Wallis ab, wo nur bei 11 Prozent der Frauen auf eine Bestrahlung verzichtet wurde, am schlechtesten der Tessin mit 41 Prozent.
Heisst das, dass die Zürcher Ärzte ihre Arbeit schlecht machen? Susanne Diener, leitende Ärztin in der Radioonkologie am Uni-Spital Zürich, weist den Vorwurf zurück, Brustkrebspatientinnen würden im Kanton Zürich schlechter behandelt als anderswo. Die Aussagekraft der Studie sei in diesem Punkt stark zu relativieren, weil die Datenmenge keine Verallgemeinerungen zulasse. Tatsächlich wurden in Zürich 35, im Wallis 33 Fälle untersucht.
Kein Ranking möglich
Laut Diener wurden in den untersuchten Fällen zwei Tumorarten zusammengefasst (T3 und T4). Bei T3 sei es nicht immer notwendig, nach einer Amputation zu bestrahlen. Der Unterschied zwischen Zürich und dem Wallis sei vielleicht damit zu erklären, dass in Zürich der T3-Tumor häufiger aufgetreten sei als im Wallis.
Beat Thürlimann, Ko-Autor der Studie, räumt ein, dass die Differenz zwischen den Kantonen statistisch nicht signifikant sei. Die Studie erlaube auch kein Ranking zur Therapiequalität der Kantone. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 20.08.2009, 21:25 Uhr



