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Mario Fehr erhält Konkurrenz

Von Ruedi Baumann. Aktualisiert am 18.08.2010 1 Kommentar

SP-Favorit Fehr bekommt es mit einem beliebten Gemeindepräsidenten zu tun. Auch in die Grünen ist Bewegung gekommen: Martin Graf will es nochmals wissen.

Tritt gegen Fehr an: Thomas Hardegger.

Begrüsst Hardeggers Kandidatur: Mario Fehr.

Wer ist der Mann, der gestern überraschend seine Kandidatur gegen den SP-Kronfavoriten Mario Fehr angekündet hat? Er heisst Thomas Hardegger, ist 54, seit gut vier Jahren Rümlanger Gemeindepräsident, langjähriger Sekundarlehrer und seit neun Jahren Kantonsrat. Hardegger ist einer von der ruhigen Sorte, besonnen und auf Ausgleich bedacht. Für ihn spricht, dass er in der SVP-Gemeinde Rümlang zweimal mit gutem Resultat zum Gemeindepräsidenten gewählt wurde. Er kanns also auch mit den Bürgerlichen.

Hardegger sagt: «Ich kandidiere nicht gegen Mario Fehr, den ich sehr schätze, sondern ganz einfach, weil mich die Aufgabe als Regierungsrat reizt und ich das Wissen und die Erfahrung mitbringe.»

Jositsch-Verzicht hat motiviert

Der Verzicht von Nationalrat Daniel Jositsch habe seinen Entscheid «begünstigt, aber nicht ausgelöst». Hardegger anerkennt, dass Mario Fehr in der Öffentlichkeit bekannter und auf nationaler Ebene besser vernetzt sei als er. «Ich bin dafür in den kantonalen Planungs- und Bauthemen besser eingearbeitet und auch in der Flughafenfrage näher an der Bevölkerung.» Hardegger ist Präsident der kantonsrätliche Kommission für Planung und Bau und als Gemeindepräsident Mitglied des Flughafenschutzverbands und der IG West, die eine Entwicklung des Flughafens auf dem bestehenden Areal fordert.

Nominiert wurde Hardegger direkt von seiner Ortspartei. Mario Fehr wird heute Abend in Horgen von der Bezirkspartei ins Rennen geschickt. Die kantonale SP entscheidet am 28. September.

Und dieser Parteitag dürfte es in sich haben. Denn mindestens so brisant wie Hardeggers Kandidatur ist die Forderung einiger SP-Sprachrohre nach einer dritten Kandidatur. Konkret würde das heissen: Die SP zieht mit der Bisherigen Regine Aeppli sowie mit den Neuen Mario Fehr und Thomas Hardegger in den Wahlkampf.

«Wer nicht kämpft, hat schon verloren»

Einer, der die dritte SP-Kandidatur am lautesten fordert, ist der Regensdorfer Sekundarlehrer und SP-Kantonsrat Marcel Burlet: «Wenn die SP wieder im Schlafwagen zum Wahlkampf fährt, werden wir auch bei den Kantonsratswahlen erneut verlieren wie 2007», sagt Burlet und zitiert Brecht: «Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren.» Burlet will am SP-Parteitag den Antrag auf eine Dreierkandidatur stellen wie vor vier Jahren. Damals unterlag er mit 44 zu 68 Stimmen. Ziel dieser Strategie ist es, zusammen mit den Grünen die Mehrheit in der Regierung anzustreben.

Im Unterschied zu damals kann die SP nach dem Rücktritt von Markus Notter diesmal nicht mit zwei Bisherigen (Notter und Aeppli) antreten. Parteipräsident Stefan Feldmann sagt denn auch: «Eine Dreierkandidatur ist der sicherste Weg, den zweiten Sitz zu verlieren.» Hardegger will so oder so antreten – im Zweier- oder im Dreierpaket.

Martin Grafs zweiter Anlauf

Frisch aus den Ferien zurück, hat gestern Illnau-Effretikons grüner Stadtpräsident Martin Graf ebenfalls seine Kandidatur angekündigt: «Ich stehe zur Verfügung und stelle mich dem Auswahlverfahren», sagt er. Graf wird bei den Grünen klarer Favorit sein, nachdem er 2007 sogar Rita Fuhrer gefährlich wurde und das absolute Mehr erreicht hatte.

Zu einem allfälligen Viererpaket mit der SP, das auch von einzelnen Grünen gefordert wird, äussert sich Graf eher skeptisch: «Den Anspruch nach einer Mehrheit kann man zwar stellen, ich würde der SP aber nie Vorschriften machen.»

Bäumle wartet die SP-Kür ab

Bei den Grünliberalen wartet Parteigründer Martin Bäumle noch ab. «Ich habe mir noch kaum Gedanken gemacht. Wir beginnen mit unserer Planung erst Ende September», sagte er gestern. Im Klartext: Bäumle wartet ab, was sich bei SP und Grünen tut. Nominiert die SP neben Regine Aeppli auch Mario Fehr und kommen die Grünen mit Martin Graf, dürfte es für Bäumle eng werden. Als guter Rechner wird er dann wohl verzichten, wie im letzten Herbst, als die SP mit Jositsch gegen Ernst Stocker (SVP) antrat.

Kommt die SP aber mit Aeppli/Hardegger oder gar mit Aeppli/Fehr/Hardegger, kann sich Martin Bäumle Chancen ausrechnen, weil sich dann die linken Stimmen auf viele Kandidaten aufsplittern. Denn mit Nationalrätin Maja Ingold hat auch die EVP bereits eine Kandidatur angekündigt.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 17.08.2010, 23:20 Uhr

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1 Kommentar

Pedro Schmidt

18.08.2010, 10:15 Uhr
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Die SP-Auswahl scheint sympathisch. Und vielleicht ist es wirklich an der Zeit, über vier rot/grüne Kandidaturen nachzudenken – was die bürgerliche Fünfermehrheit im Regierungsrat leistet ist gar nicht überzeugend. Antworten



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