Mehr Salz als Schnee auf Zürichs Strassen
Von Helene Arnet. Aktualisiert am 13.01.2010 36 Kommentare
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Weisses Trottoir
Winterliches Weiss: Ein Zürcher stapft durch die dicke Schneedecke.
Bild: KEYSTONE/AP
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Flauschig weiss fallen die Schneeflocken vom Himmel, wenig später enden sie als brauner Matsch auf der Strasse. Die Schuhe haben weisse Salzränder, die Hosenstösse sind verschlammt, das Auto rostet, die Strassen leiden, und im Sommer tragen die Bäume an der Bahnhofstrasse Braun – weil sie am Salz verdursten. «In der Stadt Zürich werden prinzipiell alle öffentlichen Strassen schwarz geräumt», sagt Leta Filli von Entsorgung & Recycling. Dabei gelten klare Prioritäten: von der Hauptverkehrsachse zum Spazierweg, vom Spitalzugang zu den Parkplätzen. «Wir haben den Auftrag, in der Stadt Mobilität und Sicherheit zu gewährleisten.» Das gilt laut Strasseninspektor Hansjörg Weidmann auch für Winterthur.
Diese prinzipiell schwarz geräumten Strassen und Wege sind dem Pflanzenbiologen und Umweltberater Andreas Diethelm ein Dorn im Auge. «Das Ziel, dass sich das Leben im Winter gleich abspielen soll wie im Sommer, ist nicht nur gegenüber der Natur verantwortungslos, es ist auch trügerisch.» Es verleitet Autofahrer dazu, im Winter mit Sommerpneus herumzukurven, Fussgänger tragen ungeeignete Schuhe, und der Matsch ist für Velofahrer fast so glitschig wie Eis. Tatsächlich ist Schwarzräumung nicht in allen Städten selbstverständlich. In Deutschland ist es fast überall verboten, auf Gehwegen Salz zu streuen. In vielen Wintersportorten lässt man den Schnee sogar bewusst auf den Strassen liegen, weil weisse Strassen schöner aussehen.
4750 Tonnen Salz
Im letzten strengen Winter wurden in der Stadt Zürich 4750 Tonnen Salz ausgetragen. «Salz ist das wirksamste, verfügbarste und auch billigste Mittel, um Schnee und Eis zu schmelzen», sagt Filli. In den Rheinsalinen, die im Besitz der Kantone sind, lagert genug Salz auf Abruf, die Preise sind nicht dem Markt ausgesetzt, daher berechenbar und erschwinglich. Zurzeit kostet eine Tonne Salz inklusive Lieferung rund 200 Franken. «Nur berücksichtigt diese Rechnung die Schäden nicht, welche das Salz anrichtet», entgegnet Diethelm. Er wirft der Stadt vor, in der Frage weder links noch rechts zu schauen. «Bei uns wird stur gesalzen, egal ob es sich um eine wichtige Durchgangsstrasse oder einen Spazierweg handelt.»
Tiefbauvorstand Ruedi Aeschbacher machte einst die Probe aufs Exempel. Er stellte den Winterdienst um und liess etwa die Hälfte der Strassen nicht mehr schwarz räumen (Interview rechte Spalte). Nach drei Jahren wurde der Versuch abgebrochen. Zu aufwendig. Die gängigste Alternative zum Salz, Splitt, ist Ende der Neunzigerjahre durch eine vom Bundesamt für Verkehr in Auftrag gegebene Studie in Verruf geraten. Splitt sei mit Schwermetallen verunreinigt und viel weniger wirksam als Salz, heisst es dort. Die Studie ist aber bei Fachleuten umstritten. Als reine Literaturstudie sei sie schon bei ihrem Erscheinen nicht auf dem neusten Stand der Forschung gewesen. Zudem mache sie zu wesentlichen Punkten, wie etwa dem Schaden, den das Salzen an Infrastruktur und Natur anrichtet, keine Aussagen. Andere Methoden als Salz und Splitt würden schon gar nicht geprüft.
Dabei gibt es Alternativen – und sie sind auch erprobt. Unterschieden wird zwischen auftauenden Mitteln, die wie Salz den Gefrierpunkt beeinflussen, und abstumpfenden Mitteln, die einfach die Unterlage griffiger machen.
