Landesmuseum: Bundesgericht verlangt eine Volksabstimmung

Aktualisiert am 04.06.2010 11 Kommentare

Der Kanton Zürich wollte an die Erweiterung des Landesmuseums 20 Millionen Franken aus dem Lotteriefonds beisteuern. Doch das Bundesgericht pfeift den Kantonsrat zurück.

Bereicherung für Zürich oder ein Klotz, der den Park zerstört? Projekt für die Erweiterung des Landesmuseums. (Visualisierung: Christ & Gantenbein Architecs)

Bereicherung für Zürich oder ein Klotz, der den Park zerstört? Projekt für die Erweiterung des Landesmuseums. (Visualisierung: Christ & Gantenbein Architecs)

Der Kantonsrat hätte den Beitrag von 20 Millionen Franken, den er im letzten Juni gesprochen hatte, dem fakultativen Referendum unterstellen müssen - auch wenn das Geld aus dem Lotteriefonds entnommen werden sollte. Mit dem Urteil stösst das Bundesgericht eine langjährige Praxis um, wie die NZZ heute Donnerstag schreibt.

Nach bisheriger Auslegung waren Gelder aus dem Lotteriefonds nicht «neue einmalige Ausgaben». Diese müssen gemäss der Kantonsverfassung ab einem bestimmten Betrag dem fakultativen Referendum unterstellt werden. Weiter wurde bislang unterschieden zwischen Fondsbeiträgen und Ausgaben, die aus der Kantonskasse bezahlt wurden. Bei den Fondsbeiträgen müssten die Stimmberechtigten nicht mitreden können - dieser Meinung war der Regierungsrat, der in erster Instanz die Stimmrechtsbeschwerde von Christian Gutekunst abgelehnt hatte. Gutekunst kämpft mit dem Komitee «Standpunkt Landesmuseum» gegen den Erweiterungsbau.

Referendum sehr wahrscheinlich

Das Bundesgericht begründet seinen Entscheid mit neuerer Rechtssprechung. Fondsbeiträge stellten unter bestimmten Bedingungen referendumspflichtige Ausgaben dar, zitiert die NZZ das Bundesgericht. Etwa, wenn es darum gehe, öffentliche Aufgaben zu erfüllen. Der Beitrag für die Erweiterung des Landesmuseums sei für «kultur-, bildungs- und wirtschaftspolitische Ziele (Tourismusförderung) und damit öffentliche Aufgaben» gedacht.

Das Parlament muss jetzt nochmals über die Bücher: Falls es erneut einen Betrag von über sechs Millionen Franken bewilligt, muss der Entscheid dem fakultativen Referendum unterstellt werden. Die Chancen, dass dieses ergriffen würde, sind gross. Dann hätten die Stimmberechtigten das letzte Wort. (cim)

Erstellt: 04.06.2010, 14:55 Uhr

11

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

11 Kommentare

Peter Markwalder

25.03.2010, 16:23 Uhr
Melden

Die allerletzte Chance für Zürich diese Bau-Schande den nächsten Generationen zu ersparen und das Landesmuseum (mit Park notabene) so zu belassen wie es ist! Zuviel historische Bausubstanz wurde und wird in dieser Stadt zerstört, entstellt und ausradiert. Dieser Respektlosigkeit vor der eigenen Geschichte gehört ein Riegel geschoben. Antworten


Sabine Ziegler

25.03.2010, 14:05 Uhr
Melden

Entscheide wie einen Neubau im Plattspitz und die Erweiterung des Landesmuseums ist zu zu wichtig um dem Stimmberechtigten vorbeigeschlängelt zu werden. Die baulichen Umgestaltungen an zentralen Orte wie den Plattspitz darf nicht veradministriert werden, weder vom Bund noch vom Kanton. Ich freue mich schon heute auf die beiden Abstimmungskämpfe. Antworten



Zürich

Meistgelesen in der Rubrik Zürich

Lokalverzeichnis

Werbung

Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen
Grillsaison
homegate Besser grillieren mit unseren Experten-Tipps Mehr

In Partnerschaft mit:

Homegate

Populär auf Facebook – Privatsphäre

Umfrage

Am 17. Juni stimmen wir darüber ab: Würden Sie die Volksinitiative «Freie Schulwahl für alle ab der 4. Klasse» heute annehmen?



AKTUELLE KADERSTELLEN

Marktplatz

AKTUELLE JOBS

Marktplatz

Telefonbuch

Marktplatz