Maurer am Steuer bei der Zürcher SVP

Nationalrat Ueli Maurer ist Präsident der Kantonalzürcher SVP – ein halbes Jahr nach seinem Rücktritt als Chef der Landespartei.

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367 Delegierte wählten den 57-jährigen Ueli Maurer in Neftenbach zum Nachfolger von Hansjörg Frei. Lediglich drei Delegierte enthielten sich der Stimme. Damit wurde der Entscheid der Findungskommission von Anfang August bestätigt. Diese hatte den Nationalrat aus Wernetshausen überraschend vorgeschlagen. Maurer übernimmt das Amt offiziell um Mitternacht von Hansjörg Frei.

Für Maurer ist das neue Amt kein Abstieg, sondern ein Auftrag, für den er sich mit aller Kraft einsetzen wolle, wie der ehemalige Präsident der SVP Schweiz sagte. Die Arbeit in der Partei mache er gerne. Dennoch habe er den nötigen Respekt vor der Aufgabe, sagte Maurer weiter.

Ein unbequemer Präsident

Unabhängigkeit, Freiheit, direkte Demokratie, für diese Werte wolle er sich einsetzen. Die zürcherische Partei werde ein Sensorium für die nationale Partei sein und die entsprechenden Themen angehen. Er werde ein unbequemer Präsident sein und alle Mitglieder antreiben. «So werden wir zusammen die Besten», sagte Maurer.

Der 67-jährige Frei hatte im Juni seinen Rücktritt angekündigt. Der Jurist war seit Februar 2006 im Amt. In seiner Abschiedsrede wies er darauf hin, dass ein guter Drittel der Wählerschaft froh sei, dass jemand da sei, der die Schweiz davor bewahre, in einem Einheitsbrei zu versinken.

Scharf kritisierte Frei die Zustände im Departement von Bundesrat Samuel Schmid. Ein Mann wie Christoph Blocher könnte dort Remedur schaffen, sagte Frei.

Christoph Blocher: Lob für Frei

Alt Bundesrat Christoph Blocher betonte in seiner nicht traktandierten Laudatio, Frei sei ein guter Präsident gewesen, da er für sich persönlich nichts erreichen wollte, sondern sich in den Dienst der Sache und der Partei gestellt habe. Dafür sei ihm zu danken.

Frei übernahm das Präsidium, nachdem Peter Good nach wenigen Monaten aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war. Goods Vorgänger Christoph Blocher hatte zuvor bis zu seiner Wahl in den Bundesrat die SVP des Kantons Zürich 27 Jahre lang präsidiert.

Unter Freis Führung gelang es der SVP, den zweiten Sitz in der Zürcher Kantonsregierung zurückzugewinnen. Im letzten Herbst verlor die wählerstärkste Partei jedoch ihren Ständeratssitz. Ueli Maurer unterlag Verena Diener (GLP). (vin/sda)

Erstellt: 20.08.2008, 10:29 Uhr

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