Sole: Verschiedene Gemeinden setzen auf Salzwasser statt auf Salz. Auch die Stadt Zürich setzt mit Sole befeuchtetes Streusalz ein. Dieses wirkt schneller als trockenes Streusalz, ist besser zu dosieren und günstiger. Leta Filli weist aber darauf hin, dass für das hügelige Zürich Sole nur bedingt geeignet ist, weil das Salzwasser an Hängen abfliesst.
Zuckerlösung: Flughäfen – auch Kloten – setzen meist eine Glykollösung ein, da sie Korrosionsschäden an den Flugzeugen befürchten. Damit werden aber Nährstoffe in den Boden eingebracht.
Kaliumcarbonat: Das Kaliumsalz der Kohlensäure ist ein weisses Pulver (Pottasche). Es wirkt gut und ist biologisch abbaubar, aber relativ teuer.
Calciummagnesiumacetat: Kalk mit einem Schuss Essig wird in Österreich auch auf grossen Strassen eingesetzt. Es schädigt weder Brücken noch Bäume und hat den Vorteil, dass es Feinstaub bindet. Es ist aber etwa zehnmal teurer als herkömmliches Streusalz.
Splitt: Bei den abstumpfenden Mitteln ist Splitt das gängigste. Splitt muss im Frühling eingesammelt und gewaschen werden, weil an ihm Schwermetalle und Gummiabrieb haften bleiben.
Blähton: Die feinen Kügelchen können mit der normalen Strassenreinigung entfernt werden. Ihre Herstellung ist relativ energieintensiv.
Holzschnitzel: Die feinen Schnitzel sind meist mit Solewasser imprägniert. Sie werden in diversen Orten getestet.
Andreas Diethelm plädiert für ein Steinsalzverbot in der Innenstadt und stellt sich auf den Standpunkt, dass der Winter nicht immer gleich vertrieben werden muss. «Weshalb nicht die Bahnhofstrasse weiss lassen, wenn dafür im Sommer die Bäume grün bleiben?» Leta Filli sieht das anders: «Wenn wir Reklamationen bekommen, betreffen sie meist nicht rechtzeitig geräumte Strassen. Nur selten sind es Bedenken wegen des Umweltschutzes.»
Haftet die Stadt, wenn jemand verunfallt, weil die Strassen nicht geräumt sind? «Wir haben eine Sorgfaltspflicht. Die Leute müssen sich aber umgekehrt auch der Situation angepasst benehmen», sagt Filli. Wer also nach nächtlichem Schneefall frühmorgens mit trendigen Lederschuhen aufs Tram rennt und auf die Nase fällt, ist selber schuld.
Es schneit in Zürich. Bald wird die weisse Pracht zu Matsch. Foto: Gaëtan Bally (Keystone)
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 13.01.2010, 04:00 Uhr
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36 KOMMENTARE
Bin ja mal gespannt, wie mit der jetzt schon vorherrschenden Salzknappheit die Schwarzräum-Hysterie aufrechterhalten werden soll... Vielleicht erlangen damit die Schilder (eingeschränkter Winterdienst), welche unter den meisten Ortstafeln montiert sind, endlich wieder ihre Berechtigung..! Guten 'Rutsch' all jenen, die noch immer mit Sommerpneus bzw. unangepasstem Schuhwerk unterwegs sind.
Sehr geehrte Frau Arnet, Ihf fachlich fundierter Bericht hat mir sehr gefallen. Ich bin Infrastrukturvorstand in Männedorf und wir bemühen uns sehr um einen angepassten Einsatz von Salz, nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig. Für den nächsten Winter werden wir den Einsatz von Salz-Sole abklären, um allenfalls den Einsatz von Salz weiter zu reduzieren.
Winterdienst: Wieder einmal werden die Autos bevorzugt, die Velos benachteiligt: Man pflüge die Autospuren und die Trottoirs - der Schnee türmt sich auf den Velostreifen. Das ist besonders da ärgerlich, wo den Velos mit Markierungen und Ampeln extra Platz gegeben wurde.
Die Stadt hat den Auftrag,Sicherheit und Mobilität zu gewährleisten. Dies kann mit Augenmass geschehen. Das Amt muss die Verhältnismässigkeit definieren, oder setzen etwa die reklamierenden, ständig Gehetzten den Standart? Es fehlt dem Amt am Willen, etwas zu verändern, weil vereinzelt mit Widerstand zu rechnen ist, also bleibt man lieber beim Alten und moniert, von Seiten der Umweltschützer kämen kaum Reklamationen....diese Umfrage widerlegt das deutlich!
