Mehr Katholiken als Reformierte in der «Zwinglistadt»

Drei von zehn Personen in der Stadt Zürich sind römisch-katholisch. Damit sind die Katholiken die grösste Glaubensgemeinschaft in der «Zwinglistadt».

Gleich viele Konfessionslose wie Reformierte: Predigerkirche im Zürcher Kreis 1.

Gleich viele Konfessionslose wie Reformierte: Predigerkirche im Zürcher Kreis 1. Bild: Keystone

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Seit 2010 werden jährlich 40'000 Personen in der Stadt Zürich vom Bundesamt für Statistik befragt. Die Befragung erfolgt im Rahmen der sogenannten Strukturerhebung, welche die frühere Volkszählung abgelöst hat. Zu den Themen Sprache, Bildung und Religion hat Statistik Stadt Zürich die neusten Zahlen ausgewertet.

Demnach hat der Anteil der Konfessionslosen in den letzten Jahren in Zürich stark zugenommen. Ein Viertel der Bevölkerung gehörte Ende 2010 keiner der etablierten Glaubensgemeinschaften an. Knapp ein Drittel der Bewohner von Zürich sind Katholiken, die damit die grösste Glaubensgemeinschaft in der Stadt ausmachen. Die Zahl der Reformierten beträgt nur noch rund ein Viertel.

In der Altersgruppe der 26- bis 44-Jährigen ist ein Drittel konfessionslos. Die meisten Kirchenmitglieder gibt es unter den älteren Menschen: In der Altersgruppe ab 80 Jahren beträgt der Anteil der Konfessionslosen lediglich acht Prozent.

Fünf von hundert Zürcherinnen und Zürcher gehören dem muslimischen Glauben an; im Jahr 2000 waren es noch sechs gewesen. Der Islam bildet die drittgrösste Religionsgemeinschaft in der Stadt Zürich. Der Anteil der Jüdinnen und Juden ist seit 1970 beinahe konstant bei einem Prozent.

Immer mehr Hochschulabsolventen

Immer mehr Zürcherinnen und Zürcher haben eine Hochschulausbildung. Beinahe jede dritte Person hat ein Studium an einer Universität, an der ETH oder an einer Fachhochschule absolviert. Fast die Hälfte der 25- bis 34-Jährigen besitzt einen entsprechenden Abschluss.

Der starke Trend hin zu höheren Abschlüssen dürfte laut Statistik Stadt Zürich auch auf das vielfältigere Angebot an Bildungswegen und die grössere Durchlässigkeit im Bildungssystem zurückzuführen sein.

40 Prozent der Wohnbevölkerung haben eine Berufslehre oder eine ähnliche Ausbildung absolviert. Für knapp 30 Prozent ist dies die höchste Ausbildungsstufe. Rund 10 Prozent bilden sich nach dem Lehrabschluss weiter.

Die Lehre als höchste abgeschlossene Ausbildung habe an Bedeutung verloren, stellt Statistik Stadt Zürich fest. Viele jüngere Personen bildeten sich weiter, etwa an einer Fachhochschule. Bei den über 65- Jährigen haben mehr als doppelt so viele eine Berufslehre als höchsten Abschluss wie bei den unter 35-Jährigen.

Schweizerdeutsch dominiert

Zwei Drittel der Stadtzürcher Bevölkerung sprechen zu Hause Schweizerdeutsch. Ein Fünftel fühlt sich in zwei oder mehr Sprachen heimisch. Der Anteil der Zweisprachigen ist bei den unter 25- Jährigen besonders hoch.

Am Arbeitsplatz sprechen drei Viertel der Erwerbstätigen Schweizerdeutsch, eine von drei Personen spricht Englisch. Die übrigen Landessprachen werden bei der Arbeit deutlich weniger häufig verwendet: Französisch sprechen zehn, Italienisch lediglich vier von hundert Erwerbstätigen.

(jcu/sda)

(Erstellt: 27.11.2012, 15:42 Uhr)

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