Mehr Strom und Wärme aus Abfall

Die Energiegewinnung aus Abfall soll im Kanton Zürich gesteigert werden. Nach Ansicht des Regierungsrates ist bis 2035 eine Steigerung der Stromproduktion um mindestens 35 Prozent möglich.

Strom aus Abfall: Kehrichtheizkraftwerk Hagenholz in Zürich.

Strom aus Abfall: Kehrichtheizkraftwerk Hagenholz in Zürich. Bild: Keystone

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Kehrichtverwertungsanlagen (KVA) sind dazu da, die Abfälle aus Industrie und Haushalten sicher und umweltfreundlich zu verwerten. Dabei produzieren sie auch Strom und Fernwärme und leisten einen Beitrag an den Klimaschutz. Denn für die gelieferte Wärme muss weniger Öl oder Gas importiert und verbrannt werden. Heute deckt der aus Abfall produzierte Strom vier Prozent des Bedarfs.

Die Zürcher Baudirektion richtet künftig ein besonderes Augenmerk auf die Energieproduktion der KVA. Dies kommt in der Kapazitäts- und Standortplanung der thermischen Verwertung von Abfällen im Kanton Zürich 2012-2035 zum Ausdruck. Diese hat die Baudirektion zusammen mit den Trägerschaften der fünf Zürcher KVA erarbeitet.

Am Freitag orientierte Regierungspräsident Markus Kägi (SVP) im Stadtzürcher Kehrichtheizkraftwerk Hagenholz über Grundsätze zur Umsetzung, wie die Baudirektion mitteilte. Der zusätzlichen Energie aus KVA kommt laut Kägi «gleich hohe Priorität zu wie derjenigen aus anderen Quellen im Kanton Zürich».

Einerseits sei im dicht besiedelten Kanton Zürich mit seinem geringen Potenzial für Wasser- und Windkraft ein beachtliches Reservoir an Abfall und somit Energie vorhanden. Andererseits falle der Strom aus KVA konstant an und sei daher besser planbar als Strom aus Wind und Sonne.

In den letzten Jahren waren durchschnittlich 750'000 bis 800'000 Tonnen Abfall thermisch verwertbar. Diese Leistungsfähigkeit der Anlagen müsse erhalten bleiben, heisst es weiter.

Vier Standorte

Für eine effiziente Behandlung der thermisch verwertbaren Abfälle setzt der Kanton Zürich langfristig auf vier Standorte. Dies sind die bestehenden Anlagen der Limeco in Dietikon, der KEZO in Hinwil und die Kehrichtverwertungsanlagen der Städte Winterthur und Zürich (Hagenholz).

Die Kehrichtverwertungsanlage in Horgen soll ab 2015 mit einer reduzierten Abfallmenge befristet bis 2030 weiterbetrieben werden. In Horgen steht für diese Zeit die Fernwärmeversorgung im Vordergrund.

Mit dieser Anlagekonstellation und einer der Entwicklung der Abfallmenge angepassten Erneuerung der verschiedenen Anlagen kann nach Ansicht der Baudirektion die Entsorgungssicherheit gewährleistet und die im Abfall enthaltene Energie optimal genutzt werden.

Rückgewinnung von Wertstoffen

In einer modernen KVA schliessen sich laut Kägi die Gewinnung von Energie und die Rückgewinnung von Wertstoffen nicht aus. Beides lasse sich gleichzeitig optimieren. Denn eine moderne KVA sei eine «sehr spannende Umweltmaschine».

Rohstoffe wie Eisen, Aluminium, Kupfer, Zink und Gold liessen sich energieschonend zurückgewinnen. Europaweiter Pionier in der Rückgewinnung von Wertstoffen aus Kehrichtschlacke ist die KEZO in Hinwil. Auch die andern KVA sollen diesbezüglich künftig eine Vorreiterrolle einnehmen.

In Anerkennung der höchst effizienten Energienutzung des Kehrichtheizkraftwerks Hagenholz nahm Stadträtin Ruth Genner, Vorsteherin des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements, anlässlich der Medienkonferenz das Klimacharta-Label entgegen. Diese wird vom Verband der Betreiber Schweizerischer Abfallverwertungsanlagen verliehen. (jcu/sda)

(Erstellt: 30.11.2012, 15:53 Uhr)

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