Wo werden eigentlich in Zuerich Trottoirs wirklich schwarzgeraeumt? Im huegeligen Teil von Wiedikon jedenfalls kommt die Raeumung bestenfalls wenn's bereits wieder taut. Bis dann gibt es schluepfrigen, haeufig vereisten Schneebelag, der ueble Rutschpartien nach sich zieht. Haeufig liegen am Strassenrand ein Wall aus Schnee, selbst am Strassenuebergang - klar, Autos haben ja Prioritaet.
Scheinbar ist der Druck von den oberen Etagen der Wirtschaft gewaltig. Gewisse Politiker sollten einmal nachdenken: Schnee auf den Strassen behindert höchsten Rowdys und Schnellfahrer, die brauchen wir nicht. Schuhe mit Wnterprofil,die wegen Salz zerstört werden, bezahlt nicht die Stadtkasse. Ich möchte gerne ein Gerichtsurteil sehen, wo die Stadt Haftpflichtig wurde wegen ungenügendem Unterhalt !
geschäft ist geschäft. hatte vorhin im wald eine idee für die oberstreuer: wieso nicht auch die waldwege schwarzräumen mit dem argument, das salz sei nährsalz für die bäume, sträucher und gräser. im sommer könnte man dann roden, weil ja die flora so gedüngt wunderbar wuchern würde. geschäft ist doch geschäft.
Warum regt man sich in Zürich so sehr auf? Besuchen Sie Luzern! Wir haben den ganzen Winter über salzweisse Strassen und gesplittete Trottoirs und Wege, sehr oft zentimeterdick aufliegend. Nur eben, scheinbar verschmähen die Mobilen und die Fussgänger auch im Winter die Winterausrüstung. Die Streudienste nehmen ihnen dabei sogar diese Entscheidung ab! Reduzierter Winterdienst ist eine reine Lüge.
Die Jahreszeit in der wir uns momentan befinden heisst Winter. Dazu gehört Schnee! Es ist - z.B. in Berlin - ein wunderbares Gefühl, auch im urbanen Umfeld weisse Strassen mit Schnee zu haben. Es sieht wunderschön aus. Und anständige Schuhe gibt es bekanntlich auch, Winterpneus ebenfalls. Ich finde die schwarzgeräumten Strassen hässlich, nach grosser Kälte gefährlich und unökologisch sowieso.
nicht nur umweltschützer, auch leute, die unpolitisch nachdenken, sehen die probleme des salzwurfs. gestern z.b. wurde am späten abend auf apere strasse salz gestreut, eine stunde später begann es zu schneien und eine weiter halbe stunde danach war die strasse rutschiger als wenn der schnee liegen geblieben wäre. fazit: salzen ist nicht per se schlecht, nur wenn das denken fehlt.
Hat noch niemand daran gedacht, die Gehwege und Velowege mit SAND statt mit Splitt sicherer zu machen? Wäre umweltverträglicher und der Regen würde Sand bequem wegspühlen. In Österreich wird die teurere Variante mit Kalk und einem Schuss Essig auch auf grossen Strassen angewendet, kein Salz! Wieso soll sich das in der reicheren(?) Schweiz nicht auch rechnen, wenn damit Feinstaub gebunden wird?
Hauptverkehrsachsen besalzen, ja. Trottoirs besalzen, dafür gibt es keinen Grund. Lieber mal kurz mit einem Räumfahrzeug festfahren, dann liegt der Schnee kompakt auf dem Boden und lässt sich problemlos begehen. Hier bräuchte es mal einen politischen Vorstoss! Wer nimmt das in die Hand?
Der Wahnsinn hat System! Selbst im Oberland auf 1000m wird frisch fröhlich nach jedem Schneefall gesalzen. Und damit keine Unklarheiten entstehen, es wird NUR gesalzen. Mit dem Pflug die Strasse geräumt wird erst 2 Stunden später. Dies hat bei 10cm und mehr Schnee und weit tieferen Temperaturen als in der Stadt zur Folge, dass NICHTS schmilzt und die Strasse noch gefährlicher und rutschig wird!
