Zürich

Luftwaffe räumt Fehler ein

Von Pia Wertheimer. Aktualisiert am 14.09.2011 66 Kommentare

Drei Militärjets eskortierten gestern Dienstag den A380 zu seiner Taufe. Der Anblick weckte Erinnerungen an 9/11 und löste in der Bevölkerung Angst aus.

1/6 Die Piloten der Jets haben Blickkontakt mit der zivilen Besatzung.
Schweizer Luftwaffe

   

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Der jüngste Täufling der Lufthansa-Flotte liess gestern die Herzen der Aviatikfans höher schlagen. Für schnelleren Puls bei unzähligen Personen sorgten aber auch die drei F/A-18 der Schweizer Luftwaffe, welche den A380 auf seinem Flug von Frankfurt nach Kloten abfingen und bis zu seiner Landung eskortierten. Wegen des zehnten Jahrestags von 9/11 sind die unfassbaren Bilder allgegenwärtig. Die Formation der drei Militärjets und des Riesenvogels weckte Erinnerungen an die Flugzeuge, die in New York in die Zwillingstürme donnerten.

Jürg Nussbaum, Chef der Kommunikation der Schweizer Luftwaffe, räumt ein: «Im Nachhinein sind wir schlauer.» Er hält zwar fest, dass die Schweizer Luftwaffe solche Übungen mehrmals jährlich ohne Aufsehen durchführt. «Wir haben aber den Einfluss des zehnten Jahrestags vom 11. September 2011 wohl etwas unterschätzt.» Der Umstand, dass die F/A-18 eine derart riesige Passagiermaschine begleitet haben, trug wohl zu einer grösseren Beachtung bei. «Künftig werden wir proaktiver informieren», sagt Nussbaum.

Übung für Piloten und Bordfotografen

Die Jets der Schweizer Luftwaffe stiegen auf Wunsch der Lufthansa (LHA 8.479 0.09%) auf. «Die Fluggesellschaft fragte an, ob wir Fotos vom A380 in der Luft schiessen würden.» Weil die Luftwaffe solche Flüge als Training nutzen könne, hätten die Verantwortlichen zugesagt. «Wir trainieren damit unsere Piloten, aber auch die Berufsbordfotografen», sagt Nussbaum. Das Militär beschloss zudem, die Gunst der Stunde zu nutzen und aus der Eskorte auch gleich eine Abfangübung zu machen, die im Rahmen des Luftpolizeidienstes vorkommen kann.

«Im Luftpolizeidienst gibt es internationale Verfahren, die nicht nur die Piloten, sondern auch die betroffenen Flughäfen immer wieder üben müssen.» Dazu gehöre beispielsweise ein grosses Passagierflugzeug, das sich regelwidrig verhält, in der Luft abzufangen und zur Landung zu bringen. In der Regel steigen dann zwei Militärjets zur zivilen Maschine auf. Laut Nussbaum positioniert sich einer seitwärts auf der Höhe des Cockpits der Passagiermaschine, der zweite deckt seinen Kollegen mit gewissem Abstand von hinten. «Der vordere Jetpilot versucht dann mit der Cockpitbesatzung der Passagiermaschine Kontakt aufzunehmen.» Ein Flugzeug von der Grösse eines A380 werde nur in Zürich oder Genf landen können. «Ein solches Szenario fordert auch die dortigen Mitarbeiter.»

Freundschaftsdienst für die Lufthansa

Nussbaum bezeichnet den Fotoflug als «Freundschaftsdienst» für die Lufthansa. Er gehe davon aus, dass dies für die deutsche Fluggesellschaft ohne Kostenfolge bleibe. «Schliesslich hatte die Luftwaffe ebenfalls ihren Nutzen.» Und es seien ihr dadurch keine zusätzlichen Kosten entstanden. «Die Übung erfolgte im Rahmen des ordentlichen Flugstundenbudgets, und es handelte sich um ein Training für unsere Piloten und Bordfotografen.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.09.2011, 11:29 Uhr

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66 Kommentare

Peter Steiner

14.09.2011, 11:48 Uhr
Melden 143 Empfehlung

Ich bin absolut kein Freund des Militärs.
Aber wer in der Schweiz wegen einer solchen Sache einen Aufstand macht sollte wirklich nicht ernst genommen werden. Von niemandem und auf keiner Ebene.
Antworten


Hans Schmid

14.09.2011, 12:18 Uhr
Melden 113 Empfehlung

Ich sähe nicht, was es da zu kritisieren gibt. Es wurden keine zusätzlichen Flugstunden geflogen, die Piloten konnten trainieren und für Aviatikfans gab es etwas interessantes zu sehen.
Wer sich wegen sowas in die Hose macht sollte sich besser schämen und den Mund halten statt damit zur Presse zu rennen!
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