Zürich
Mauchs Aussage ist ungeschickt und wird Folgen haben
Von Felix Schindler. Aktualisiert am 17.01.2011 31 Kommentare
Felix Schindler
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Das ist Zunder. Die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) wird an einem Talk gefragt, ob sie es bereue, Stadtpräsidentin geworden zu sein. «Ja, diese Momente gibt es täglich», antwortet Mauch und lacht. Und da kracht es im Gebälk: Sämtliche Medien nehmen diese Aussage auf und die Kommentarspalten auf Tagesanzeiger.ch füllen sich im Nu.
Es gibt Dinge, die darf man denken – und für sich behalten. Mauchs Aussage gehört eindeutig dazu. Die Zürcher Stadtpräsidentin ist vom Volk gewählt und schuldet es diesem, sich selbstbewusst vor die Wähler zu stellen und engagiert zu politisieren. Man mag einwenden, die Stadtpräsidentin hätte es gar nicht so gemeint und ihre Aussage umgehend relativiert. Man mag auch einwenden, die rund 50 Zuhörer in der Winterthurer Coalmine hätten dies nicht als Zwiespalt über ihr Amt aufgefasst, sondern als ehrliches und persönliches Votum des Menschen Corine Mauch.
Das Problem ist aber: Diese vervollständigt ein Bild der Stadtpräsidentin Corine Mauch. Zu häufig erweckte Mauch in den vergangenen zwei Jahren den Eindruck, dass ihr die Lust am Politisieren abhanden gekommen ist, an der Auseinandersetzung mit dem Volk. Endlich wurde es nach einigen gelungenen Reden ruhig um die Auftrittskompetenz Mauchs – und jetzt setzt diese Aussage das Signal: Wenn man sie bei den kommenden Wahlen nicht mehr wählt, tut man ihr einen Gefallen.
Mindestens so problematisch ist jedoch dies: Corine Mauch steht an der Spitze einer Verwaltung, die 24'000 Personen beschäftigt. All diese Menschen gehen täglich zur Arbeit. Manche mit mehr Lust, manche mit weniger. Aber die wenigsten von ihnen dürften auf die Idee kommen, ihrem Chef zu erzählen, dass es neben der Arbeit noch etwas anderes geben sollte. Wem an seinem Job gelegen ist, der tut so etwas einfach nicht. Auch gegenüber den Mitarbeitern der Stadt Zürich setzt dieser Satz das Signal: Unsere Chefin ist nicht mit Leib und Seele dabei.
2014 wird es Stimmbürger geben, die Mauchs Herausforderer wählen und sagen werden: Man tut ihr einen Gefallen, wenn man sie nicht wählt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 17.01.2011, 14:02 Uhr
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