Ledergerber legt sich mit Israel an

Von Felix Schindler. Aktualisiert am 28.05.2010 196 Kommentare

In einem Radiobeitrag kritisierte der Alt-Stadtpräsident Israel scharf, Juden sprechen von einer «verabscheuenswürdigen Darbietung». Doch Ledergerber ist unnachgiebig: «Ich stehe zu meiner Meinung.»

«Kriegserklärung an Israel»: Elmar Ledergerbers Äusserungen werden scharf kritisiert.

«Kriegserklärung an Israel»: Elmar Ledergerbers Äusserungen werden scharf kritisiert.

Artikel zum Thema

Ledergerber fordert einen Wirtschaftsboykott gegen Israel

(Quelle: Radio Suisse Romande)



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Alt-Stadtpräsident Elmar Ledergerber richte «seiner Stadt immensen Schaden» an und müsse von seinem Posten zurücktreten – «freiwillig oder unfreiwillig», schreibt der israelische Blogger Paul Uri Russak. Grund für die Attacke ist Ledergerbers Kolumne auf Radio Suisse Romande. Dort äusserte der Präsident von Zürich Tourismus seinen Unmut über die Aufnahme Israels in die OECD und forderte die Bevölkerung zu einem wirtschaftlichen Boykott Israels auf.

Eine «verabscheuenswürdige Darbietung»

«Israel erfüllt die Bedingungen einer OECD-Mitgliedschaft nicht. Es liegt also an uns, die Konsequenzen zu ziehen, und das heisst: Produkte und Waren aus Israel zu boykottieren», sagte Ledergerber in seiner Kolumne am 17. Mai (Aufzeichnung des Beitrages in der Infobox). Russak bezeichnet diese Aussage als «Kriegserklärung gegen Israel», der Schweizer Verein CICAD, der sich gegen Antisemitismus einsetzt, bezeichnet sie als «verabscheuenswürdige Darbietung». Der Blog German Media Watch schliesslich schreibt: «So einer ist Präsident von Zürich Tourismus.»

Der Alt-Stadtrat wehrt sich: «In meiner Kolumne habe ich keine Kritik an Juden oder den Israeli geäussert, sondern am israelischen Staat. Israel widersetzt sich allen Bemühungen um einen dauerhaften Frieden im Nahen Orient und erfüllt deshalb die Bedingungen für die Aufnahme in die OECD nicht. Das enttäuscht mich», sagt Ledergerber gegenüber Tagesanzeiger.ch Und der Aufruf zu einem wirtschaftlichen Boykott? «Wenn die Politik nicht reagiert, dass muss sich die Bevölkerung so etwas wenigstens überlegen», sagt er weiter.

Negative Folgen für den jüdischen Tourismus nach Zürich?

Auch die Israelitische Cultusgemeinde Zürich (ICZ) reagiert auf Ledergerbers Aussage: «Grundsätzlich darf man einen Staat kritisieren, auch Israel. Aber es geht um die Art und Weise, und die war in diesem Fall im hohen Masse unglücklich», sagt Frédéric Weil, Generalsekretär des ICZ.

Der Blogger Russak deutet an, dass Ledergerbers Aussage einen negativen Einfluss «auf den jüdischen Tourismus nach Zürich» haben könnte. Daran zweifelt Weil vom ICZ allerdings: «Herr Ledergerber ist in Israel nicht so bekannt wie andere Schweizer Politiker, deshalb hoffe ich nicht, dass seine Aussage dem Zürcher Tourismus schadet.» Ledergerber sieht jedoch keinen Widerspruch zwischen seinem Amt und seine Israel-Kritik: «Meine Funktion entbindet mich nicht davon, über Missstände zu sprechen und zu meiner Meinung zu stehen.»

Die SVP des Kantons Zürich regierte in scharfem Ton auf die Äusserungen Ledergerbers. Die Partei ist der Meinung, solche Aussagen schaden Zürich Tourismus mehr, als dass sie nützlich sind. Deshalb fordert die SVP Ledergerber zum sofortigen Rücktritt vom Amt als Präsident von Zürich Tourismus auf.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.05.2010, 12:23 Uhr

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196 Kommentare

Béatrice Bisang

28.05.2010, 08:27 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Würden uns die Medien die Bilder mit den überfüllten Regalen, den luxuriösen Pools der Palästinenser, den Luxus-Clubs in Gaza nicht vorenthalten, gäbe es viel weniger dumme Kommentare! Antworten


Béatrice Bisang

28.05.2010, 12:38 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Heinz Butz wagt es,Gaza mit dem Warschauer Ghetto zu vergleichen. Ich kenne Augenzeugen, die ein ganz anderes Bild von Gaza beweisen können. Nur wollen unsere links- und rechtsbraunen Zeitgenossen dies nicht zur Kenntnis nehmen. Noch nie mussten die gut gekleideten Bewohner von Gaza hungern. Freizeitvergnügen verbietet nur die Hamas. Kein Mitleid mit den palästinensischen Berufsflüchtlingen! Antworten



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