Schade, dass man meisst auf die wenigen hört die immer irgendwo was zum Reklamieren finden, anstatt auf die vielen, die die weisse Pracht als etwas schönes und zur Jahreszeit passendes sehen. Nein, kaum geschneit, wir der schöne, noch trittfeste Schnee schon plattgeschoben und eingesalzen. Matsch, klatsch und der Zauber ist weg. Die Trottoire sind zwar immer noch weiss, aber jetzt vom Salz. Bravo
Per Gesetz sollte endlich diese übertriebene Schwarzräumerei verboten werden. Aber, wie jegliche ÜBERVERSORGUNG generiert auch diese jemandem viel Geld, das aus Steuermitteln verschleudert wird.
Das Salzen "im hügligen Zürich" auf Trottoirs ist problematisch. Auf meinem Arbeitsweg habe ich mehrmals festgestellt, dass die Schmelzpfützen irgendwann auch gefrieren, oder machnachmal auch Rinnsale von geschmolzenem Schnee. Dies ist viel gefährlicher als eine schön eingetretene weisse Schneedecke.
Schneeräumung + Salzen ist ein Millionengeschäft. Auch private Firmen (z.B. Bauunternehmungen) kassieren mit. Jeder Fussweg wird 10x mit Salz zugeschüttet, es wird ja pro Tonne bezahlt...
Der gesamte Bürkliplatz ist schwarzgeräumt, angeblich wegen dem Markt. Der Platz wurde gestern aber erst um 13 Uhr geräumt, der Markt fand im Schneematsch statt. Und wenn schon nur dort räumen, wo der Markt auch ist und nicht in die allerhinterste Ecke. Aber die Stadt Zürich hat immer noch zuviel Geld!
Die Leute fahren SUV und können nicht damit umgehen. Ich fahre deutlich lieber auf gepflügten Strassen mit festgefahrenem Schnee als auf matschig gesalzenen Strassen. Ich fühle mich dabei sogar noch sicherer. Dem Service Publique sollte hier Einhalt geboten werden. Wir sind noch ein Land mit Schnee im Winter, die Leute sollten lernen damit umzugehen und das auch zu geniessen.
Es ist ein Verhältnisblödsinn! Die Strasse zum Katzensee, die sowieso mit einem Fahrverbot belegt ist, wird täglich gesalzen und das in einer Landschaftsschutzzone. Auch die Horensteinstrasse, die allenfalls von ein paar Bauern mit Traktoren frequentiert wird, und die wissen, wie man auf Schnee fährt, wird schwarz geräumt und gesalzen. Ich rege mich täglich über sowas auf!
Das Salzen ist zu einem Wahn geworden. Jemand verdient schon sein Geld damit, deshalb wird es tonnenweise geschleudert. Und nicht nur in der Innenstadt, am Stadtrand in Witikon werden alle Nebenstrassen und Fusswege gesalzen. Die spazierende Hunde müssen ausgewaschen werden, um sie nicht als Heringe zu Hause lassen.
Wahrscheinlich würden die Folgekosten des Salzens den Einsatz treuerer Mittel gut rechnen und es würden keine Mehrkosten entstehen, aber dazu muss man die Folgekosten mal feststellen (wollen).
dass auch trottoirs bei jedem kleinsten schneefall schwarz geräumt werden, dient niemandem. statt sauberem, festgetretenem schnee liegt dann schwarzer matsch. da rutscht man genau so aus drin. plus die schuhe sind sofort nass, plus es sieht schrecklich aus. trottoirs pflügen würde reichen. das ERZ hat wohl ein kontingent salz, dass ausgeworfen werden muss, um das planziel zu erfüllen.
Dieser Artikel ist Sachlich nicht richtig. 1. Glykol ist keine Zuckerlösung sondern ein Alkohol. 2. Setzt dier Flughafen Zürich kein Glykol für die Enteisung ein, sondern -wie die meisten Flughäfen- nur zur Flugzeugenteisung. 3. Wenn in der Studie schon Schäden berücksichtigt werden sollten, dann doch auch die, welche Split an Fahrzeugen verursacht. Schade, recherchen unzureichend.
Ich war im letzten Winter schockiert. Die Strasse war nicht schwarz geräumt, sondern weiss und steril, soviel Salz hatte man eingesetzt. Die Hunde haben gelitten. Die Blätter an den Bäumen waren im Sommer braun befleckt. In Basel habe ich so etwas noch nie erlebt und trotzdem scheint es zu funktionieren. Man sollte sparsamer damit umgehen, sowie die Alternativen besser studieren und nutzen.
in der tat, das mit den trendigen lederschuhen oder turnschuhen ohne sohle ist mir auch aufgefallen, in zürich auf der strasse. selbst wenn wie jetzt schnee liegt, trägt die mehrheit sommerschuhe.
