Zürich

Lehrerberuf dank Finanzkrise wieder attraktiv

Von Maria Rodriguez. Aktualisiert am 09.01.2009

Der akute Lehrermangel dürfte schon bald passé sein. Wegen der kritischen Wirtschaftslage sehnen sich viele Arbeitnehmer nach einem sicheren Job.

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Ein sicheres Einkommen, geregelte Arbeitszeiten und gute Sozialleistungen. Auch risikofreudige Arbeitnehmer setzen zurzeit auf Sicherheit. Martin Wendelspiess, Chef Volksschulamt des Kantons Zürich, bringt es auf den Punkt: «Die Sicherheit am Arbeitsplatz hat plötzlich einen grösseren Stellenwert. Vor einem halben Jahr hat noch niemand darüber geredet.»

Jahrelang kämpfte der Kanton Zürich mit Lehrermangel. Letzten Herbst gingen das Volksschulamt in die Offensive, ehemalige Lehrer wurden angeschrieben, mit Erfolg: «Wir haben Ende November eine Veranstaltung für Wiedereinsteiger durchgeführt. Zu unserem grossen Erstaunen kamen über 100 Leute. Das kann ein Indiz dafür sein, dass der Lehrerberuf begehrter ist», so Wendelspiess weiter.

Lehrermangel vielleicht schon bald vorbei

Sogar Stellen in der pädagogischen Sachbearbeitung haben massiv an Attraktivität gewonnen. Auf zwei offene Stellen haben sich gemäss Wendelspiess sehr viele Leute beworben: «Überdurchschnittlich viele Bewerbungen kamen aus Dienstleistungsunternehmen und Banken.» Ob der Lehrermangel nun vorbei ist, zeigt sich in den nächsten Monaten. Beim Volksschulamt geht man davon aus, dass die Kündigungen wegen der Krise abnehmen.

Ausbildung zum Lehrer begehrt

Gemäss «20 Minuten» wollen viele Banker plötzlich Lehrer werden. An der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz erkundigen sich dementsprechend viele Leute aus der Privatwirtschaft nach einer Ausbildung zum Lehrer. Und auch die Pädagogische Hochschule Zürich PHZH erreichen überdurchschnittlich viele Anfragen: «Gerade gestern hatten wir eine Informationsveranstaltung für Quereinsteiger. Es kamen doppelt so viele Leute wie sonst. Das Interesse am Lehrberuf ist momentan sehr gross, besonders bei Leuten aus anderen Arbeitsbereichen», stellt Andrea Widmer Graf fest, die das Departement der Sekundarschule II an der PHZH leitet und auch für das Aufnahmeverfahren von potenziellen Lehrern verantwortlich ist. Leute aus dem Bankenwesen sind genau so willkommen wie andere, allerdings seien auch soziale Kompetenzen wichtig beim Lehrberuf. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.01.2009, 15:26 Uhr

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