Zürich

Letzigrund: Stadt und Implenia waren schon vor Friedensrichter

Von Georg Gindely. Aktualisiert am 08.03.2010

Der Rechtsstreit zwischen der Stadt und Implenia um die Mehrkosten für den Letzigrund hat bereits begonnen.

Viel Zunder: Nach dem Riss im Stadiondach entflammt ein Rechtsstreit um offene Baukosten des Letzigrunds.

Reto Oeschger

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Laut TA-Recherchen fand bereits eine Schlichtungsverhandlung vor dem Friedensrichters statt. Zu einer Einigung kam es nicht. Nun will die Baufirma Klage gegen die Stadt einreichen. Sie macht Mehrkosten beim Bau des Stadions in zweistelliger Millionenhöhe geltend. Laut einem Insider geht es um 20 Millionen Franken (TA vom Samstag). Implenia (IMPN 30.3 2.02%) begründet die Kostenüberschreitungen mit zusätzlichen Leistungen, die im ursprünglichen Baubeschrieb nicht beinhaltet waren.

«Martelli hätte Bericht erstatten müssen»

Parlamentarier reagieren erstaunt - und üben Kritik. Die abtretende Hochbauvorsteherin Kathrin Martelli (FDP) hatte sie nicht über die drohende Millionenklage informiert. «Im Sinne der Transparenz hätte uns der Stadtrat Bericht erstatten müssen», sagt Mirella Wepf (SP), Präsidentin der Hochbaukomission. Balthasar Glättli (Grüne), Präsident der Rechnungsprüfungskommission, fordert eine lückenlose Aufklärung. Es müsse genau abgeklärt werden, ob die Stadt Zusatzaufträge erteilt habe. «Falls dies der Fall war, hätte der Stadtrat einen Zusatzkredit beantragen und uns informieren müssen.»

Martelli will im Moment keine Stellung zum Streitfall nehmen. Ihr Sprecher Urs Spinner sieht keinen Grund für weitere Zahlungen an Implenia. «Die Stadt hat sämtliche Verpflichtungen aus dem Werkvertrag vollumfänglich erfüllt.» Sollte sich dies bestätigen, müsste Implenia die Kostenüberschreitungen tragen. Als Totalunternehmerin hatte sie sich verpflichtet, das Stadion zum vereinbarten Preis zu bauen. Am Mittwoch wird Implenia die Aktionäre informieren: Dann präsentiert die Firma den Abschluss für 2009. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 08.03.2010, 10:42 Uhr

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