Streusalz hat viele Nachteile. Schon seit Jahrzehnten rege ich mich über die Unmengen an Streusalz auf, die zum Teil völlig hirnlos auf Strassen und Wege gekarrt werden. Motto: klotzen statt kleckern. Man wähnt sich im WK: wenn nicht alle "Munition" verschossen wird, gibt's nächstes Jahr weniger. Hätten die Menschen eine natürlichere Einstellung zum Winter, bräuchte es das mit Sicherheit nicht.
ich begreiffe die schneeräumung auf den strassen, aber nicht auf den trottoirs. kaum ist der schneepflug darüber, wirds erst rutschig. mit profilsohlen, kommt man im schnee besser vorwärts als im platt gewalzten.
Ja, und bezüglich Prioritäten ist noch zu sagen, dass Parkplätze noch weit vor Radwegen stehen. Vor allem die Übergänge von Strasse auf Radweg (an Kreuzungen) werden prinzipiell nicht geräumt, so dass man als Fahrradfahrer keine Chance hat auf einen erhöhten Radweg zu gelangen. Im Gegenteil; der Schnee wird von den Pflügen dort noch angehäuft. Hauptsache die Autos haben freie Fahrt!
Gemäss der Aussage von Frau Fili muss angenommen werden dass Sie ausserhalb Zürichs wohnhaft ist und entsprechend Ihr die Natru nicht nahesteht in der Stadt Zürich. Kann mir gut vorstellen wenn die Ausgaben von Grün Stadt Zürich gegenüber den Ausgaben von ERZ stellen würde, wäre klar was zu machen wäre.
Es ist wirklich unglaublich, wie beim geringsten Schneefall in Zürich das Salz "mit beiden Händen" herausgeworfen wird. Sogar jede Begegnungszone wird schwarzgeräumt. Ich denke ein dosierter Einsatz der Mittel auf kritische Stellen und Hauptverkehrsachsen würde der Sache besser dienen. Ausserdem würden sich mein Hund und ich am Spaziergang im Schnee freuen.
Höchste Zeit, die unsägliche Salzerei wieder mal zu hinterfragen. Zürich redet immer von Umweltschutz und Energiesparen und investiert Millionen in Zukunftsfantasien. Aber dort, wo ganz pragmatisch und ohne grossen Aufwand geschützt werden könnte, da heisst's: Wir sind haben Mobilität und Sicherheit zu gewährleisten und salzt stur jeden Meter Teer. Spielende Kinder im Schnee, Tiere, Natur? Egal!
Wirklich ein Jammer diese exzessive Salzerei - nicht nur in der Stadt, sondern auch in den Dörfern und sogar in den 30er Zonen und auf jedem noch so schmalen Fussweg. Für was brauchen wir denn noch teure Winterreifen und gutes Winterschuhwerk. So wie es zureit aussieht währen kniehohe Gummistiefel nützlicher. Die Zeiten vom reduzierten Winterdienst ist wohl endgültig vorbei!
Da lob ich mir die Wintersportorte. Intressant dabei, die überleben den Winter auch ohne Schwarzräumung. Flachländer sind in Punkto Winter wohl eine aussterbende Spezies. Unser Nachbar Deutschland verbietet generell Salz auf Gehwegen. Jeder Anstösser ist verpflichtet selbst zu räumen und dafür auch verantwortlich. Und siehe da es geht. Warum bei uns nicht?
Also ich rege mich regelmässig auf, weil die Gehwege eben oft nicht geräumt sind! Schliesslich geht es hier auch um den Schutz von Menschen. Oder gehören alte und/oder gehbehinderte Menschen nicht mehr dazu? Statt Milliarden in die Medizinforschung zu stecken, von der am Schluss eh kaum mehr jemand profitieren kann: wie wäre es, hier mal nach anderen Lösungen zu suchen?
Ich finde es auch total hysterisch, wie jede Nebenstrasse sofort gesalzen wird... Eigentlich reicht es, wenn man die Hauptverkehrsachsen räumt. Meine Winterschuhe mit Gummisohlen rutschen auf Schnee jedenfalls nicht.
Zürich
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